Sumatra Tiger Baby im Zoo Heidelberg

Ein Besuch im Zoo Heidelberg – Juli 2021

Ende Juli ging es für mich mal wieder auf Zooreise – diesmal waren der Zoo Heidelberg und die Wilhelma Stuttgart das Ziel. Grundsätzlich gäbe es in Deutschland einige Zoos, die mich deutlich mehr interessieren würden, vor allem da ich die Wilhelma bereits kannte. Der Grund, warum ich trotzdem unbedingt gerade diese beiden Zoos besuchen wollte, waren die Sumatra Tigerbabys im Zoo Heidelberg und die Schneeleopardenbabys in der Wilhelma Stuttgart.

In diesem Beitrag soll es um den Zoo Heidelberg gehen, den ich am ersten Tag besuchte. Ein Artikel zur Wilhelma Stuttgart kommt dann demnächst irgendwann.

Der Zoo Heidelberg

Bereits vor zwei Jahren hatte ich mal überlegt, in den Zoo Heidelberg zu fahren – den Plan habe ich aber relativ schnell wieder verworfen, da es mir gerade für einen Tagesausflug doch etwas zu weit war. Im Nachhinein bin ich froh, es nicht getan zu haben, denn ich glaube, dass ich etwas enttäuscht gewesen wäre. Das klingt jetzt ziemlich negativ, soll aber eigentlich gar nicht abwertend gemeint sein. Es ist aber einfach ein Fakt, dass der Zoo Heidelberg mit seinen zehn Hektar eher zu den kleineren Zoos in Deutschland gehört. Um das Fazit also schon mal vorweg zu nehmen: wer in der Nähe wohnt, für den gibt es sehr viele Gründe, den Zoo zu besuchen, aber wer eine weitere Anreise hat, für den gibt es in der deutschen Zoowelt meiner Meinung nach lohnendere Ziele.

Was mir gefallen hat

Man könnte sagen, dass der Zoo Heidelberg ein typisches Beispiel für einen „klassischen“ Zoo ist, in dem es sowohl alte als auch moderne Tieranlagen gibt, die teilweise auch kombiniert werden. Die Parkanlage ist dabei hübsch und schön grün, die Wege ziemlich gepflegt.

Es gibt außerdem eine ganze Menge sehr schöner Anlagen, die wohl oft noch recht neu sein dürften. Beispielhaft sind hier die Außenanlage der Lemuren, das Gehege der Waschbären, die neue erweiterte Außenanlage der Löwen, das Gehege für Erdmännchen und Stachelschweine, die Anlage der Roten Pandas, die Südamerikavoliere, die Anlage für Otter und Binturongs, das Elefantengehege und die Braunbärenanlage zu nennen.

Oft gibt es auch recht kreative Einblickmöglichkeiten in die verschiedenen Gehege, etwa bei den Fossas, den Löwen, den Riesenschildkröten oder den Elefanten. Eigentlich müsste ich hier auch die Tiger nennen, aber hier habe ich mich persönlich ehrlich gesagt eher darüber geärgert. Mehr dazu später.

Ebenfalls spannend fand ich oft die Kombination aus alt und neu. Beispielhaft hierfür steht das Raubtierhaus, das mit seinen Innen- und alten Außengehegen für Berberlöwen und Sumatra Tiger definitiv der Vergangenheit angehört. Diese Gehege werden zwar bis heute genutzt, allerdings wurden inzwischen für beide Arten neue Außenanlagen gebaut, die direkt an die alten Gehege anschließen. Die Tiere können inzwischen alle Bereiche nutzen und für mich als Besucher ist es dann doch auch recht spannend, mal einen Blick in die Zoovergangenheit werfen zu können. Übrigens ist gerade die neue Löwenaußenanlage auch wirklich sehr großzügig und wunderschön angelegt, mit dem Tigergehege bin ich hingegen nicht wirklich zufrieden, hier hätte die neue Außenanlage noch deutlich größer sein müssen, außerdem fehlen hier meiner Meinung nach Bademöglichkeiten für die wasserliebenden Tiger, das Gehege wirkt auch insgesamt ziemlich trocken.

Eine weitere Anlage, bei der Altes und Neues kombiniert wurde, ist die Außenanlage der Schimpansen. Sie ist zwar immer noch deutlich zu klein und ich bin wirklich kein Freund des Affenhauses (dazu später mehr), aber aus architektonischer Sicht finde ich die Mischung aus einer natürlichen Gestaltung, dem Beton und den Glasscheiben irgendwie ganz spannend.

Bevor wir zu den negativen Punkten kommen, möchte ich hier außerdem noch den tollen Tierbestand loben. Zwar gibt es Zoos mit deutlich mehr Tierarten, aber für zehn Hektar hat der Heidelberger Zoo eine Menge zu bieten. Immerhin gibt es hier Gorillas, Schimpansen, Tiger, Löwen, Robben, Bären, Zebras und Elefanten. Das eigentliche Hightlight sind meiner Meinung nach aber die vielen spannenden und meist kleineren Tierarten, die man sonst gar nicht soo oft antrifft, wie etwa Binturong, Gürtelvari, Roter Panda, Fossa oder Ringelschwanzmungo.

Negative Seiten

Kein Zoo ist perfekt, natürlich auch der Zoo Heidelberg nicht. Bei meinem Besuch sind mir einige Dinge aufgefallen, die ich unschön finde.

Offensichtlicher Kritikpunkt sind viele in die Jahre gekommenen Anlagen, allen voran natürlich das Affenhaus. Ich habe es oben bereits erwähnt – aus architektonischer Sicht sind gerade die Außenanlagen für Gorilla und Schimpanse irgendwie spannend, aus tierhalterischer Sicht ist es aber meiner Meinung nach einfach nicht mehr zeitgemäß. Gerade die Außenanlage der Gorillas ist einfach viel zu klein und bietet so gut wie keine Klettermöglichkeiten. Der einzige Rückzugsort für die Gorillas ist hier der Trockengraben, der alleine schon einen Großteil der Anlagenfläche ausmacht und von den Affen scheinbar auch oft als Versteckmöglichkeit genutzt wird. Verständlich, denn auf der restlichen Außenanlage leben die Tiere sonst wie auf dem Präsentierteller. Kein schöner Anblick.

Die Schimpansenanlage ist meiner Meinung nach etwas besser, da diese nicht offen ist wie die Gorillaanlage, sondern durch Gitter und Netzte abgetrennt ist. Dadurch bleibt für die Tiere erstens mehr Platz, zweitens kann man die Anlage mit deutlich mehr Klettermöglichkeiten ausstatten. Wirklich gut ist das Gehege aber auch nicht.

Außerdem finde ich einige der Vogelvolieren zum Beispiel für Geier und Uhus etwas klein, auch die Anlagen für Hulmans und Gürtelvaris fand ich eher grenzwertig und auch optisch nicht schön. Auch nicht wirklich toll ist meiner Meinung nach das Gehege der Mähnenrobben, allerdings muss man hier auch dazu sagen, dass es zwar nicht schön aussieht, aber von der Größe her eigentlich schon ganz in Ordnung ist.

Ebenfalls zu kritisieren sind die Innenanlagen der Tiger und Löwen. Normalerweise ist mir bei diesen Arten die Innenanlage nicht so wichtig, da die Tiere die meiste Zeit draußen verbringen können – selbst bei Schnee habe ich Löwen und auch die in Heidelberger Zoo gehaltenen Sumatra Tiger schon oft genug auf der Außenanlage gesehen. Bei meinem Besuch in Heidelberg habe ich aber mitbekommen, wie die Tiger (sowohl der Vater als auch die Mutter mit ihren drei Kindern) noch vor vier Uhr Nachmittags in die Innenanlagen geholt wurden, beide Außenanlagen blieben für den Rest des Tages leer. Ich weiß nicht, ob das an diesem Tag eine Ausnahme war, aber es war für mich absolut unverständlich, gerade weil die Innenanlagen wirklich sehr klein sind. Und dass dann auch noch eines der drei Tigerbabys ausversehen auf der Außenanlage ausgesperrt wurde und dort den Rest des Tages einsam herumsaß und nach der Mutter geschrien hatte, macht die Sache nicht besser und ließ mich ehrlich gesagt etwas kopfschüttelnd zurück. Vor allem, da ich nirgendwo einen Pfleger finden konnte, den man mal darauf ansprechen konnte, dass sowohl Mutter Karis im Haus als auch das einsame Tigerbaby auf der Außenanlage immer mehr am Verzweifeln waren.

Gehege im Zoo Heidelberg

Anschließend möchte ich hier noch ein paar Bilder von verschiedenen Gehegen im Zoo Heidelberg zeigen.

Das Küstenpanorama im Zoo Heidelberg
Das Küstenpanorama
Die Flamingoanlage im Zoo Heidelberg
Der Flamingoteich
Einblickmöglichkeit in das Tigergehege im Zoo Heidelberg
Eine der Einblickmöglichkeiten in das Tigergehege – leider viel zu eng wenn viele Besucher die Tiger gleichzeitig beobachten möchten
Das alte Tigergehege im Zoo Heidelberg
Das alte Tigergehege
Ein Teil der Elefantenanlage im Zoo Heidelberg
Ein Teil der Elefantenanlage
Einblickmöglichkeit in die Schimpansenanlage im Zoo Heidelberg
Die Schimpansenanlage
Die Gorillaanlage im Zoo Heidelberg
Das Gorillagehege
Das alte Löwengehege im Zoo Heidelberg
Das alte Löwengehege
Die Löwenanlage im Zoo Heidelberg
Die neue Löwenanlage
Einblickmöglichkeit in die Löwenanlage im Zoo Heidelberg
Einblickmöglichkeit in die Löwenanlage
Das Gehege für Rote Pandas im Zoo Heidelberg
Das Gehege der Roten Pandas

Fazit

Alles in allem würde ich sagen, dass der Zoo Heidelberg klein aber fein ist. Ich habe hier jetzt zwar einiges kritisiert, allerdings muss ich auch ehrlich sagen, dass mein Eindruck insgesamt doch sehr positiv war. Gerade der Tierbestand und viele der neueren Gehege haben mir sehr gut gefallen.

Trotzdem bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass wenn es nicht gerade Tigerbabys gibt, ich den Zoo Heidelberg eher für Leute empfehlen würde, die in der Nähe wohnen. Wer sowieso schon eine längere Anreise hätte, könnte sich meiner Meinung nach in der deutschen Zoowelt auch einige deutlich interessantere Ziele aussuchen (Gelsenkirchen, Duisburg, Münster, Köln, Stuttgart, München, Nürnberg, Leipzig, Magdeburg, Berlin, Hannover, Rostock, Schwerin, um nur mal ein paar Namen zu nennen. Einen Großteil dieser Zoos habe ich selbst auch noch nicht besucht und sie alle stehen definitiv auf meiner Liste).

Fotos aus dem Zoo Heidelberg

Inkaseeschwalbe mit Nachwuchs im Zoo Heidelberg
Inkaseeschwalbe mit Nachwuchs im Küstenpanorama
Kampfläufer im Zoo Heidelberg
Kampfläufer
Erdmännchen im Zoo Heidelberg
Erdmännchen
Berberlöwin Binta im Zoo Heidelberg
Berberlöwin Binta
Berberlöwe Chalid im Zoo Heidelberg
Berberlöwe Chalid
Berberlöwe Chalid im Zoo Heidelberg
Reiherente im Zoo Heidelberg
Reiherenten
Reiherente im Zoo Heidelberg
Kuba Flamingo im Zoo Heidelberg
Kuba Flamingo

Der Grund, aus dem ich in den Zoo Heidelberg gefahren bin, waren wie gesagt die drei kleinen Sumatra Tiger. Leider wurde ich hier etwas enttäuscht – zwar habe ich die Kleinen sehen können (und sie waren wirklich toll zu beobachten), aber fotografieren war dort extrem schwierig. Durch die Glasscheibe sind leider fast alle Fotos unscharf geworden, außerdem hat sie einen ziemlich unschönen Farbstich verursacht. Das hat mir mal wieder eindeutig gezeigt, warum ich wirklich kein Freund von Glasscheiben an Tiergehegen bin, vor allem, wenn sie wie in Heidelberg die einzige Einblickmöglichkeit sind.

Außerdem ist es an den beiden einzigen Einblickmöglichkeiten wirklich sehr eng, es handelt sich nämlich um kleine rundliche Hütten, die in die Anlage hineinragen und aus denen man die Tiger dann beobachten kann. An sich eine gute Idee, aber leider überhaupt nicht geeignet, um dem Besucheransturm gerecht zu werden. Und dann wurde der Platz die ganze Zeit, in der ich dort war, von zwei Fotografen belegt, so dass man selbst fast nicht mehr durchgekommen ist. Alles in allem war ich nach dem Besuch bei den Tigerbabys also leider eher genervt, was wirklich sehr schade war.

Wirklich zufrieden bin ich mit den Bildern also nicht, aber zeigen möchte ich sie natürlich trotzdem. Immerhin konnte ich die Kleinen ja überhaupt sehen.

Sumatra Tiger Babys im Zoo Heidelberg
Die kleinen Sumatra Tiger
Sumatra Tiger Baby im Zoo Heidelberg
Sumatra Tiger Babys im Zoo Heidelberg
Sumatra Tiger Baby im Zoo Heidelberg
Sumatra Tiger Baby im Zoo Heidelberg
Sumatra Tigerin Karis im Zoo Heidelberg
Mutter Karis – sie ist die Tochter der inzwischen leider verstorbenen Tigerin Melati aus dem ZSL London Zoo. Ihre Eltern und ihren Bruder Achilles konnte ich 2018 noch dort besuchen.
Sumatra Tiger Babys beim Spielen im Zoo Heidelberg
Sumatra Tiger Baby im Zoo Heidelberg
Streifenskunk im Zoo Heidelberg
Streifenskunk
Taube im Zoo Heidelberg
Eine Taube – leider habe ich hier das Schild nicht abfotografiert und die Art auch im Internet nicht wiedergefunden.
Waschbär im Zoo Heidelberg
Waschbär
Asiatischer Elefantenbulle im Zoo Heidelberg
Einer der jungen Asiatischen Elefantenbullen – auch Ludwig aus dem Tierpark Hellabrunn (geboren 2011) lebt hier
Amazonas-Sonnenralle im Zoo Heidelberg
Sonnenralle in der wirklich gelungenen Südamerikavoliere
Asiatischer Elefantenbulle im Zoo Heidelberg
Noch ein Mitglied der Jungbullen-WG
Sumatra Tiger Baby im Zoo Heidelberg
Etwas später konnte ich die Tigerbabys nochmal kurz in der alten Tigeranlage sehen – die ist zwar optisch wirklich nicht schön, aber immerhin konnte ich hier durch Gitter und nicht durch Glas fotografieren
Sumatra Tiger Baby im Zoo Heidelberg
Stachelschwein im Zoo Heidelberg
Stachelschwein
Seychellen-Riesenschildkröte im Zoo Heidelberg
Seychellen-Riesenschildkröte
Roter Panda im Zoo Heidelberg
Roter Panda
Roter Panda im Zoo Heidelberg
Kaiserschnurrbart-Tamarin im Zoo Heidelberg
Kaiserschnurrbart-Tamarin im Affenhaus
Flachlandgorilla im Zoo Heidelberg
Flachlandgorilla Details
Schwarzschwanz-Präriehunde im Zoo Heidelberg
Präriehunde
Kuba Flamingos im Zoo Heidelberg
Kuba Flamingos
Asiatischer Elefantenbulle im Zoo Heidelberg
Asiatischer Elefant
Gähnende Kurzkrallenotter im Zoo Heidelberg
Kurzkrallenotter
Mandschurenkranich im Zoo Heidelberg
Mandschurenkranich
Junge Syrische Braunbärin Merle im Zoo Heidelberg
Die junge Syrische Braunbärin Merle
Syrische Braunbärin mit Nachwuchs im Zoo Heidelberg
Merle und Mutter Ronja
Syrischer Braunbär im Zoo Heidelberg
Ronja
Syrischer Braunbär im Zoo Heidelberg
Syrisches Braunbärenbaby Merle im Zoo Heidelberg
Merle
Syrisches Braunbärenbaby Merle im Zoo Heidelberg
Kronenmaki im Zoo Heidelberg
Kronenmaki
Grünwangenamazone im Zoo Heidelberg
In der Südamerikavoliere – Grünwangenamazone
Argentinische Ruderente im Zoo Heidelberg
Argentinische Ruderente – die Möglichkeit, den Tieren hier auf Augenhöhe zu begegnen, ist wirklich toll und etwas, das ich so bisher in keinem anderen Zoo sehen konnte

Das waren die Bilder aus dem Zoo Heidelberg, ich hoffe, sie haben dem ein oder anderen gefallen. Um ehrlich zu sein bin ich mit den Ergebnissen aus der Wilhelma Stuttgart, die ich am nächsten Tag besucht habe, aber deutlich zufriedener. Und außerdem sind junge Schneeleoparden meiner bescheidenen Meinung nach nochmal deutlich süßer als Tigerbabys – und das sage ich als Tigerfan seit ich denken kann. Ihr könnt also gespannt sein auf die Wilhelmabilder, die hoffentlich auch bald kommen werden.

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