Ein Besuch in der Wilhelma Stuttgart im Juli 2021

Die Wilhelma Stuttgart ist ein Zoo, der bei mir mit jedem Besuch aufs Neue sehr zwiegespaltene Gefühle auslöst. Warum das so ist, was die Besonderheiten des Parks sind und natürlich jede Menge Fotos unter anderem von den drei Schneeleopardenbabys, wegen denen ich letzten Sommer überhaupt nach Stuttgart gefahren bin – all das gibt es in diesem Beitrag.

Mein Besuch in der Wilhelma war Teil einer zweitägigen Zooreise nach Baden-Württemberg. Am ersten Tag ging es wegen der Sumatra Tiger-Babys in den Zoo Heidelberg – einen Zooeindruck mit vielen Bildern gibt es hier – und am zweiten Tag dann in die Wilhelma, hauptsächlich, um den Schneeleopardennachwuchs zu fotografieren, was mir tatsächlich auch gelungen ist. Bevor wir zu den Bildern kommen, will ich aber zuerst meine Eindrücke aus der Wilhelma mit euch teilen.

Die Wilhelma Stuttgart

Die Wilhelma ist circa 30 Hektar groß und ist laut Wikipedia nach dem Berliner Zoo der zweitartenreichste Zoo Deutschlands. Sie ist nicht nur ein Zoo, sondern gleichzeitig auch ein botanischer Garten – eine Kombi, die ich persönlich ziemlich spannend finde. Auch wenn ich natürlich hauptsächlich aufgrund der Tiere gekommen bin, finde ich, dass die verschiedenen teils ungewöhnlichen Pflanzenarten dem Park an vielen Stellen das gewisse Etwas verleihen.

Die Wilhelma entstand im 19. Jahrhundert als Schlossanlage im Auftrag des würtembergischen Königs Wilhelm I. und wurde im maurischen Stil errichtet. Erst Mitte des 20. Jahrhundert wurde aus der Wilhelma ein Zoo.

Diese beiden Faktoren – der integrierte botanische Garten und die wunderschönen historischen Bauten – stellen im Vergleich zu andernen Zoos natürlich wesentliche Alleinstellungsmerkmale dar. Die Wilhelma hätte durch ihre einzigartige Parkanlage meiner Meinung nach das Potential, einer der besten Zoos in Deutschland zu werden. Die neuen und erneuerten Gehege sprechen dafür.

Trotzdem ist der zoologisch-botanische Garten noch sehr weit davon entfernt. Warum? Im folgenden möchte ich euch meine persönlichen Gedanken zur Wilhelma aufzeigen.

Was mir an der Wilhelma gefällt

Da man ja immer mit dem Lob beginnen sollte, hier erstmal ein paar allgemeine Aspekte, die mir an der Wilhelma sehr gut gefallen.

Wie bereits erwähnt ist die Parkanlage einfach nur wunderschön. Den vielleicht größten Teil macht die historische Schlossanlage im unteren Teil des Zoos aus. Hier leben insgesamt weniger Tierarten, das ganze erinnert eher an einen Schlossgarten, in den das ein oder andere Tiergehege und einige Gewächshäuser integriert sind. Das Zentrum bildet hierbei der maurische Garten mit seinem berühmten Seerosenteich in der Mitte, der in seiner Gesamtheit ein optisches Highlight darstellt.

Hinter dem maurischen Garten steigt die Parkanlage relativ steil an – an diesem Hang befindet sich unter anderem auch der Gebirgstierteil – bevor man als Besucher schließlich den oberen Zooteil erreicht. Dieser erinnert dann auch deutlich mehr an einen klassischen Zoo.

Insgesamt ist die Parkanlage also nicht nur sehr schön, sondern auch noch ziemlich abwechslungsreich. Eigentlich sind das die perfekten Gegebenheiten für einen tollen Zoo.

Ein weiteres Plus der Wilhelma ist der tolle Tierbestand. Es gibt viele Katzenarten (Asiatischer Löwe, Jaguar, Gepard, Schneeleopard und Serval; bei meinem Besuch lebte außerdem noch der letzte Persische Leopard und demnächst sollen auch wieder Tiger in die Wilhelma ziehen), viele Affen- und Vogelarten, ein sehr großes Aquarium mit vielen Fischen und Reptilien, einige Besonderheiten (Okapi, Waldhund, Dschelada, Basstölpel, die neuen Servale, Tamanduas und demnächst Koalas) und allgemein fast alles, was man sich in einem Zoo wünschen könnte.

Kritik

Wenn wir über den Tierbestand sprechen, gelangen wir auch gleich zu meinem größten (und allgemein gesprochen vermutlich einzigen) Kritikpunkt: Die Unterbringung all dieser vielen Tierarten. Die Parkanlage bemisst 30 Hektar und ein sehr großer Teil davon besteht aus dem historischen Teil rund um den Maurischen Garten, großen Wiesen als Ruheplätze für die Besucher oder botanischen Teilen. Überall dort wird der Platz logischerweise nicht für Tieranlagen genutzt (und wenn doch wirken sie etwas in die Ecke gedrängt) – wen wundert es also noch, dass gerade viele größere Tierarten in Gehegen leben, die ich zumindest bedenklich finde?

Ein paar Beispiele: Die alte Anlage der Goldstirn-Klammeraffen ist eine absolute Katastrophe, sie besteht aus zwei kleinen quadratischen Betoninseln, die jeweils um die vier mal vier Meter groß sein dürften. Verbunden sind die beiden Inseln und das Innengehege über je einen langen Holzbalken, auf den Inseln selbst steht jeweils ein kleines Holzklettergerüst, das genauso gut von einem der Kinderspielplätze stammen könnte. Außer ein paar wenigen kleinen Holzkisten in diesen Klettergerüsten gibt es keine Rückzugsmöglichkeiten, keinen Schatten, keinen Naturboden – gar nichts. Die Affen leben hier wie auf dem Präsentierteller – und zwar einem ziemlich hässlichem Präsentierteller. Aus zoohistorischer Sicht mag diese Anlage interessant sein, aber das darauf im Jahr 2022 ernsthaft noch Tiere gehalten werden, ist für mich unverzeihlich. Man kann über Haltungsbedingungen immer streiten, aber in diesem Fall kann es aus meiner Sicht eigentlich keine zwei Meinungen geben.

(Anmerkung: Alle Gehege-Fotos wurden mit dem Smartphone aufgenommen und sind rein dokumentarisch.)

Die Anlage der Goldstirn-Klammeraffen in der Wilhelma Stuttgart
Die Außenanlage der Goldstirn-Klammeraffen

Nicht viel besser sieht es bei den Asiatischen Elefanten aus. Hier leben zwei etwas ältere Kühe auf einer sehr kleinen Anlage im Dickhäuterhaus. Optisch nicht so schlecht, aber einfach viel zu klein. Punkt. Die benachbarte Außenanlage für die Panzernashörner (und ja, es ist nur ein Gehege, obwohl Panzernashörner Einzelgänger sind) ist nicht viel besser, fällt aber neben der Elefantenanlage nicht ganz so negativ auf.

Das waren die meiner Meinung nach beiden größten Baustellen in der Wilhelma, und für die Elefanten ist immerhin auch schon eine komplett neue Anlage im oberen Parkteil in Planung – an der Stelle, an der im Moment noch der „Bauernhof“ steht, wenn man ihn denn so nennen möchte. Die Pläne hierfür gefallen mir auch extrem gut und erinnern ein wenig an den Kaeng Krachan Elefantenpark im Zoo Zürich, nur bis das Vorhaben realisiert wird, könnte es wohl noch eine Weile dauern.

Die Elefanten-Anlage in der Wilhelma Stuttgart
Die Anlage der Asiatischen Elefanten. Mehr Platz ist da auch nicht mehr – links hinten ist bereits ein Teil der Panzernashorn-Anlage zu sehen.

Des weiteren gibt es natürlich noch viele andere Gehege, die vielleicht nicht ganz so katastrophal sind, die mir aber trotzdem nicht oder nur mäßig gefallen und die ich hier erwähnen möchte:

Die Doppelanlage der Schabrackentapire im alten Flusspferdhaus ist nicht schlecht, ich persönlich fand die beiden Gehege aber beide etwas klein. Anscheinend scheint es aber einfach nicht in Mode zu sein, dieser Tapirart viel Platz zu geben – alle anderen Haltungen, die mir spontan einfallen (im Leipziger Gondwanaland, im Tiergarten Nürnberg, und bis 2017 im Tierpark Hellabrunn) sind nicht unbedingt größer (gewesen). Wer weiß, vielleicht haben Tapire ja einfach keinen hohen Bewegungsdrang?

Eine der beiden Anlagen für Schabrackentapire in der Wilhelma Stuttgart
Eine der beiden Außenanlagen für Schabrackentapire

Ebenfalls nicht schön finde ich die Jaguar-Käfige. Nach dem Tod des letzten Leoparden dürften dieser Katzenart nun zwar immerhin zwei (bis vielleicht drei) Käfige im Raubtierhaus zur Verfügung stehen – früher war es lange Zeit nur ein Käfig pro Art – doch wirklich gut ist das ehrlich gesagt immer noch nicht. Und während die meisten anderen Jaguaranlagen in Zoos zwar nicht immer größer sind, sind diese zumindest für Besucher etwas ansehnlicher gestaltet. Die klassischen Käfige vor dem Raubtierhaus mit den massiven Gitterstäben sind einfach nicht schön und es macht mir persönlich absolut keinen Spaß, die Tiere darin zu beobachten.

Weitere Bewohner des Raubtierhauses sind die beiden Asiatischen Löwenbrüder Kajal und Shapur. Sie leben auf der einzigen großen und gitterlosen Freianlage des Hauses, auf der früher die Sumatra Tiger gelebt haben. Ich finde das Gehege ehrlich gesagt auch nicht schlecht (zumindest für ein klassisches Raubtiergehege), und für die Sumatra Tiger hat mir das Gehege früher sogar ziemlich gut gefallen. Wirklich gut ist die Haltung aber eigentlich auch nicht. Mittelmäßig.

Die Anlage der Asiatischen Löwen in der Wilhelma Stuttgart
Die Löwenanlage

Gegenüber des Raubtierhauses liegt die erste der beiden Gepardenanlagen der Wilhelma. Diese ist die ältere und auch deutlich schlechtere der beiden – auf ihr leben die zwei Gepardenmännchen. Für das Weibchen wurde letztes Jahr die alte Eisbärenanlage im Gebirgsteil des Zoos umgestaltet, die neue Anlage gefällt mir soweit auch gut. Die alte Gepardenanlage aber ist meiner Meinung nach etwas arg klein und wirkt ein wenig „wie auf dem Präsentierteller“, wirklich komplett schlecht ist sie aber auch nicht. Auch hier: klassisch mittelmäßig.

Das waren jetzt mal ein paar der Anlagen in der Wilhelma, die mir nicht wirklich gefallen und die ich hier ansprechen wollte. Leider gibt es noch viele weitere Gehege, mit denen man diese Aufzählung hier fortsetzen könnte und müsste, etwa die für Gibbons, Okapis, Giraffen oder Pinguine. Keines dieser Gehege ist wirklich schlecht, aber wirklich gut sind sie auch nicht. Ich denke mal, das grundsätzliche Problem ist angekommen.

Die Pinguin-Anlage in der Wilhelma Stuttgart
Die Anlage der Brillenpinguine gleich neben dem Eingang

Ein weiterer Punkt, der mir nicht gefällt, ist die Tatsache, dass im gesamten Zoo extrem viel Beton und sehr viele Gitter verbaut wurde. Das ist für die Tiere nicht zwingend schlechter, aber es sieht einfach nicht schön aus. Ich glaube, ich kenne keinen anderen Zoo, in dem es so viel Beton zu sehen gibt wie in der Wilhelma.

Weitere Gehege in der Wilhelma

Im Folgenden möchte ich noch über einige weitere einzelne Gehege sprechen, die mir in der Regel aber eher positiv aufgefallen sind. Es soll ja hier kein falscher Eindruck entstehen, denn in den letzten Jahren ist in der Wilhelma auch schon viel passiert.

Eine der neuesten Anlagen ist die Schneeleopardenanlage aus dem Jahr 2018. Sie entstand an der Stelle, an der früher das alte Schneeleopardengehege stand, ist aber deutlich größer und um ein Vielfaches schöner. Ich kenne ja inzwischen schon einige sehr schöne und teils auch recht neue Schneeleopardengehege (Karlsruhe, Leipzig, Nürnberg, Salzburg, Zürich) und ich muss sagen, dass die Wilhelma da sehr weit oben mitspielt. Mir gefällt die Anlage aus tierhalterischer Sicht zum Beispiel besser als das neue Gehege in Leipzig, und das muss ja etwas heißen. Die Anlage ist perfekt in den Hang eingebettet und lässt sich insgesamt in drei Bereiche unterteilen – zwei große und ein kleiner. Die Besucher können die Tiere hier auf Augenhöhe, von oben und von unten durch Glasscheiben und ein dünnes Gitternetz hindurch beobachten. Sehr gelungen, auch optisch!

Ein Teil der neuen Schneeleoparden-Anlage in der Wilhelma Stuttgart
Ein Teil der Schneeleopardenanlage
Der Besucherbereich der neuen Schneeleoparden-Anlage in der Wilhelma Stuttgart
Der Besucherbereich mit verschiedenen Einsichtmöglichkeiten

Allgemein ist der Gebirgs-Komplex, in dem die Schneeleopardenanlage liegt, sehr schön geworden. Viel wurde hier nicht neu gebaut, das meiste war vorher schon vorhanden, doch die Gehege und der Bereich wurden sehr geschickt verbessert und aufgewertet. Die alte und viel zu kleine Eisbärenanlage wurde für die Gepardin aufgehübscht, die Brillenbärenanlage wurde nach dem Tod des Braunbären stark vergrößert und ist nun perfekt für diese aus den Anden stammende Bärenart geeignet, außerdem wurde eine neue Voliere für Falkland-Karakaras und Dampfschiffenten perfekt in den Anlagenkomplex eingegliedert. Der Rest (Anlagen für Steinböcke, Markhore und Biber) ist im Prinzip unverändert geblieben, war aber vorher schon ziemlich gut. Einzig das Gehege für Mähnenwölfe könnte man vielleicht noch etwas vergrößern.

Auch wenn die Tiere thematisch nicht so ganz zusammenpassen (sie kommen alle von verschiedenen Kontinenten, und was haben bitte Geparden mit dem Gebirge zu tun?), gefällt mir dieser Zooteil insgesamt extrem gut. Vor allem von der deutlich verbesserten und vergrößerten Brillenbärenanlage war ich sehr positiv überrascht. Wenn sich die ganze Wilhelma auf dieses Niveau entwickeln würde, könnte sie auch wegen der einzigartigen Parkanlage in anderen Teilen des Parks zu einem der besten Zoos in Deutschland werden.

Voliere im Gebirgsteil der Wilhelma Stuttgart
Die Voliere für Karakaras und Dampfschiffenten. Als Besucher kann man den Tieren hier sehr nahe kommen.
Der untere Teil der Brillenbären-Anlage in der Wilhelma Stuttgart
Der untere Teil der Brillenbärenanlage. Hier lebten früher die Syrischen Braunbären.

Bei der neuen Gepardenanlage war ich vorher ehrlich gesagt sehr skeptisch, vor allem, da ich das alte Eisbärengehege noch kannte und es als extreme Betonwüste in Erinnerung habe, doch auch hier war ich positiv überrascht. Vor allem gefällt mir der neu errichtete Aussichtspunkt auf dem Dach der Innenanlage, von dem aus die Gepardin theoretisch über Stuttgart blicken kann. Sehr clever gemacht. Die Anlage könnte trotzdem größer sein und vielleicht noch etwas mehr Vegetation vertragen, aber auch so ist das Gehege schon sehr solide.

Die neue Geparden-Anlage in der Wilhelma Stuttgart
Der größere Teil der neuen Gepardenanlage
Die neue Gepardenanlage in der Wilhelma Stuttgart
Der kleine Teil des Gepardengeheges mit dem Aussichtsbereich für die Gepardin.

Möglicherweise mein Lieblingsteil der Wilhelma ist das Amazonienhaus und die benachbarte Schmetterlingshalle mit Insektarium. Alleine schon aus architektonischer Sicht gefallen mir die Häuser sehr gut – ich mag moderne Architektur in Zoos ziemlich gerne, und in der Wilhelma wurde sie an dieser Stelle meiner Meinung nach ziemlich gut in die bestehende Parkanlage eingebunden.

Auch aus Tiersicht sind beide Häuser sehr gelungen, auch wenn die Affenanlagen im Amazonienhaus in Summe vielleicht noch etwas größer hätten sein können. Ein paar mehr Tierarten insgesamt (zum Beispiel mehr freifliegende Vogelarten) hätten dem Haus auch noch gut getan, aber auch so ist dieser künstliche Regenwald ein tolles Erlebnis.

Was Tierbegegnungen angeht ist die etwas kleinere, aber im gleichen Stil gebaute Schmetterlingshalle fast noch toller, denn hier kann man neben den Insekten auch Flugfüchsen sehr nahe kommen.

Im Amazonienhaus der Wilhelma Stuttgart
Im Amazonienhaus

Ein Zoobereich, den ich unbedingt ansprechen will, ist das neue Menschenaffenhaus aus dem Jahr 2013. Hier leben Bonobos und Gorillas auf wunderschönen Außenanlagen und leider sehr unschönen Innenanlagen, kurz gesagt.

Bei den Außenanlagen sagen Bilder mehr als tausend Worte. Sie sind ausreichend groß und sehr grün geworden und gefallen mir wirklich extrem gut. Gerade die Bonoboanlage wirkt durch den dichten Bewuchs und dadurch, dass sie etwas verwinkelt ist, wie ein richtiger Urwald mit Lichtungen dazwischen, auf denen man die Tiere beobachten kann.

Was man sich aber bei der Gestaltung der Innenanlagen gedacht hat, verstehe ich nicht. Man kann bestimmt darüber diskutieren, aber ich persönlich bin der Ansicht, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, Menschenaffen auf Beton zu halten. Mal ganz abgesehen davon, dass ich die Innenanlagen auch noch ziemlich klein fand. Bei einem älteren Tierhaus würde ich sowas ja noch verstehen, aber das Menschenaffenhaus ist keine zehn Jahre alt, und dann ist sowas einfach nur traurig.

(Anmerkung: Bei meinem Besuch 2021 war das Menschenaffenhaus übrigens wegen Corona geschlossen, ich war aber 2013 und 2017 schon mal drinnen und kenne das Haus also trotzdem.)

Ein Teil der Außenanlage der Bonobos in der Wilhelma Stuttgart
Ein kleiner Teil der sehr grünen und sehr dicht bewachsenen Bonobo-Anlage
Die Außenanlage der Gorillas in der Wilhelma Stuttgart
Die Außenanlage für Gorillas

Es gäbe noch viele weitere Gehege, mit denen ich mich hier eine Weile beschäftigen könnte, aber ich belasse es mal hierbei und zähle im Folgenden einfach noch ein paar weitere tierhalterisch und gestalterisch gelungene Anlagen auf: Die große begehbare Voliere am Eingang, das Zebragehege und das benachbarte Erdmännchengehege, die Bongoanlage, die Krokodilhalle im Aquarium, das Aquarium allgemein, und noch einiges mehr.

Die Anlage der Grevy-Zebras in der Wilhelma Stuttgart
Die Anlage für Grevy-Zebras
Ein Teil der großen Vogelvoliere in der Wilhelma Stuttgart
Ein Teil der großen Voliere
Der Haupteingang der Wilhelma Stuttgart
Blick auf den Haupteingang. Auch hier gefällt mir die Verknüpfung von moderner Architektur und historischen Elementen sehr gut.

Fazit

Ich tue mich schwer, für die Wilhelma ein Fazit zu ziehen. Ein Besuch dort ist für mich immer wieder ein zweischneidiges Schwert. Einerseits wurde ich auch diesmal durch viele schöne Tierbegegnungen begeistert, nicht zuletzt bei den Schneeleopardenbabys, wegen denen ich hauptsächlich in die Wilhelma gefahren bin. Auch sonst gibt es hier immer etwas zu entdecken, denn der Tierbestand ist einfach toll.

Aber es gibt eben leider noch sehr viele Altlasten und Gehege, die sehr stark verbesserungswürdig sind, ich denke, das ist weiter oben sehr deutlich geworden. Und ich glaube, ich kenne wenige Zoos in Deutschland, in denen ich so oft schlucken musste wie in der Wilhelma. Ein Zoo kann noch so schön sein, wenn es nur zwei oder drei tierhalterisch wirklich schlechte Gehege gibt, dann lastet das immer wie ein Schatten über dem gesamten Besuch, und leider ist das in der Wilhelma auch der Fall. Ich wünsche mir auf jeden Fall, das hier in den nächsten Jahren etwas passiert, vor allem bei den Klammeraffen, Nashörnern und Elefanten. Im Notfall sollte man vielleicht einfach die Haltung beenden, zumindest bei den beiden ersteren.

Insgesamt ist die Wilhelma aber auf einem guten Weg, im Vergleich zu meinem letzten Besuch 2017 war ich schon sehr positiv überrascht, vor allem aufgrund des stark aufgewerteten Gebirgsteils mit der neuen Schneeleopardenanlage, aber auch sonst habe ich den Eindruck, dass viele Kleinigkeiten verbessert wurden.

Anfang 2022, also nach meinem Besuch, wurde außerdem das neue Kleinsäugerhaus eröffnet, in dem jetzt unter anderem Tamanduas zu sehen sind. Und auch in Zukunft ist viel geplant, so laufen im Moment noch die Bauarbeiten für das neue Australienhaus, in dem dann auch Koalas gehalten werden sollen. Auch zwei Servale sind vor kurzem im Raubtierhaus der Wilhelma eingezogen, für diese neue Tierart soll im Laufe des Jahres eine eigene Anlage zwischen den Somali-Wildeseln und dem Menschenaffenhaus gebaut werden. Zudem ist in naher Zukunft ein neues Gehege für Sibirische Tiger geplant, die Pläne hierfür gefallen mir gut (Auch wenn ich es ehrlich gesagt extrem schade finde, dass die Wilhelma nicht weiterhin die deutlich seltener in Deutschland gezeigten Sumatra Tiger halten möchte, aber gut).

Wenn die Wilhelma es also schafft, ihre Altlasten zu beseitigen, weiterhin so schöne neue Anlagen wie in den letzten Jahren eröffnet und gleichzeitig den tollen Tierbestand beibehalten und ergänzen kann, dann könnte sie durch ihre Kombination aus zoologischem und botanischem Garten und mit der tollen historischen Parkanlage wirklich zu einem der besten Zoos in Deutschland werden. Vielleicht. Irgendwann mal. Das Potential wäre da…

Fotos

Fotografisch ist die Wilhelma schwierig, da es wie schon gesagt in fast keinem anderen Zoo so viel Beton gibt, und auch Gitter findet man hier noch sehr häufig, vor allem auch bei Huftieranlagen, was man in anderen Zoos gar nicht mehr wirklich gewöhnt ist. Bei meinem Besuch im Juli war es außerdem wenig überraschend ziemlich heiß, was schlechtes Licht und wenig aktive Tiere bedeutete.

Da die Wilhelma im Sommer aber zum Glück bis 20 Uhr geöffnet ist (wie sehr würde ich mir das auch für Hellabrunn wünschen!), wurde es im Laufe des Tages zum Glück immer angenehmer und kurz vor Zooschluss konnte ich dann noch die Schneeleopardenbabys im Abendlicht beobachten und fotografieren. Definitiv einer der schönsten Zoo-Momente aus 2021.

Soldatenkiebitz in der Wilhelma Stuttgart
In der großen Voliere – Soldatenkiebitz
Geierperlhuhn in der Wilhelma Stuttgart
Geierperlhuhn
Brillenbär in der Wilhelma Stuttgart
Brillenbär
Schneeleopard in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopard – bis zum Abend waren hier nur die Eltern aktiv zu sehen und ich hatte zwischenzeitlich schon Angst, dass ich mein eigentliches Ziel, die Schneeleopardenbabys zu fotografieren, gar nicht erreichen würde.
Okapi in der Wilhelma Stuttgart
Okapi
Asiatischer Löwe in der Wilhelma Stuttgart
Asiatischer Löwe
Rotgesichtsmakake in der Wilhelma Stuttgart
Rotgesichtsmakake
Klippschliefer in der Wilhelma Stuttgart
Klippschliefer
Stirnlappenbasilisk im Amazonienhaus in der Wilhelma Stuttgart
Stirnlappenbasilisken im Amazonienhaus
Stirnlappenbasilisk im Amazonienhaus in der Wilhelma Stuttgart
Flugfuchs in der Wilhelma Stuttgart
In der Schmetterlingshalle – Flugfuchs
Schmetterling in der Wilhelma Stuttgart
Schmetterling
Emu Details in der Wilhelma Stuttgart
Emu Details
Fisch im Aquarium in der Wilhelma Stuttgart
Im Aquarium
Basilisken-Klapperschlange in der Wilhelma Stuttgart
Basilisken-Klapperschlange – über die vielen Reptilienarten hier freue ich mich immer wieder sehr
Blauer Bambus-Taggecko in der Wilhelma Stuttgart
Blauer Bambus-Taggecko
Vietnamesische Langnasennatter in der Wilhelma Stuttgart
Vietnamesische Langnasennatter
Clarks-Anemonenfisch im Aquarium in der Wilhelma Stuttgart
Clarks-Anemonenfisch
Kanadischer Biber in der Wilhelma Stuttgart
Kanadischer Biber
Gepard in der Wilhelma Stuttgart
Gepardin Niara
Bonobo in der Wilhelma Stuttgart
Bonobos
Bonobo in der Wilhelma Stuttgart
Erdmännchen in der Wilhelma Stuttgart
Erdmännchen
Erdmännchen in der Wilhelma Stuttgart
Mähnenwolf in der Wilhelma Stuttgart
Mähnenwolf
Goldener Pfeilgiftfrosch in der Wilhelma Stuttgart
Goldener Pfeilgiftfrosch im Amazonienhaus
Gähnender Schneeleopard in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardin Kailash
Schneeleopardin mit Nachwuchs in der Wilhelma Stuttgart
Mutter Kailash mit Kind
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Eines der drei weiblichen Jungtiere
Schneeleopard in der Wilhelma Stuttgart
Vater Ladakh
Schneeleopard in der Wilhelma Stuttgart
Kailash
Schneeleopardin mit Nachwuchs in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardin mit Nachwuchs in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Gähnender Schneeleopard in der Wilhelma Stuttgart
Spielende Schneeleopardenbabys in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopard in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopard mit Baby in der Wilhelma Stuttgart
Irgendwann trauten sich die drei Jungtiere dann endlich vom Dach, auf dem sie den Tag verbracht hatten, herunter und beäugten ihren herumstreifenden Vater skeptisch.
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Nachwuchs bei den Schneeleoparden in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart
Schneeleopardenbaby in der Wilhelma Stuttgart

Das wars aus der Wilhelma – ein Besuch dort lohnt sich wirklich jedes Mal, auch trotz der vielen Altlasten. Ich freue mich jedenfalls schon aufs nächste Mal, spätestens wenn die Tigeranlage fertig ist möchte ich den Zoo wieder besuchen!

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