Titelbild Tipps für die Zoofotografie

Tipps für die Zoofotografie

In diesem Artikel möchte ich einige Tipps für die Zoofotografie geben und erklären, wie ich meine Tierbilder in Zoos mache. Ich bin natürlich noch lange kein Profi darin, trotzdem habe ich auf diesem Gebiet der Fotografie in den letzten Jahren doch schon die ein oder andere Erfahrung gemacht, die ich hier gerne teilen möchte.

Achtung: Wer nicht den ganzen Text lesen möchte (weil lang), der kann jetzt sehr gerne bis zum Ende des Artikels scrollen, dort habe ich die vier meiner Meinung nach wichtigsten (nicht technischen) Tipps nochmal in aller Kürze und stichpunktartig zusammengefasst. Wer es lieber ausführlicher und detaillierter sowie mit Beispielbildern erklärt haben möchte – viel Spaß beim Lesen!

Bevor es losgeht eine kurze Anmerkung zu den gezeigten Fotos: sofern nicht anders angegeben stammen die Bilder aus dem Tierpark Hellabrunn.

Ausrüstung

Kamera und Objektiv

Fangen wir mit der Ausrüstung an. Normalerweise würde ich jetzt sagen, dass diese erstmal nicht so wichtig ist und man mit fast allem gute Bilder schießen kann. In der Stadt zum Beispiel wird ein Profi mit einem Smartphone oder einer kleinen Kompaktkamera trotzdem bessere Bilder machen als jemand mit einer 5000-Euro-Kamera, der keine Ahnung von Bildgestaltung und Fotografie hat. Eine bessere Kamera macht es einem hier zwar leichter und liefert grundsätzlich eine bessere Bildqualität, ändert aber nichts an den eigentlichen Bildern.

In der Zoofotografie gilt dies leider nicht. Hier braucht man mindestens mal zwei Dinge: ein Teleobjektiv (oder wahlweise auch ein Superzoomobjektiv, das fest in einer Kompakt- oder Bridgekamera verbaut ist) und einen schnellen Autofokus. Mit einem Smartphone oder dem Standard-Kitobjektiv wird man hier keine guten Tierbilder bekommen.

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass man mehrere tausend Euro für eine Profikamera ausgeben muss, denn einen guten Autofokus haben heutzutage schon die meisten Einsteigerkameras, die man mehr oder weniger günstig bekommt. Mir persönlich reicht das, einen teuren Kamerabody bräuchte ich gar nicht.

Mit guten und gleichzeitig bezahlbaren Teleobjektiven ist es etwas schwieriger. Meistens gibt es bei den unterschiedlichen Herstellern ja einerseits die richtig guten aber eben auch teuren Teleobjektive, oder eben sehr Günstige aber (scheinbar) auch nicht wirklich Gute. Irgendwas dazwischen zu finden kann dann schon schwierig werden, vielleicht lohnt sich aber auch mal der Blick auf den Gebrauchtmarkt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass man auf keinen Fall eine Profikamera mit Profilinse kaufen muss, trotzdem gilt in der Zoo- und allgemein Tierfotografie: je besser (und schneller) die Ausrüstung, desto höher die Chance auf gute Bilder. Heutzutage scheint der Autofokus aber auch schon bei günstigeren Kameramodellen so gut zu sein, dass Einsteigerkameras meistens reichen.

Stativ im Zoo – Ja oder Nein?

Noch ein paar Sätze zum Thema Stativ: Ich persönlich benutze im Zoo kein Stativ, da es mir viel zu unflexibel wäre und meine Ausrüstung noch sehr gut tragbar ist. Ein Stativ ist für mich hier eher ein Hindernis als eine Hilfe.

Da man im Zoo außerdem mit sehr kurzen Belichtungszeiten arbeitet, besteht auch die Gefahr, ein Bild zu verwackeln, meistens nicht. Der häufigste Grund, warum Zoobilder unscharf werden, sind schnelle Bewegungen von Tieren und gegen die hilft auch ein Stativ nichts.

Trotzdem sieht man viele Zoofotografen, die mit (Einbein-)Stativ unterwegs sind. Das sind dann aber meistens die echten Profis mit einer Nikon D5 oder Canon 1DX und riesigen Teleobjektiven, die mit ihrer Ausrüstung auch so wie sie ist zu Olympia oder zu einem Championsleaguespiel an den Spielfeldrand fahren könnten. Da der große Nachteil von so einem Equipment neben dem exorbitanten Preis vor allem das hohe Gewicht ist, ist es hier natürlich verständlich, dass die Fotografen mit Stativ unterwegs sind, denn mit so einem Objektiv einen Tag lang durch den Zoo zu laufen schafft glaube ich kein Normalsterblicher.

Ein weiterer vernünftiger Grund für ein Stativ im Zoo wären noch lange Wartezeiten an Gehegen – wenn man so etwas schon vorher weiß, kann man natürlich auch ein Stativ mitnehmen. Ich persönlich habe das noch nicht gebraucht, kann aber ja mal vorkommen…

Eine Gegenlichtblende ist Pflicht!

Ach ja, bevor ich es vergesse, ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand wurde hier noch nicht erwähnt: die Gegenlichtblende. Diese sollte im Zoo (und am besten auch sonst) immer auf dem Objektiv montiert sein, denn mal abgesehen von den allgemein bekannten nützlichen Eigenschaften wie Schutz der Linse und Verhindern von störenden Lichteffekten im Bild bei z.B. Gegenlicht ist sie vor allem beim Fotografieren durch Glasscheiben sehr hilfreich. Deswegen: eine Gegenlichtblende sollte im Zoo eigentlich immer benutzt werden, und zwar bitte richtig herum vor das Objektiv geschraubt und nicht nach hinten, wie man es immer wieder mal sieht…

Kameraeinstellungen

Kurze Verschlusszeiten benutzen

Tiere haben (nicht immer aber oft) die Eigenschaft, sich zu bewegen, zudem arbeitet man im Zoo mit langen Brennweiten. Das heißt, man braucht kurze Verschlusszeiten um die 1/400 bzw. 1/500 Sekunden und am besten noch kürzer, um das Bild nicht zu verwackeln und um keine Bewegungsunschärfe bei sich schnell bewegenden Tieren zu erhalten.

Delfin im Tiergarten Nürnberg
Dank der Belichtungszeit von 1/1000 Sekunden ist der springende Delfin aus dem Tiergarten Nürnberg scharf
Streitende Jaguare im Zoo Salzburg
Negativbeispiel: Die Belichtungszeit von 1/250 Sekunden war viel zu lang für diese beiden streitenden Jaguare aus dem Zoo Salzburg – bei diesem Bild sind zum Glück die Köpfe einigermaßen scharf geworden, der Rest des Bildes und auch alle anderen Bilder der Serie sind verwackelt bzw. bewegunsunscharf.

Kameramodi

Grundsätzlich gibt es drei Modi, die für mich im Zoo in Frage kommen: Manuell (M), Blendenvorwahl (Av oder A) und Zeitvorwahl (Tv oder auch S).

Der M-Modus

Manuell (M) benutze ich persönlich eher selten, da ich mit den beiden halbautomatischen Modi zufrieden bin und mir das komplett manuelle Einstellen meistens zu lange dauert. Viele Fotografen arbeiten aber auch nur manuell und grundsätzlich schadet es auch nicht, es mal auszuprobieren und die verschiedenen Einstellungen zu verstehen.

Die Blendenvorwahl Av

Die Blendenvorwahl (Av, A) wäre eigentlich meine erste Wahl im Zoo (in der Stadt sowieso) – hier kann man die Blende frei wählen (meistens wird wohl die größtmögliche Blende (heißt kleine Zahl) verwendet werden, um eben auf kurze Verschlusszeiten zu kommen).

Leider neigt meine Kamera in diesem Modus aber dazu, bei der ISO-Automatik lieber einen niedrigeren ISO-Wert einzustellen und dafür eine etwas längere Verschlusszeit zu benutzen (1/250 oder 1/320 Sekunden), was bei sich bewegenden Tieren schon oft zu unscharfen Fotos geführt hat. Deswegen benutze ich diesen Modus im Zoo nicht mehr so gerne. Es gibt bei vielen Kameras aber die Möglichkeit, eine Mindestverschlusszeit einzustellen, die die Kamera nicht unterschreiten darf, das hilft gegen dieses Problem. Bei Canon gibt es diese Funktion allerdings bei den günstigeren Einsteigermodellen nicht (nur bei den teureren Modellen), deswegen kann ich damit leider nicht arbeiten. Und die ISO manuell einzustellen, wie ich es früher noch gemacht habe (damals war ISO wegen dem schlechten Rauschverhalten von Bridgekameras aber auch noch nicht egal für mich), kommt für mich auch nicht mehr in Frage.

Die Zeitvorwahl Tv

Deswegen benutze ich im Zoo inzwischen wenn möglich die Zeitvorwahl (Tv oder S), wo man wie der Name schon sagt eine Verschlusszeit einstellt, während die Kamera die passende Blende und den passenden ISO-Wert dazu wählt. Das Gute daran ist, dass man kein Problem mehr mit zu langen Verschlusszeiten hat, der Nachteil ist, dass man genug Licht dafür braucht, denn bei viel Schatten, an bewölkten Tagen oder in Tierhäusern lassen sich Verschlusszeiten von 1/500 Sekunden und kürzer oft nicht mehr realisieren, so lange der ISO-Wert halbwegs ertragbar bleiben soll. In diesem Fall warnt die Kamera einen dann durch Blinken der Anzeige oder Ähnlichem, dass das Bild zu dunkel wird, leider übersehe ich das immer wieder mal gerne, was dann natürlich ärgerlich ist. Deswegen ist auch die Zeitvorwahl kein Modus, den man einmal einstellt und der dann in jeder Situation funktioniert, weswegen ich im Zoo meistens mit einer Kombination aus Blendenvorwahl und Zeitvorwahl arbeite, je nach Lichtsituation und Tageszeit.

ISO-Automatik einstellen

Neben Blende und Verschlusszeit ist ISO der dritte wichtige Wert, um ein Bild korrekt zu belichten. Wie oben schon erwähnt benutze ich inzwischen die ISO-Automatik, einfach weil es bei neuen Kameras mit APS-C oder Vollformat-Sensor relativ egal ist, ob man mit ISO 100 oder 1600 fotografiert und es zu umständlich wäre, alles per Hand einzustellen. Als ich aber noch mit Bridgekameras fotografiert habe, war der ISO-Wert definitiv nicht egal, denn ISO 200 hat die Bildqualität bei diesem kleinen Sensor schon spürbar verschlechtert und ISO 400 habe ich eigentlich nur im Notfall benutzt.

Bevor du die ISO-Automatik benutzt ist es wichtig, die Grenzen deiner Kamera herauszufinden. Mache doch mal ein paar Testbilder mit verschiedenen (hohen) ISO-Werten und entscheide dann, bis zu welchem Wert das Rauschen für dich kein Problem ist. Für mich ist das ISO 1600 (an einer Canon-APS-C), aber das muss jeder für sich entscheiden.

Danach sollte man im Menü das ISO-Limit, also den maximalen Wert, den die Kamera in der ISO-Automatik benutzen darf, einstellen. Wenn du hier den vorher ermittelten Wert eingibst, kannst du dich danach getrost auf die ISO-Automatik verlassen und musst hier nicht alles selbst einstellen. Solltest du genug Zeit haben oder merken, dass du einen höheren ISO-Wert brauchst, kannst du immer noch manuell den passenden Wert einstellen.

Fischkatzennachwuchs im Tierpark Hellabrunn
Bei diesem Wert war ISO 1600, meine eigentliche Obergrenze bei der ISO-Automatik, nicht mehr genug, deswegen habe ich manuell auf ISO 3200 umgestellt, was aber auch nicht wirklich auffällt. Im Zweifel keine Angst vor hohen ISO-Werten!

Autofokusmodi

Für die Zoofotografie ebenfalls wichtig ist der Autofokusmodus. Es gibt grundsätzlich drei Arten davon, den Einzel-AF (bei Canon OneShot, sonst so weit ich weiß AF-S), hier verändert sich der Fokus nicht, wenn sich das Motiv bewegt (mal ganz grob und leienhaft ausgedrückt); den Continuous Autofokus (bei Canon AI Servo, sonst AF-C), hier verfolgt der Fokus wie der Name schon sagt das Motiv, sobald es sich bewegt; und eine Mischung aus beidem, bei Canon AI Focus.

Die Technik hinter den drei verschiedenen Modi kann ich nicht erklären, aber ich empfehle, es einfach mal selber auszuprobieren, um es zu verstehen. Dazu kann man in den verschiedenen Autofokusarten auf irgendetwas fokussieren, dass sich bewegt (ein Tier, ein Mensch, eine Blume im Wind, die eigene Hand) und dabei den Auslöser halb durchgedrückt halten (wichtig). Während beim Einzel-AF sobald einmal fokussiert wurde der Fokus bleibt wo er ist und das Objekt dadurch unscharf wird, sobald es sich etwas nach vorne oder hinten bewegt, verfolgt der Kontinuierliche AF das Motiv, so dass dieses auch wenn es sich bewegt scharf bleibt.

Für die Zoofotografie brauchen wir den kontinuierlichen AF (AI Servo, AF-S), um Tiere in Bewegung scharf festhalten zu können.

Weißabgleich

Die meisten werden hier wohl einfach den Automatischen Weißabgleich (AWB) benutzen und wer in RAW fotografiert braucht sich darum sowieso nicht zu kümmern, da er den Weißabgleich auch im Nachhinein in der Bildbearbeitung ändern kann. Wer hingegen so wie ich in JPEG fotografiert, sollte sich vielleicht mal damit auseinandersetzen.

Auch wenn der AWB sicher praktisch ist benutze ich ihn nicht (auch nicht auf Reisen oder in der Stadt), weil er bei Tieren bei meiner Kamera immer einen ziemlich starken Blaustich verursacht, die Farben wirken dann ziemlich kühl und unnatürlich, was mir überhaupt nicht gefällt. Auch auf Reisen oder in der Stadt hat er sich bei mir als nicht sehr zuverlässig erwiesen und sorgte immer wieder für verschiedene Farbstiche, weswegen er bei mir grundsätzlich unten durch ist. Das muss aber jeder für sich wissen – wer mit dem Automatischen Weißabgleich keine Probleme hat und wem die Bildfarben damit gefallen, der kann ihn getrost benutzen und hat kein Problem mit diesem Thema.

Während ich in der Stadt und im Urlaub je nach Licht abwechselnd mit der Einstellung Tageslicht oder Wolkig arbeite (und ganz selten doch mal mit dem AWB oder einer anderen Einstellung), benutze ich im Zoo grundsätzlich und in 99 Prozent der Fälle den Tageslicht-Weißabgleich. Auf mich persönlich wirken die Farben bei Tierfotos dann am natürlichsten und auch am originalgetreusten und bisher hat der Weißabgleich im Zoo mit dieser Einstellung eigentlich immer gestimmt. Das ist aber natürlich einerseits Geschmackssache und andererseits vom Kamerahersteller abhängig – muss jeder für sich selbst entscheiden.

Serienbildmodus

Den Serienbildmodus sollte man im Zoo zumindest bei sich bewegenden Tieren eigentlich immer aktiviert haben, es steigert auf jeden Fall die Trefferquote. Löschen kann man hinterher immer noch.

Sibirischer Tiger Jegor im Wasser Tierpark Hellabrunn
Dank Serienbildern habe ich Tiger Jegor genau im richtigen Moment erwischt

Bildformat: RAW oder JPEG?

Ich habe es oben schon erwähnt gehabt, ich fotorafiere grundsätzlich in JPEG. Das hat den Nachteil, dass ich in der Nachbearbeitung nicht mehr viel aus den Bildern rausholen könnte (Weißabgleich verändern, Schatten stark aufhellen, etc, all das geht mit JPEG nicht so gut bis gar nicht) und mir vor Ort beim Weißabgleich und bei der Belichtung auch keine Fehler erlauben sollte, weil ich sie am Computer nicht korrigieren kann. Es hat dafür aber den Vorteil, dass ich ein JPEG nicht bearbeiten muss, weil es bereits fertig aus der Kamera kommt. Ein RAW-Bild MUSS immer bearbeitet werden, und genau darauf habe ich persönlich keine Lust. Grundsätzlich hat RAW aber viele Vorteile und wer das Maximum aus seinen Fotos herausholen möchte, für den ist dies mit Sicherheit die bessere Wahl, solange man sich damit anfreunden kann, hinterher viel am Computer zu sitzen und zu bearbeiten.

Ich persönlich hatte RAW mal eine Weile ausprobiert (für Stadtbilder, nicht im Zoo) und dazu auch einen Artikel verfasst, wo ich mehr über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bildformate geschrieben habe. Irgendwann habe ich das Experiment aber wieder abgebrochen, weil ich gemerkt habe, dass es mir zu viel Arbeit wird und mir das Bearbeiten einfach nicht so liegt und auch wenig Spaß macht.

Finger weg vom Blitz

Den Blitz sollte man im Zoo nicht benutzen! Einerseits ist er für viele Tiere störend bis schädlich (und deshalb in vielen Zoos sowieso verboten), andererseits bringt er in den meisten Aufnahmesituationen nicht allzu viel (außer vielleicht in Terrarien oder so, wenn man ihn richtig einsetzt).

Ich lese zwar in Zoofotografiebüchern und -Artikeln immer wieder, dass man den Blitz schon benutzen kann und es auch Sinn macht, ich persönlich halte aber nicht viel davon, vor allem eben, weil es für die Tiere bestimmt nicht schön ist, den ganzen Tag angeblitzt zu werden. Deswegen: lasst das Blitzen im Zoo einfach bleiben!

Ach ja, auch das Autofokus-Hilfslicht sollte man am besten gleich mit ausschalten, denn auch dieses kann für Tiere auf Dauer ziemlich nervig werden und sie stören.

Besuchszeit

So viel zur Ausrüstung und zur Technik, weiter geht es mit den eigentlich wichtigen Aspekten der Zoofotografie. Einer davon ist die Besuchszeit, und auch wenn die meisten Leute (einschließlich mir) eben dann in den Zoo gehen, wenn sie auch Zeit haben, lohnt es sich, sich ein bisschen mit den optimalen Fotobedingungen für einen Zoobesuch außeinanderzusetzen.

Am besten geeignet ist (welch eine Überraschung) ein Tag unter der Woche. Da hab ich aber so gut wie nie Zeit, deswegen kommt für mich sowieso nur das Wochenende in Frage. Wer sich aber eine Menge Stress durch andere Zoobesucher ersparen will und lieber seine Ruhe hat, der sollte, sofern irgendwie die Möglichkeit besteht, das Wochenende meiden und unter der Woche gehen.

Auch die Mittagszeit ist für das Fotografieren im Zoo nicht optimal, viel besser sind die Morgen- und Abendstunden. Einerseits sind hier weniger Leute unterwegs und die Tiere sind aktiver, andererseits ist das Licht deutlich besser. Das gilt aber nicht nur für die Zoofotografie, auch in der Stadt- oder Landschaftsfotografie wird man mittags und nachmittags eher schlechte Fotobedingungen haben.

Wettertechnisch sind meiner Meinung nach bewölkte Tage optimal für die Zoofotografie. Sonnenschein ist deswegen problematisch, weil man dann sehr starke Kontraste und viel Schatten hat, was das Belichten oft schwierig macht und meiner Meinung nach auf Fotos auch nicht gut aussieht. Beispielsweise kann es dann sein, das ein Tier auf der einen Seite von der Sonne angestrahlt wird, während die andere Hälfte im Schatten liegt. Auf dem Bild hat man dann einen korrekt belichteten Teil, während der Rest des Tieres entweder schwarz oder wahlweise weiß wird. Mit Wolken ist hingegen das ganze Tier relativ gleichmäßig beleuchtet, das Licht ist weicher und ohne die vielen Licht-und-Schatten-Kontraste sehen die Ergebnisse meiner Meinung nach auch deutlich schöner aus. Das kann natürlich Geschmackssache sein, ich persönlich würde aber wenn ich die Wahl habe bewölkte Tage immer vorziehen.

Hier mal zwei Beispiele dazu – die Bilder sind alle im gleichen Monat aufgenommen worden.

Beispiel 1

Bantengs im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Wetter
Negativbeispiel: Bei Sonnenschein hat man extrem starke Kontraste im Bild, was nicht schön aussieht und das Belichten schwierig macht
Java Banteng-Kalb mit Mutter im Tierpark Hellabrunn
An bewölkten Tagen bestehen diese Probleme nicht, das fertige Foto wirkt meiner Meinung nach deutlich besser!

Beispiel 2

Sibirische Tiger Jegor und Ahimsa im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Wetter
Negativbeispiel: Von der Pose der Tiger her meiner Meinung nach ein sehr schönes Bild, aber durch den Sonnenschein hat man wieder viele schattige Bereiche, die zu dunkel werden, sowie von der Sonne angeleuchtete Stellen, die zu hell sind und teilweise ausbrennen (siehe der Baum ganz links im Hintergrund oder die weißen Stellen im Fell von Tigerin Ahimsa).
Sibirischer Tiger Jegor im Tierpark Hellabrunn
An bewölkten Tagen hat man keine Probleme mit der Belichtung und die Bilder wirken meiner Meinung nach deutlich harmonischer

Die beiden besten Jahreszeiten für das Fotografieren im Zoo sind meiner Meinung nach der Herbst, der eine wunderbar bunte Kulisse für Tierfotos bietet und der Mai (bzw. der Übergang zwischen Frühling und Sommer), in dem das ganze Grün an den Bäumen im Gegensatz zu den Sommermonaten noch frisch aussieht und es außerdem noch nicht so heiß ist (bedeutet aktivere Tiere).

Java Banteng-Kälber im Tierpark Hellabrunn
Junge Java-Bantengs im Tierpark Hellabrunn im Mai mit viel frischem Grün
Erdmännchen im Herbst im Tierpark Hellabrunn
Erdmännchen im Tierpark Hellabrunn im November – mit schönem herbstlich-bunten Hintergrund

Das Licht

Wie man oben bei den Beispielbildern zum Thema Wetter schon gesehen hat, ist das richtige Licht in der (Zoo-)Fotografie essenziell – es trägt stark dazu bei, ob ein Bild gelingt oder nicht. Auf das Licht hat man im Zoo natürlich keinen direkten Einfluss, aber man sollte versuchen, den Zoo dann zu besuchen, wenn das Licht voraussichtlich am besten ist.

Dies ist logischerweise eben morgens und spätnachmittags bzw. abends der Fall, auch aus lichttechnischer Sicht sollte man die Mittagszeit also lieber meiden, zumindest an sonnigen Tagen. Wenn der Himmel bewölkt ist, kann man hingegen auch den ganzen Tag problemlos durchfotografieren – aber dazu habe ich oben ja schon was geschrieben.

Hier mal noch ein paar Beispiel zuverschiedenen Lichtsituationen:

Netzgiraffe im Herbst im Tierpark Hellabrunn
Neutrales Licht an einem bewölkten Tag (eignet sich hervorragend für Tierbilder)
Koala im Zoo Zürich
Dieses Bild ist am Abend eines sonnigen Sommertages im Zoo Zürich entstanden – um diese Uhrzeit war das knallige Sonnenlicht aber schon verschwunden, stattdessen sorgten die letzten Sonnenstrahlen für ein sehr harmonisches Licht, das dem an bewölkten Tagen ähnelt, aber vielleicht noch ein bisschen schöner ist
Gämse im Tierpark Hellabrunn
Gämse im Abendlicht – auch dieses Bild entstand am Abend kurz vor Zooschluss

Negativbeispiel:

Vikunja im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Licht
Nochmal ein Negativbeispiel, ähnlich den beiden Bildern zum Thema Wetter. Dieses Vikunja aus dem Tierpark Hellabrunn wurde bei Sonnenschein aufgenommen und die rechte Seite des Tieres, die von der Sonne angestrahlt wird, sieht eigentlich auch ganz gut aus, allerdings liegt die linke Gesichtshälfte im Schatten und wirkt dadurch fast schwarz.

Bildgestaltung etc.

Immer auf die Augen fokussieren

Regel Nummer eins in der Tierfotografie (aber auch bei Menschen) ist es, immer auf die Augen zu fokussieren. Wenn das Tier eher kleiner im Bild ist, dann sollte auf den Kopf fokussiert werden.

Natürlich bestätigen Ausnahmen immer die Regel, wenn man einen bestimten künstlerischen Effekt erzeugen möchte. So kann man beispielsweise Detailaufnahmen von Reptilien machen, auf denen die Augen gar nicht drauf sind sondern nur die Beine oder so, oder man fokussiert bei einem Menschenaffen auf die Hand, während der Rest des Bildes in Unschärfe verschwindet. Das sind aber wie gesagt Ausnahmen, in denen diese Regel gewollt und bewusst gebrochen wird und wo das auch Sinn macht.

Katta im Zoo Augsburg
Katta im Zoo Augsburg – hier wurde auf den Kopf fokussiert

Ebenfalls wichtig ist es, darauf zu achten, dass Reflexionen in den Tieraugen zu sehen sind. Diese lassen das Tier lebendiger wirken und machen das Bild ganz nebenbei spannender. Wenn die Augen hingegen nur wie ein schwarzes Loch wirken, sieht das nicht wirklich schön aus. Natürlich kann man nur schwer etwas dagegen tun, wenn keine Reflexionen in den Augen zu sehen sind. Man könnte aber zum Beispiel warten, bis das Tier den Kopf ein bisschen dreht oder hebt, was oft zu einer Lösung des Problems führt.

Erdmännchen im Tierpark Hellabrunn
Reflexionen in den Augen des Erdmännchens lassen das Tier lebendiger wirken
Polarfuchs im Tierpark Hellabrunn
Reflexionen in den Augen eines Polarfuchses im Tierpark Hellabrunn

Negativbeispiele:

Polarfuchs im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Reflexion in den Augen
Bei diesem Polarfuchsbild sind keine Reflexionen in den Augen des Tieres vorhanden, diese wirken deswegen wie ein schwarzes Loch und das Bild sieht nicht wirklich gut aus (allerdings nicht nur deswegen)
Hausyakkalb im Tierpak Hellabrunn Negativbeispiel Reflexion in den Augen
Auch bei diesem Bild, auf dem ein junges Hausyak aus dem Tierpark Hellabrunn zu sehen ist, sind keine wirklichen Reflexionen in den Augen zu sehen, das Bild wirkt irgendwie langweilig

Die richtige Perspektive

Ebenfalls wichtig ist es, die Tiere nicht von oben zu fotografieren, denn das wirkt langweilig, der Hintergrund ist meistens nicht schön und auch nicht wirklich unscharf – insgesamt erzeugt diese Aufnahmeperspektive das Gefühl, dass der Mensch auch im Übertragenen Sinne über dem Tier steht.

Deutlich schöner und auch spannender wirkt es, wenn man das Tier auf Augenhöhe oder sogar leicht von unten fotografieren kann, denn dann hat man einerseits (meistens aber nicht immer) den deutlich schöneren Hintergrund und zweitens wirkt das Tier dann eben erhabener, „majestätischer“. Es hilft also nichts, wer gute Zoobilder schießen will, der muss runter auf die Knie oder in die Hocke – wobei dies nicht nur für Tiere gilt, denn auch in der Stadt oder auf Reisen wirken Bilder aus Bodennähe deutlich spannender und interessanter.

Nochmal als kleiner Einschub: Das ist einer der Gründe, warum ich kein Stativ im Zoo benutzen würde, denn wer die Kamera auf dem Stativ montiert hat, der wird sie nicht spontan abnehmen um damit auf dem Boden herumzukriechen, sondern stattdessen aus Kopfhöhe weiterfotografieren, was den entscheidenden Unterschied machen kann.

Bei Tieren, die sich sehr weit entfernt befinden, macht es natürlich weniger einen Unterschied, ob man im Stehen oder aus einer niedrigen Perspektive fotografiert. Das oben Geschriebene gilt grundsätzlich also umso mehr, je näher man dem Tier kommt.

Hier mal ein Beispiel:

Junge Bulgarenziege im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Perspektive
Negativbeispiel: Diese junge Bulgarenziege wurde von oben fotografiert, was irgendwie ein bisschen langweilig wirkt
Junge Bulgarenziegen im Tierpark Hellabrunn
Dieses Bild auf Augenhöhe wirkt schöner

Hier mal noch ein paar weitere Beispielfotos aus einer niedrigen Perspektive:

Gans im Tierpark Hellabrunn
Graugans, auf Augenhöhe fotografiert
Präriehund Artis Amsterdam
Auch bei diesem Präriehund aus der Artis Amsterdam war ich mit der Kamera auf Augenhöhe
Erdmännchen im Tierpark Hellabrunn
Erdmännchen aus dem Tierpark Hellabrunn, leicht von unten fotografiert

Negativbeispiele:

Eisbärin Quintana im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Perspektive
Eisbärin Quintana aus dem Tierpark Hellabrunn, von oben herab fotografiert – wirkt bisschen langweilig, oder?
Fischkatze im Tiergarten Nürnberg Negativbeispiel Perspektive
Fischkatze im Tiergarten Nürnberg auf der Jagd nach Fischen – eine schöne Situation, allerdings war die „von-oben-herab“-Perspektive hier leider nicht zu vermeiden, weswegen auch dieses Bild nicht wirklich schön geworden ist, sondern für mich eher einen dokumentarischen Charakter hat.
Grevy-Zebra im Tiergarten Nürnberg Negativbeispiel Perspektive
Grevy-Zebra aus dem Tiergarten Nürnberg, ebenfalls leicht von oben fotografiert, was langweilig aussieht. Außerdem fehlt hier auch noch die Reflexion in den Augen (siehe weiter oben) – beides zusammen trägt stark dazu bei, dass dieses Bild nicht schön ist.

Natürlich gibt es ab und zu auch Situationen, in denen eine niedrigere Aufnahmeposition eher negativ ist, etwa wenn sich dadurch der Hintergrund verschlechtert. Zu dem Thema gibt es im Anschluss gleich noch mehr, nur so viel: wenn zum Beispiel auf dem Foto aus einer erhöhten Perspektive (heißt im Stehen) nur die Wiese zu sehen ist, auf der das Tier gerade steht, in dem Moment, in dem man sich hinkniet aber das unschöne Stallgebäude, das sich im Hintergrund befindet, im Bild auftaucht, dann sollte man natürlich lieber im Stehen fotografieren und die etwas schlechtere Perspektive in Kauf nehmen, als einen unschönenen Hintergrund zu erhalten.

Hier also mal ein Beispiel, in der die niedrigere Perspektive nicht so gut war:

Hirschziegenantilope spielt mit Nilgauantilope im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Perspektive
Negativbeispiel: Dieses Bild von dem Hirschziegenantilopenbock und der Nilgauantilope wurde aus einer möglichst niedrigen Perspektive aufgenommen, allerdings sieht man dadurch im Hintergrund einen Baum und Teile des Zauns.
Hirschziegenantilopenbock im Spiel mit einer Nilgauantilope im Tierpark Hellabrunn
Dieses Bild von der gleichen Szene wurde im Stehen aufgenommen, wodurch der Hintergrund aus der Wiese hinter den Tieren besteht, was in diesem Fall meiner Meinung nach ruhiger und besser wirkt.

Auf den Hintergrund achten

Gerade schon kurz angesprochen und eines der bedeutendsten Themen in der Zoofotografie ist der Hintergrund. Klar ist das Tier im Normalfall immer der wichtigste Bestandteil des Fotos, aber vor einem unschönenen, unnatürlichen Hintergrund fotografiert wirkt jedes noch so schöne tierische Modell auf dem Bild nicht gut.

Erstmal geht es hier darum, wie der Hintergrund nicht aussehen sollte: Zäune, Stallungen, fremde Zoobesucher, die als bunte Flecken im Bokeh auftauchen – all das sieht auf Fotos nicht gut aus und sollte darum aus dem Bild herausgehalten werden.

Dies kann man zum einen oft über die Höhe, aus der man das Bild schießt, erreichen. Oben wurde ja schon besprochen, dass man nach Möglichkeit immer aus einer möglichst tiefen Position fotografieren sollte – wenn sich dadurch aber der Hintergrund verschlechtert, muss man eben mit der Kamera doch wieder nach oben gehen, bis alle störenden Elemente aus dem Bild herausgehalten werden. In vielen Situationen ist aber auch genau das Gegenteil der Fall, aus einer hohen Aufnahmeposition sieht man vielleicht gerade noch das Stallgebäude im Hintergrund, wenn man dann noch etwas tiefer geht, hat man vielleicht nur noch Bäume im Bild. Letzteres ist zum Beispiel oft der Fall, wenn das Tier sowieso schon etwas erhöht beispielsweise auf einem Felsen sitzt oder steht. Auf so etwas sollte man während dem Fotografieren schon achten, denn in der Nachbearbeitung kann man dann auch nichts mehr daran ändern.

Noch besser wäre es, wenn man einfach ein paar Meter zur Seite gehen kann und dadurch alle störenden Elememente aus dem Foto heraushält. Statt einem Zaun sind dann vielleicht Büsche hinter dem Tier zu sehen. Wenn der Hintergrund von der aktuellen Aufnahmeposition aus nicht passt, sollte man immer versuchen, ob man von einem anderen Standpunkt aus ein besseres Bild bekommt.

Wenn all das nichts bringt, dann muss man entweder mit einem hässlichen Hintergrund leben und das Foto einfach trotzdem machen (wenn man so schnell nicht die Chance hat, es besser zu machen, etwa weil man diesen Zoo so schnell nicht wieder besucht) oder es für diesmal an diesem Gehege bleiben lassen (in Zoos, in denen man öfters ist). Alternativ kann man aber auch einfach ein bisschen warten oder später nochmal zu dieser Anlage zurückkehren, denn mit etwas Glück ändert das Tier dann seine Position und ist dann an einer Stelle mit schönem Hintergrund zu fotografieren.

Im folgenden Mal ein paar Beispiele, zuerst immer ein Foto, wie es nicht aussehen sollte und danach ein Bild, wie es besser geht:

Beispiel 1

Manul im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Hintergrund
Negativbeispiel: Manul aus dem Tierpark Hellabrunn – die Pose des Tieres ist gut, die Position zum Fotografieren aber ziemlich ungeeignet, denn es ist hier unmöglich, einen natürlichen Hintergrund zu erhalten. Hier hilft nur warten, bis sich das Tier vielleicht an eine andere Stelle begibt.
Manul im Tierpark Hellabrunn
Diese Stelle ist perfekt zum Fotografieren, der Hintergrund ist schön natürlich.

Beispiel 2

Afrikanischer Löwe Max im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Hintergrund
Negativbeispiel: Leider sieht man aus dieser Aufnahmeposition sehr deutlich die beiden hellen Linien im Hintergrund, die von der Begrenzung des Wassergrabens und von einem Zaun hinter dem Gehege stammen.
Afrikanischer Löwe Max im Tierpark Hellabrunn
Deswegen bin ich einmal um das Gehege herumgegangen und hab von der anderen Seite aus fotografiert. Der Hintergrund ist jetzt zwar immer noch nicht ganz perfekt, aber schon deutlich besser.

Beispiel 3

Sibirische Tigerin Ahimsa im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Hintergrund
Negativbeispiel: Sibirische Tigerin Ahimsa aus dem Tierpark Hellabrunn – hier sieht man deutlich den Zaun im Hintergrund und – was noch viel schlimmer ist – die Besucher im Hintergrund. Leider hat man, wenn sich die Tiger an dieser Stelle des Geheges aufhalten, keine Möglichkeit, dies zu ändern, außer man wartet, bis die Besucher verschwunden sind, aber auch dann ist der Hintergrund nicht optimal.
Sibirische Tigerin Ahimsa im Tierpark Hellabrunn
Zugegeben, dieses Foto wurde zu einer anderen Zeit im Jahr aufgenommen (wobei man natürlich auch dadurch zu einem schönen Hintergrund kommen kann, etwa wenn ein Zaun durch die Blätter von Gebüsch verdeckt wird), mir geht es aber darum zu zeigen, dass man oft eben einfach Geduld braucht, bis das Tier sich an eine andere Stelle begibt.

Beispiel 4

Bantengkalb im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Hintergrund
Negativbeispiel: Bei diesem Bild des jungen Bantengs aus dem Tierpark Hellabrunn ist der Hintergrund schon ziemlich gut, allerdings stört die Bank, die man hinter den Hinterbeinen des Tieres im Hintergrund erkennen kann. Da ich nicht noch tiefer gehen konnte, hilft hier nur, entweder an eine andere Stelle zu gehen oder ein Kopfportrait zu machen, so dass die Bank nicht mehr im Bildausschnitt zu sehen ist.
Java-Bantengs im Tierpark Hellabrunn im Herbst
Hier mal eine Mischung aus den Vorschlägen beim Bild oben – diese beiden Bantengs habe ich von einer leicht veränderten (aber immer noch niedrigen) Aufnahmeposition aus aufgenommen, außerdem habe ich weiter hineingezoomt, um mögliche Störfaktoren im Hintergrund (wie z.B. die Bank oben) besser auszublenden.

Beispiel 5

Polarfuchs im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Hintergrund
Negativbeispiel: Bei diesem Polarfuchsbild ist der Hintergrund nicht wirklich schlecht, aber es geht auch noch besser.
Polarfuchs im Tierpark Hellabrunn im Herbst
Von einer anderen Aufnahmeposition aus hat man ein paar Bäume im Hintergrund, was deutlich besser aussieht.

Hier außerdem mal noch ein Bild, das eine weitere Möglichkeit zeigt, wie man den Hintergrund gestalten kann: man kann ihn absaufen lassen, das bedeutet, er wird komplett schwarz. Das funktioniert aber nur, wenn das Tier sehr hell zu sehen ist, während der Hintergrund sehr dunkel bis fast schwarz ist. Wenn man dann noch ein wenig unterbelichtet, klappt das in solchen Situationen ganz gut.

Manche Fotografen fügen einen schwarzen Hintergrund auch gerne mal künstlich in der Nachbearbeitung ein, ich persönlich kann das aber nicht und hab auch nicht wirklich die Lust dazu, wenn man aber gut darin ist, kann das durchaus sehr gut aussehen. Ein schwarzer Hintergrund, egal ob künstlich oder „echt“, macht sich in den meisten Fällen auf jeden Fall gut.

Pfirsichköpfchen im Tierpark Hellabrunn
Pfirsichköpfchen im Tierpark Hellabrunn mit schwarzen, „abgesoffenen“ Hintergrund

Tiere freistellen

Ein Tier muss auf einem Foto nicht zwingend freigestellt werden, aber normalerweise sieht das Bild dann deutlich besser aus. Hierfür ist es einerseits natürlich wichtig, mit möglichst offener Blende zu fotografieren, aber das versteht sich bei den kurzen Verschlusszeiten, die im Zoo benötigt werden eigentlich sowieso von selbst.

Auch die Brennweite trägt zur Freistellung bei. Mit einer langen Brennweite bekommt man bei gleicher Blende den deutlich unschärferen Hintergrund. Auch das ist aber eigentlich selbstverständlich, außerdem wird man meistens trotzdem die Brennweite benutzen, mit der man den besten Bildausschnitt bekommt.

Deutlich interessanter ist meiner Meinung nach der dritte Punkt: der Abstand zwischen dem Fotografen, dem Tier und dem Hintergrund. Im Zoo kann man zwar nicht beliebig nahe an das Tier heran oder es an einen Platz möglichst weit vom Hintergrund entfernt steuern, da es feste Gehegegrenzen gibt und die Tiere auch keine Haustiere sind, mit denen man so etwas vielleicht machen könnte – trotzdem sollte man mal davon gehört haben.

Sehr wichtig ist auf jeden Fall der Abstand zwischen Fotograf und dem Tier. Wenn dieses sehr weit von einem entfernt ist, dann kann sich der Hintergrund noch so weit dahinter befinden, man wird niemals eine perfekte Freistellung erhalten, mal abgesehen davon werden Bilder von Tieren, die sich sehr weit entfernt befinden selten wirklich gut. Im Umkehrschluss heißt das, je näher das Tier kommt, desto besser kann man den Hintergrund freistellen (bis zu dem Moment, wo das Tier zu nah kommt um mit langen Brennweiten zu arbeiten).

Ähnlich wichtig ist dann natürlich auch der Abstand zwischen dem Tier und dem Hintergrund. An ein Tier, dass sich direkt vor einer Wand oder einem Zaun befindet kann noch so nah herangehen – unscharf wird der Hintergrund nie.

Beeinflussen kann man das alles wie gesagt natürlich nicht, aber es hilft vielleicht zu verstehen, in welchen Situationen sich das Fotografieren lohnt und in welchen nicht oder warum ein Foto nichts geworden ist.

Mal ein Beispiel zum Thema Entfernung Fotograf-Tier-Hintergrund aus dem Tigergehege in Hellabrunn:

Sibirischer Tiger Jegor im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Freistellen
Negativbeispiel: Hier stand Tiger Jegor einfach viel zu nahe vor dem Zaun im Hintergrund – eine Freistellung ist hier unmöglich.
Sibirische Tigerin Ahimsa im Tierpark Hellabrunn Beispiel Freistellen
Andere Jahreszeit, gleiches Gehege: Ganz optimal ist das Bild immer noch nicht, aber das liegt am Zaun im Hintergrund, nicht an der Freistellung. Im Vergleich zum Bild oben ist Ahimsa hier einfach ein bisschen näher zu mir gekommen als Jegor und stand somit weiter vom Zaun entfernt, wodurch eine Freistellung ganz gut möglich war.

Weitere Beispielfotos:

Negativbeispiele:

Polarfuchs im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Freistellen
Negativbeispiel: Auch hier saß der Polarfuchs viel zu nahe vor dem Hintergrund, eine Freistellung war nicht möglich. In diesem Fall macht das aber nichts, da der Hintergrund meiner Meinung nach ganz gut zu dem Tier passt. Wenn es sich aber um einen Zaun oder so und nicht um diese Kunstfelswand gehandelt hätte, wäre das Bild nichts geworden.
Hartmann-Bergzebras im Tierpark Hellabrunn
Negativbeispiel: Hartmann-Bergzebras aus dem Tierpark Hellabrunn – die beiden Zebras waren hier einfach zu weit von mir weg, um noch eine wirklich gute Freistellung zu erreichen, obwohl sie selber sogar relativ weit vom Hintergrund entfent waren. Trotzdem gefällt mir das Bild, auch wenn es nicht zu hundert Prozent optimal ist.

Hier hat das Freistellen besser geklappt:

Mantelpavian im Tierpark Hellabrunn Herbst
Bei diesem Mantelpavian aus dem Tierpark Hellabrunn war die Sache relativ einfach, da er schön weit von den Bäumen im Hintergrund entfernt und relativ in meiner Nähe saß.
Darwin-Nandu im Tierpark Hellabrunn im Herbst
Gleiches gilt für das Bild dieses Darwin-Nandus, ebenfalls aus dem Tierpark Hellabrunn.
Bantengs im Tierpark Hellabrunn Herbst
Dieses Bild von den beiden Java-Bantengs habe ich mit 75mm (an APS-C 120mm) aufgenommen, was im Zoo normalerweise keine optimale Brennweite für schön freigestellte Bilder ist. Da diese Beiden aber ziemlich nah vor mir standen und der Hintergrund gleichzeitig sehr weit entfernt war, ist der Hintergrund doch ziemlich unscharf geworden.

Bildausschnitt

Ebenfalls wichtig ist natürlich der Bildausschnitt – soll es eine Ganzkörperaufnahme, ein Kopfportrait oder irgendwas dazwischen werden? Das ist natürlich immer abhängig von der Situation und noch viel mehr vom persönlichen Geschmack, ich zum Beispiel mag tendenziell eher Kopfportraits bzw. Bilder, auf denen nicht immer das ganze Tier zu sehen ist, aber am Ende gibt es hier kein Richtig oder Falsch.

Viel mehr gibt es zu dem Thema eigentlich nicht zu sagen, um aber nochmal an das Kapitel oben anzuknüpfen hier noch kurz der Hinweis: bei einem Kopfportrait wird man normalerweise die größten Chancen auf eine schöne Freistellung haben…

Vikunja im Tierpark Hellabrunn Beispiel Bildausschnitt
Ganzes Vikunja in einer natürlichen Umgebung im Tierpark Hellabrunn
Vikunja im Tierpark Hellabrunn Beispiel Bildausschnitt
Kopfportrait
Weißstirnamazone im Tierpark Hellabrunn
Ganzkörperaufnahme einer Weißstirnamazone
Weißstirnamazone im Tierpark Hellabrunn
Portrait von einer Weißstirnamazone – das Prinzip ist klar denke ich…

Achja, eine weitere Möglichkeit sind hier natürlich auch immer kreative Bildausschnitte, auf denen vielleicht nur mal der Fuß oder nur die Ohren oder so zu sehen sind. Kann man ja mal ausprobieren.

Shetlandpony Schnauze im Tierpark Hellabrunn Beispiel kreativer Bildausschnitt
Details eines Shetlandpony im Tierpark Hellabrunn – warum mal nicht?

Vordergrund einbeziehen

„Vordergrund macht Bild gesund“ ist ein viel zitierter fotografischer Merksatz und in der Stadt- oder Landschaftsfotografie hat er durchaus seine Berechtigung – in der Zootierfotografie macht er aber meistens wenig Sinn.

Trotzdem gibt es manchmal Situationen, wo es sich lohnen kann, einen Vordergrund wie zum Beispiel Blätter in das Tierportrait mit einzubinden. Sei es, um einen besonders schönen Look durch unscharfe Pflanzen im Vordergrund zu erhalten, dem Bild eine gewisse Tiefe zu geben oder um ganz einfach unschöne Bereiche im Hintergrund zu verdecken.

Ich muss aber auch ehrlich zugeben, dass ich es wenn überhaupt meistens erst zu spät realisiere, wenn in bestimmten Situationen ein Vordergrund sinnvoll wäre. Andererseits gibt es aber auch deutlich wichtigere Dinge, auf die es in der Zoofotografie ankommt – einen Vordergrund einzubeziehen, um beispielsweise einen bestimmten Look zu erhalten oder etwas zu verdecken ist quasi das i-Tüpfelchen. Trotzdem kann es sich lohnen, hier mal ein bisschen zu experimentieren.

Schneehase im Tierpark Hellabrunn Beispielbild Vordergrund
Schneehase im Tierpark Hellabrunn – hier habe ich durch die Blätter eines kleinen herbstlichen Baums hindurchfotografiert, um dem Bild Herbststimmung zu verleihen.
Alpensteinbock im Tierpark Hellabrunn Beispielbild Vordergrund
Alpensteinbock im Tierpark Hellabrunn – hier verleihen die unscharfen Blätter im Vordergrund dem Bild eine gewisse Tiefe finde ich…
Sibirischer Tiger Jegor im Tierpark Hellabrunn
Tiger Jegor mit Busch im Vordergrund – zuerst habe ich mich ganz schön über das Buschzeug geärgert, das hier im Weg herumgewachsen ist, aber im Nachhinein finde ich wirkt das Bild dadurch deutlich spannender…
Sibirischer Tiger Jegor im Tierpark Hellabrunn
Nochmal Jegor, diesmal mit Gras im Vordergrund, das auf der Besucherseite des Wassergrabens wächst, was dem Bild meiner Meinung nach einen ganz besonderen Look verleiht (und ein bisschen von der hässlichen Höhlenwand im Hintergrund abzulenken versucht).
Kiang im Tierpark Hellabrunn Beispielbild Vordergrund
Kiang im Tierpark Hellabrunn – auch hier machen die unscharfen Blätter im Vordergrund das Bild ein wenig spannender (und außerdem wird dadurch der Zaun im Hintergrund noch besser verdeckt)

Fotografieren an verschiedenen Gehegetypen

Glasscheiben

Moderne Tiergehege sind heutzutage meistens durch Glasscheiben einzusehen, durch die man den Tieren besonders nahe kommen kann. Auch wenn das aus zoogestalterischer Sicht durchaus Sinn macht und den Besuchern auch ganz neue Perspektiven auf die Tiere offenbaren kann, mag ich diese Art der Gehegeabgrenzung aus Fotografensicht nicht wirklich, vor allem wenn die Scheiben noch nicht mal einigermaßen sauber sind :hust Zoo Leipzig hust hust: 😉

Glasscheiben spiegeln gerne mal (vor allem bei Sonnenschein), sie können Bilder verzerren und wenn sie nicht ganz sauber oder verkratzt sind, kann man das Fotografieren fast schon vergessen, denn das Bild sieht dann aus, als hätte man eine milchige Folie davorgeklebt. Außerdem sind die Scheiben gerade im Herbst in der Früh gerne noch beschlagen, so das man dann noch nicht mal hindurchschauen kann.

Zoo Leipzig dreckige Glasscheibe Tigergehege Negativbeispiel
Wenn eine Glasscheibe so aussieht wie diese hier am Tigergehege im Zoo Leipzig, kann man das Fotografieren gleich vergessen!

Wenn die Glasscheibe aber sauber, nicht verkratzt und nicht beschlagen ist (wenn das nicht der Fall ist kann man gleich weiter gehen, denn dann sind gute Fotos unmöglich), kann man durch sie aber durchaus hindurchfotografieren.

Um Spiegelungen zu vermeiden, sollte man mit der Gegenlichtblende direkt auf dem Glas aufsetzen, sollte das nicht ausreichen, kann man noch mit dem Arm oder so nachhelfen und versuchen, damit die Spiegelungen wegzubekommen, das funktioniert aber nur manchmal.

Ebenfalls ein großes Problem bei Glasscheiben kann die starke Verzerrung sein, die schnell entsteht, wenn man schräg durch die Scheiben hindurchfotografiert, das heißt, wenn die Kamera nicht im 90-Grad-Winkel auf die Scheibe aufgesetzt ist (ich hoffe, man versteht, was ich meine). Deswegen sollte man immer versuchen, möglichst gerade durch die Scheibe hindurchzufotografieren, was aber bei sich bewegenden Tieren, die öfter ihren Standort wechseln oft etwas schwierig werden kann. Vor allem bei dicken Panzerglasscheiben tritt dieser Effekt schnell auf, bei dünneren Scheiben muss man nicht ganz so sehr darauf achten.

Fischkatze Silwa im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel verspiegelte Glasscheibe
Negativbeispiel: Da der junge Fischkatzenkater aus dem Tierpark Hellabrunn hier über mir stand, musste ich die Kamera leicht schräg zur Scheibe halten, was hier zwar nicht zu Verzerrungen, aber dafür zu Spiegelungen geführt hat, da die Gegenlichtblende dadurch nicht komplett auf der Scheibe aufgesetzt war.
Pfeilgiftfrosch im Zoo Zürich Negativbeispiel verspiegelte Glasscheibe
Negativbeispiel: Bei diesem Foto eines Färberfrosches aus dem Zoo Zürich war ich mit der Kamera noch ein bisschen von der Scheibe entfernt, wodurch das Bild wegen den Spiegelungen leicht milchig aussieht.
Färberfrosch im Zoo Zürich
Hier habe ich die Gegenlichtblende dann direkt auf die Scheibe aufgesetzt, so dass keine Spiegelungen entstehen konnten.
Afrikanischer Löwe Max im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Glasscheibe
Negativbeispiel: Wenn man mal von dem Seil vor dem Gesicht des Löwen und den Metallstangen links im Hintergrund absieht, stört mich auf diesem Foto vor allem der leicht milchig-trübe Look im linken unteren Eck. Die Scheiben vor diesem Löwengehege im Tierpark Hellabrunn sind leider an manchen Stellen etwas dreckig, und wenn man nicht aufpasst und dann durch genau so eine dreckigen Stelle fotografiert, dann sehen Teile des Bildes eben schnell mal so aus wie auf dem Foto.
Afrikanischer Löwe Benny im Tierpark Hellabrunn
Dieses Bild ist besser geworden, da ich darauf geachtet habe, durch eine möglichst saubere Stelle der Scheibe zu Fotografieren. Zudem habe ich hier in der Nachbearbeitung noch leicht den Kontrast erhöht, wodurch nicht mehr auffällt, dass das Foto durch eine Glasscheibe hindurch geschossen wurde.

Gräben

Gräben sind zum fotografieren mit Abstand am Besten geeignet, auch wenn sie aus zoogestalterischer Sicht nicht immer so optimal sind, da sie oft viel Platz wegnehmen (und weil die Besucher ausßerdem weiter von den Tieren entfernt sind). Das Fotografieren an Anlagen mit (Wasser-)Gräben ist aber denkbar einfach, weil sich nichts Störendes zwischen der Kamera und dem Tier befindet. So gesehen mein Lieblingsgehegetyp!

Gitter

Gehege, die einfach nur durch ein Gitter oder einen Maschendrahtzaun abgetrennt sind, sind wahrscheinlich am einfachsten zu bauen, weswegen sie in Zoos sehr weit verbreitet sind – schön sind sie allerdings überhaupt nicht. Deswegen finde ich es gut, dass sie in neueren Tieranlagen nach und nach aussterben (bis auf wenige Gehegetypen oder Einsichtmöglichkeiten, wo sie durchaus Sinn machen), auch wenn die Alternative oftmals Glasscheibe heißt…

Durch einen Zaun zu fotografieren kann sehr einfach sein, wenn dieser entweder sehr dünn ist (am besten sind Harfengitter) oder man sehr nahe an ihn herankommt – letzteres ist oft in Wildparks der Fall, wo man die Gegenlichtblende dann oft direkt auf das Gitter setzen kann, in Zoos wird man hingegen meistens auf Abstand gehalten und kann nicht so nahe herantreten.

Schwieriger bis unmöglich wird es aber, wenn man eben nicht so nahe an den Zaun herankommt, wenn das Gitter dicker bzw. enger ist oder ganz schlimm wenn der Zaun nicht schwarz oder dunkelgrün sondern silber ist, denn dann kann man es auch gleich bleiben lassen.

Wenn die baulichen Bedingungen aber stimmen, hat man ganz gute Chancen, den Zaun auf dem Foto verschwinden zu lassen. Hierbei hilft es übrigens enorm, wenn das Gitter nicht von der Sonne angestrahlt wird sondern im Schatten liegt (bei dunklem Gitter wird es sonst deutlich schwerer, bei hellem Gitter gleich dreimal unmöglich). Außerdem sollte man die Blende so weit wie irgendwie möglich öffnen (kleine Zahl!), damit Vordergrund und Hintergrund und damit auch das Gitter in der Unschärfe verschwinden und wirklich nur das Tier scharf wird.

Ein letzter wichtiger Faktor, den man wieder nicht kontrollieren kann ist der Abstand vom Tier zum Gitterm – je weiter entfernt sich dieses vom Zaun entfernt hält, desto einfacher kann man das Gitter verschwinden lassen. Umgekehrt bedeutet das, dass man ein Tier, dass direkt vor dem Zaun steht, nicht ohne störendes Gitter auf dem Bild fotografieren kann.

Fazit: ist der Zaun zu weit entfernt, wird er von der Sonne angestrahlt oder hat er eine helle Farbe, so kann man es eigentlich gleich vergessen. Wenn aber die Bedingungen stimmen, kann man durch Gitter genau wie durch Glasscheiben durchaus gute Bilder schießen.

Drill im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Gitter
Negativbeispiel: Dieser Drill aus dem Tierpark Hellabrunn befand sich einfach viel zu nah am Gitter, um dieses vollständig in Unschärfe verschwinden lassen zu können.
Drill im Tierpark Hellabrunn
Gleiches Gehege, allerdings befand sich dieses Tier weiter vom Gitter entfernt
Europäischer Luchs im Tierpark Hellabrunn
Negativbeispiel: Hier war das Gitter ein bisschen zu hell, weswegen es auf dem Foto leider noch gut sichtbar ist.
Gänsegeier Artis Amsterdam
Ähnliche Bedingungen wie bei dem Luchs herrschten bei diesem Geierbild, das in der Artis Amsterdam geschossen wurde. Hier war das Gitter aber offensichtlich dunkler, wodurch es auch vor dem schwarzen Hintergrund nicht mehr sichtbar ist.
Chukar-Steinhuhn im Zoo Zürich
Auch dieses Chukar-Steinhuhn aus dem Zoo Zürich wurde durch ein Gitter hindurch aufgenommen, davon ist hier aber nicht mehr viel zu sehen.

Besondere Momente einfangen

Besonders interessant an der Zoofotografie kann das Einfangen von besonderen Momenten sein, das heißt Tiere die beispielsweise gähnen, baden oder spielen. Besonders spannend zu fotografieren sind außerdem Interaktionen zwischen zwei Tieren. Natürlich können auch „normale“ Zoobilder sehr gut aussehen, aber wer es schafft, solche Momente einzufangen, der verbessert seine Bilder um einen kleinen aber vielleicht entscheidenden Tick. Auch deswegen lohnt es sich übrigens, in Serienbildern zu Fotografieren, denn mit der Serie fängt man vielleicht genau diesen einen schönen Blick oder den perfekten Gesichtsausdruck des Tieres ein.

Um besondere Bilder zu bekommen, braucht man natürlich in erster Linie auch Glück, damit man genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Um die Wahrscheinlichkeit auf aktive Tiere und schöne Bilder noch zu steigern, hilft es, möglichst oft im Zoo unterwegs zu sein.

Mit der Zeit kann es zudem sein, dass man die Eigenarten und Angewohnheiten der verschiedenen Tiere etwas besser kennt und dann auch mal solche besonderen Momente vorausahnen und somit besser einfangen kann. Nachdem ich jetzt beispielsweise schon seit fast fünf Jahren regelmäßig vor dem Tigergehege in Hellabrunn stehe, merkt man oft zum Beispiel an einer bestimmten Bewegung des Kopfes, wann ein Tier gleich gähnen wird, oder man erkennt an den Bewegungen und den Blicken der Tiger, dass sie sich gleich spielerisch auf den Partner stürzen werden. Das kann hilfreich sein und manchmal zu besseren und besonderen Fotos führen, weil man bereits damit gerechnet hat und somit besser vorbereitet ist.

Am allerwichtigsten ist aber Geduld haben. Wenn an einem Gehege gerade nichts zu passieren scheint oder kein Tier in guter Fotoposition zu sehen ist, lohnt es sich, auch mal ein Weilchen zu warten, vielleicht befindet sich nur wenig später eines der Tiere an der gewünschten Position oder es spielt sich eine interessante Szene ab.

Ein Hinweis noch: ich bin immer wieder gerne in „fremden“ Zoos unterwegs, doch die besten Bilder schieße ich dann doch meistens in Hellabrunn. Dies ist aber auch logisch, denn während ich die anderen Zoos nur einmal im Jahr oder vielleicht auch zum ersten Mal besuche, bin ich in Hellabrunn fast jedes Wochenende. Zudem will ich, wenn ich Zoos, in denen ich noch nicht so oft war besuche, lieber möglichst alle Gehege ansehen, während ich in Hellabrunn auch mal länger bei einer bestimmten Tierart stehe, viele Gehege an einem Tag gar nicht besuche und überall dort, wo sich gerade schlechte Bedingungen herrschen, weitergehe.

Hier mal eine Serie von Bildern, die alle irgendwie etwas „Besonderes“ zeigen:

Fischotter im Zoo Augsburg
Gähnender Fischotter im Zoo Augsburg – auch so wäre das Bild schon sehr schön, aber das Gähnen verleiht dem Foto noch das gewisse Etwas…
Asiatische Löwin Arany aus dem Tiergarten Nürnberg gähnend
Asiatische Löwin Arany aus dem Tiergarten Nürnberg – ebenfalls gähnend. Insgesamt lässt sich sagen, dass Fotos von gähnenden Tieren so gut wie immer in irgendeiner Weise spektakulär, interessant, lustig oder besonders aussehen.
Ente im Tierpark Hellabrunn
Ente aus dem Tierpark Hellabrunn
Humboldtpinguin im Tierpark Hellabrunn
Humboldtpinguin aus dem Tierpark Hellabrunn – auch besondere Körperhaltungen wirken auf Bildern eigentlich immer gut.
Asiatische Elefantenkuh Temi beim Baden im Tierpark Hellabrunn
Asiatische Elefantenkuh Temi aus dem Tierpark Hellabrunn beim baden – kein alltäglicher aber dafür wunderschöner Anblick…
Flachlandgorilla aus dem Tierpark Hellabrunn
Junger Gorilla aus dem Tierpark Hellabrunn – hier sind es der Gesichtsausdruck und die geschlossenen Augen, die den Moment irgendwie besonders wirken lassen. Solche kleinen Details reichen manchmal schon, um aus einem „normalen“ Bild ein Besonderes zu machen.
Afrikanischer Löwe Benny aus dem Tierpark Hellabrunn fauchend
Löwe Benny aus dem Tierpark Hellabrunn – auch hier ist es der Gesichtsausdruck, der dieses Bild besonders interessant macht.
Sibirische Tiger Jegor und Ahimsa im Tierpark Hellabrunn
Die Sibirischen Tiger Jegor und Ahimsa aus dem Tierpark Hellabrunn beim Schmusen
Sibirische Tiger Jegor und Ahimsa im Tierpark Hellabrunn
Ähnliches Bild wie oben – solche Interaktionen zwischen Tieren sorgen oft für emotionale und sehr schöne Bilder.
Sibirische Tiger Jegor und Ahimsa spielen im Tierpark Hellabrunn
Ahimsa überlegt, wo sie als nächstes hinhauen soll – spielende Tiere gehen genau wie Gähnende oder Schmusende eigentlich immer…

Actionaufnahmen im Zoo

Ich muss hier ganz ehrlich eingestehen: Actionaufnahmen von Tieren gehören alles andere als zu meinen Stärken und ich tue mich hier noch schwer. Hilfreich ist es, wenn man solche Momente, in denen ein Tier vielleicht zu rennen anfängt oder sich ein spielerischer Kampf anbahnt, gut vorhersehen kann (siehe oben), aber auch dann ist es alles andere als leicht, die Szene gut festzuhalten.

Wichtig ist in solchen Momenten wieder, dass die Verschlusszeit möglichst kurz ist, mindestens 1/500 Sekunden oder besser noch deutlich kürzer wenn möglich (1/1000 ist schon sehr gut).

Dann hat man die Qual der Wahl bei der Brennweite – wer etwas mehr hineinzoomt hat vielleicht die Chance auf ganz besondere Bilder, aber gerade wenn sich die Tiere sehr schnell bewegen und sich die Entfernung zwischen Fotograf und Tier ständig ändert und die Tiere dabei immer wieder an unterschiedlichen Stellen auftauchen ist es dann sehr schwer, dem ganzen überhaupt zu folgen – die Gefahr, dass man zu gar keinen Bildern kommt, ist somit ziemlich groß. Wer hingegen weiter hinauszoomt, der wird den Moment höchstwahrscheinlich festhalten können, allerdings werden die Tiere in den meisten Fällen kaum formatfüllend auf dem Bild zu sehen sein sondern eher etwas kleiner, die Fotos sehen dann oft langweiliger aus und haben mehr einen Doku-Charakter.

Wegen der Gefahr, gar kein Foto zu bekommen, zoome ich aber leider meistens doch etwas heraus und bekomme dann eben eher mittelmäßige Bilder. Ich glaube, ein Teil der Schwierigkeit besteht darin, mutig zu sein und die Gefahr einzugehen, dass man dem Geschehen mit der Kamera nicht gut folgen kann und dann gar kein Foto bekommt – wenn es aber klappt, hat man mit mehr Zoom bessere, beeindruckendere und ausdrucksstärkere Bilder, auf denen die Tiere auch formatfüllend zu sehen sind.

Auch das Fokussieren ist nicht gerade einfach – man sollte aber auf jeden Fall den kontinuierlichen Autofokus einschalten, nur dann hat man überhaupt eine Chance. Am präzisesten ist man normalerweise mit einem einzelnen Autofokusfeld, allerdings kann es sein, dass man dieses nicht schnell genug verschieben kann, wenn das Tier zum Beispiel seine Richtung ändert.

Bei Actionaufnahmen finde ich es daher immer ganz gut, wenn ich mit AF-Zonen oder Feldern arbeite, hier grenzt man den Bereich auf einen bestimmten Teil des Bildes ein und in diesem Feld wählt die Kamera den Fokuspunkt dann aber selber. Hierbei ist natürlich immer die Gefahr, dass die Automatik nicht genau weiß, worauf man fokussiert haben möchte, dafür ist man deutlich flexibler und hat einen größeren Bildbereich abgedeckt.

Die letzte Möglichkeit ist, die Kamera den Fokuspunkt über das komplette Bildfeld hinweg selbstständig aussuchen zu lassen. Normalerweise würde ich von dieser Funktion immer die Finger lassen, aber wenn es wirklich mal schnell gehen muss, kann es gut sein, dass man damit eine höhere Trefferquote hat, als wenn man das Fokusfeld von Hand setzt und dabei aber nicht mehr hinterher kommt. Natürlich immer auf die Gefahr hin, dass der Fokus an der komplett falschen Stelle liegt.

Viel mehr kann ich zum Thema Actionaufnahmen im Zoo leider nicht beitragen, da ich hier selber noch einiges an Übungsbedarf habe. Leider ist es schwer, so etwas regelmäßig zu üben, da es eben relativ selten zu solchen Actionmomenten kommt, und wenn es dann doch mal passiert, weiß man wieder nicht, wie man mit so einer Situation umgehen soll. Erfahrung und Routine wären aber glaube ich ein sehr wichtiger Punkt dabei.

Sibirische Tigerin Ahimsa im Tierpark Hellabrunn Actionaufnahme
Ahimsa auf der Jagd nach einer Ente – hier hatte die Tigerin bereits eine Weile im Gras auf der Lauer gelegen, so dass ich damit rechnen konnte, dass sie irgendwann losspringen wird. Sie hat die Ente übrigens nicht erwischt, aber das nur mal so am Rande… 😉
Hartmann-Bergzebra im Tierpark Hellabrunn in Action
Hartmann-Bergzebra im Sprint
Spielende Polarfüchse im Tierpark Hellabrunn
Wenn Polarfüchse beim Spielen erstmal so richtig loslegen, hat man keine Chance mehr, mit der Kamera hinterherzukommen. Da hilft es dann, einfach auf die „Pausen“ zu warten, wo die Füchse etwas langsamer und ruhiger werden (was immer noch schnell genug ist).

Fotografieren in speziellen Situationen

Fotografieren in Tierhäusern

Fotografieren in Tierhäusern kann sich je nach Bedingungen vor Ort stark vom Fotografieren an den Außengehegen unterscheiden. Oft wirken die Innenanlagen eher unnatürlich, das Licht ist meistens künstlich, was eine Korrektur des Weißabgleichs erfordert und auch nicht so reichlich vorhanden, weswegen man mit den ISO-Werten ein wenig hochgehen oder mit längeren Verschlusszeiten arbeiten muss. Ein weiteres Problem kann die oftmals hohe Luftfeuchtigkeit sein, durch die vor allem im Winter das Objektiv beschlägt, wodurch man eine Weile warten muss, bis man endlich mit dem Fotografieren loslegen kann.

Weißabgleich in Tierhäusern

In vielen Häusern herrscht Kunstlicht, was zu hässlichen Farbstichen führen kann, wenn man den Weißabgleich nicht anpasst. Dies gilt vor allem für Terrarien und Aquarien, in naturnaheren Häusern wie beispielsweise Tropenhallen mit lichtdurchlässigem Dach ist dies seltener der Fall. Wer also in einem Haus zu Fotografieren beginnt, sollte als erstes mal einen Blick auf die Ergebnisse werfen und schauen, ob am Weißabgleich etwas umgestellt werden muss. Wer in RAW fotografiert kann das natürlich auch später am Computer machen, trotzdem würde ich es grundsätzlich immer empfehlen.

Ich habe oben ja schon geschrieben, dass ich in den Außenanlagen die Einstellung Tageslicht benutze, weil der Automatische Weißabgleich (bei Canon) meiner Meinung nach für einen sehr unschönen Blaustich sorgt. Gerade bei Aquarien oder Terrarien passt der AWB dann aber meistens wieder gut, weswegen ich es meistens zuerst mit diesem probiere. Für den Fall, dass die Farben dann immer noch unnatürlich aussehen, gibt es aber auch noch Einstellmöglichkeiten wie Leuchtstoff oder Kunstlicht (gefällt mir meistens nicht, aber einen Versuch ist es wert) – oder man korrigiert die Farben komplett von Hand nach.

Achtung: Beim Verlassen des Tierhauses oder wenn sich allgemein das Licht ändert, sollte man auf jeden Fall daran denken, die Einstellungen wieder auf den Standard zurückzusetzen, denn sonst erlebt man irgendwann beim Blick auf das Display eine böse Überraschung.

Grüner Baumpython im Tierpark Hellabrunn Negativbeispiel Weißabgleich
Negativbeispiel: Grüner Baumpython im Tierpark Hellabrunn – künstliches Licht und falscher Weißabgleich sorgen für komische Farben (kann in seltenen Fällen und je nach Geschmack aber auch gut aussehen)
Anakonda im Tierpark Hellabrunn
Bei dieser Anakonda wirken die Farben deutlich natürlicher!

Im Tropenhaus

Tropenhäuser sind nicht nur ziemlich schön und es wimmelt nur so von Motiven, egal ob verschiedene Tiere (hauptsächlich Vögel) oder tropische Pflanzen – sie haben auch den großen Vorteil, dass in ihnen meist sehr natürliches Licht herrscht und auch die Bepflanzung sehr naturnah ist. Dadurch unterscheiden sich die Fotobedingungen dort nicht so sehr von denen an den Außenanlagen und auch der Weißabgleich muss meistens nicht umgestellt werden.

Ein paar Besonderheiten gibt es natürlich trotzdem, so steht dann doch oft etwas weniger Licht zur Verfügung, wodurch man nicht auf die gewünschten kurzen Belichtungszeiten kommt. Deswegen sollte man gerade hier immer eine Serie an Bildern machen, denn dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein scharfes und nicht verwackeltes Foto dabei ist.

Definitiv ein Vorteil an Tropenhäusern ist, dass man quasi durch das Gehege der Tiere hindurchläuft, da diese im Haus meistens frei herumlaufen. Dadurch kann man die Bewohner ohne störende Barrieren wie Glas fotografieren und kommt zudem oft sehr nahe an sie heran.

Und wie oben bereits erwähnt lauern in einem guten Regenwaldhaus massig viele Motive – es lohnt sich, die Augen offenzuhalten und Ausschau zu halten, denn viele Tiere oder interessante Pflanzen entdeckt man auch erst auf den zweiten Blick. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, gleich mehrere Runden durch das Haus zu drehen, da man mit der Zeit viel mehr auf die Details achtet und dann Tiere entdeckt, an denen man sonst einfach vorbeigelaufen wäre. All diese Details (gerade die Pflanzen) laden zudem dazu ein, auch mal etwas kreativer zu werden und den „Regenwald“ etwas kunstvoller oder abstrakter in Szene zu setzen. Und ja, ich weiß hier geht es um Tierfotografie, aber Pflanzen geben fast genauso tolle Motive ab, weswegen man nicht achtlos an ihnen vorbeigehen sollte!

Das Wichtigste im Tropenhaus ist aber Geduld (wie immer bei Tieren), denn wer nicht mal ein bisschen wartet und wie gesagt mehrere Runden dreht, der wird niemals so viele verschiedene Tiere entdecken. Lasst euch Zeit und lasst die Anlage auf euch wirken!

Rotohrbülbül im Tierpark Hellabrunn
Rotohrbülbül in Hellabrunn – gerade tropische Vögel lassen sich in Tropenhäusern gut fotografieren.
Blaunacken-Mausvogel im Tierpark Hellabrunn
Blaunacken-Mausvogel in der Dschungelwelt im Tierpark Hellabrunn
Roter Vari in der Masoala-Halle im Zoo Zürich
Auch sonst kann man viel entdecken, wenn man mit offenen Augen durch die Häuser geht – wie etwa diesen Roten Vari in der Masoala-Halle im Zoo Zürich.
Pantherchamäleon im Masoala-Regenwald im Zoo Zürich
Pantherchamäleon im Zoo Zürich
Blüte im Manatihaus im Tiergarten Nürnberg
Auch die Pflanzen in Tropenhäusern sind lohnenswerte Fotomotive, wie hier im Manatihaus im Tiergarten Nürnberg.

Fotografieren im Aquarium

Ganz ehrlich, Fische sind nicht unbedingt meine Lieblingstiere und deswegen auch nicht gerade mein fotografisches Spezialgebiet. So wirklich geübt in der Aquarienfotografie bin ich nicht, deswegen kann ich hier auch nicht so viele Tipps dazu geben. Klar ist aber, dass sich das Fotografieren der vielfältigen Unterwasserwelten immer wieder lohnt – allerdings gibt es dabei ein paar Schwierigkeiten.

Problem Nummer eins: Ein Teleobjektiv, also die Linse, die man im Zoo wohl standartmäßig benutzt, lässt sich im Aquarium nicht wirklich gebrauchen, man muss also ein zusätzliches Objektiv mitnehmen. Hierzu eignet sich wahrscheinlich am Besten ein Makroobjektiv, da ich aber keins habe (und auch nicht wirklich brauche), benutze ich meistens mein 18-135mm Zoom, das auch eine ziemlich gute Naheinstellgrenze hat und für die Art von Nahaufnahmen, die ich mache (außer in Extremfällen) sehr gut geeignet ist.

Problem Nummer zwei: Die Glasscheibe kann spiegeln oder verkratzt sein, daher sollte man mit der Gegenlichtblende wieder direkt auf der Scheibe aufsetzen, siehe oben zum Thema durch Glasscheiben fotografieren. Um Verzerrungen durch die Glasscheibe, wenn man schräg durch sie hindurchfotografiert, zu vermeiden, sollte man den Sensor auch wieder möglichst parallel zur Scheibe ausrichten.

Problem Nummer drei: Auch durch das Wasser können Verzerrungen entstehen. Den physikalischen Effekt dahinter kann ich zwar nicht erklären, aber wenn man zum Beispiel einen Fisch fotografiert, der weiter von der Scheibe entfernt schwimmt, wird dieser auf dem Bild unscharf. Probiert es aus, wenn ihr nicht wisst, was ich meine. Hier hilft nur, die Fische zu fotografieren, die näher an der Scheibe schwimmen, damit die Bilder überhaupt scharf werden können.

Problem Nummer vier: Fokussieren! Ein Fisch, der schnell durch das Wasser schwimmt, ständig seine Richtung wechselt und mal näher und mal weiter entfernt ist, ist unglaublich schwer im Fokus zu behalten. Hier hilft nur üben, üben, üben, außerdem möglichst viele Serienbilder zu schießen, damit man höhere Chancen auf einen Treffer hat und auf keinen Fall vergessen, den Continuous Autofokus einzuschalten.

Problem Nummer fünf: Richtig Belichten im Aquarium kann manchmal schwierig sein, grundsätzlich hat es sich bei mir aber als am besten erwiesen, wenn man ein, zwei oder drei Drittelstufen unterbelichtet, da die Kamera normalerweise zu hell belichten würde. Da ich bei Fischen aber sowieso über das (Klapp-)display fotografiere, sieht man ja schon im Voraus, ob die Belichtung sitzt.

Wenn ich gerade dabei bin: Über den Sucher würde ich persönlich im Aquarium nicht unbedingt fotografieren, da es dann erstens schwierig ist, dem Fisch mit der Kamera zu folgen, da man durch den Sucher nicht sieht, wo dieser gerade so hinschwimmt und zweitens sieht man bei einer Spiegelreflexkamera durch den Glassucher wahrscheinlich sowieso nichts, weil zu wenig Licht vorhanden ist. Wer eine Spiegellose Kamera hat, hat dieses Problem nicht, trotzdem würde ich persönlich hier das Display benutzen, siehe Punkt eins.

Problem Nummer sechs: Es gibt nur sehr wenig Licht, das heißt, die ISO-Werte sind hoch und die Verschlusszeiten sind lang, meist zu lang für sich schnell bewegende Fische. Auch hier hilft nur, den Serienbildmodus einzustellen und möglichst oft den Auslöser zu drücken – am Ende wird schon was dabei sein, was nicht verwackelt, nicht verzerrt und richtig fokussiert ist.

Man sieht, das Fotografieren im Aquarium ist nicht ganz ohne, und es gibt extrem viele Faktoren, die ein Bild ruinieren können. Aber wenn von hunderten in Serie geschossenen Bildern am Ende zwei drei Gute dabei sind, hat es sich gelohnt!

Aquarium Foto Negativbeispiel im Tierpark Hellabrunn
Negativbeispiel: bei diesem Bild sieht man deutlich Dreck und Kratzer auf der Scheibe (unten) – ein Nachteil wenn man Fische aufnimmt, die nahe an der Glasscheibe schwimmen. Da hilft nur hoffen, dass die Scheiben immer schön sauber sind…
Fisch im Tierpark Hellabrunn
Hier ist es schon etwas besser und der Dreck ist nicht mehr so deutlich zu sehen, trotzdem ist das Ergebnis nicht ganz perfekt.
Aquarium Foto Falscher Weißabgleich Negativbeispiel Tierpark Hellabrunn
Negativbeispiel: Falscher Weißabgleich – die Farben im Bild wirken unnatürlich und irgendwie auch langweilig.
Purpurprachtbarsch im Tierpark Hellabrunn
Hier musste ich mit ISO 3200 arbeiten, wodurch ich auf eine Belichtunszeit von 1/80 Sekunden gekommen bin, was gerade so gereicht hat, um zumindest ein scharfes Bild (aus locker 50-100 Versuchen) von diesem extrem schnell hin- und herschwimmenden Purpurprachtbarsch aus dem Tierpark Hellabrunn zu bekommen. Im Aquarium gilt also umso mehr: keine Angst vor hohen ISO-Werten, denn mit meiner üblichen ISO-Obergrenze 1600 hätte ich hier zwar weniger rauschen, aber dafür kein scharfes Bild bekommen.
Fisch im Tierpark Hellabrunn
Leichter war es da bei diesem Fisch, der immerhin schön still gehalten hat, wodurch ich in Ruhe mein Bild machen konnte – wer noch nicht so geübt in der Aquarienfotorafie ist, sollte also vielleicht erstmal mit ruhigeren Fischen anfangen…

Fotografieren im Terrarium

Das Gute ist: Wer es schafft, im Aquarium gute Bilder zu machen, der hat im Terrarium vergleichsweise leichtes Spiel – was die Technik betrifft. Terrarien sind quasi Aquarien light, das Problem mit den Verzerrungen vom Wasser fällt weg, außerdem bewegen sich die Bewohner von Terrarien meistens deutlich langsamer als Fische (oder wahlweise auch gar nicht), weswegen man selten Probleme mit dem Fokussieren bekommt und auch Verwackelungen aufgrund sich bewegender Tiere sind eher unwahrscheinlich.

Ganz leicht ist aber natürlich auch das Fotografieren im Terrarium nicht – auch hier kann man ein Teleobjektiv in den meisten Fällen vergessen (es funktioniert aber ein bisschen besser als im Aquarium), auch hier hat man nervige spiegelnde und verkratzte Glasscheiben und genügend Licht für kurze Verschlusszeiten ist nicht immer reichlich vorhanden.

Außerdem bekommt man im Terrarium meiner Erfahrung nach häufiger Probleme mit dem Weißabgleich, denn die Kunstlampen hier sorgen oft für einen starken Farbstich.

Der Vorteil ist aber wie schon gesagt der, dass man meistens genug Zeit hat, um alles in Ruhe einzustellen bis es passt, außerdem kann man sich ganz in Ruhe den besten Bildausschnitt überlegen. Neben klassischen Terrarienbildern laden die vielen verschiedenen Reptilien oder Amphibien diesbezüglich außerdem oft zu Spielereien und ungewöhnlichen Ausschnitten ein – hier kann man einfach mal ein bisschen kreativ sein.

Bewohner des Reptilienhauses im Zoo Augsburg
Im Reptilienhaus des Augsburger Zoos…
Netzpython im Tierpark Hellabrunn
Auch im Terrarium sollte man übrigens wenn möglich mit den Tieren auf Augenhöhe gehen, so wie hier bei diesem Netzpython aus dem Tierpark Hellabrunn.
Stirnlappenbasilisk Details im Tierpark Hellabrunn
Auch kreativere Bildausschnitte wie hier bei diesem Stirnlappenbasilisk aus dem Tierpark Hellabrunn kann man bei Reptilien ganz gut probieren…

Fotografieren bei Regen

Gehen wir nochmal weg von den Tierhäusern und wenden uns kurz dem Wetter zu. An sich finde ich ist Regen gut geeignet für die Tierfotografie, da Regenfotos meiner Meinung nach ziemlich cool aussehen können und das Wetter oft für besondere Motive sorgt. Leider gibt es da ein Problem: Regen ist nass, und das ist vor allem für die Kamera auf Dauer eher ungesund (außer vielleicht sie ist wetterfest). Klar, ein paar Minuten im Regen sollten die meisten Geräte schon vertragen, aber den ganzen Tag ungeschützt damit draußen herumlaufen würde ich persönlich nicht.

Eine Lösung kann ein Regenschutz für die Kamera sein, ich weiß aber nicht, wie viel die taugen, da ich sowas nicht habe. Müsste ich vielleicht ja doch mal ausprobieren…

Alternativ kann man die Kamera im Rucksack verstauen (wobei der dem Wetter meistens auch nicht ewig standhält) und sie nur dann rausholen, wenn sie gebraucht wird, allerdings ist das auf Dauer ziemlich unpraktisch, vor allem da man auf die Art viele Motive verpassen wird.

Eine weitere Option ist es, in der einen Hand den Regenschirm über sich und die Kamera zu halten und mit der anderen Hand (also einhändig) zu fotografieren. Sagen wir mal so, das funktioniert vielleicht mit einem kleinen weitwinkeligen Objektiv, aber nicht mit einer riesigen Telelinse, wie man sie im Zoo benutzt. Man kann auch versuchen, mit der Hand, in der man den Regenschirm hält, gleichzeitig das Objektiv zu stützen, aber so viel besser ist das auch nicht. Eine letzte Möglichkeit ist es, sich auf den Boden zu knien und den Regenschirm wie eine Art Zelt über sich und der Kamera auszubreiten – das funktioniert ganz gut, solange sich die Tiere nicht allzu sehr im Gehege bewegen.

Man merkt vielleicht, die optimale Lösung für Regen habe ich noch nicht gefunden und das ist auch der Grund, warum ich mich bei schlechtem Wetter meistens doch nicht in den Zoo traue. Wer aber eine Möglichkeit hat, sich und die Kamera beim Fotografieren effektiv vor Regen zu schützen, der sollte es unbedingt mal ausprobieren, denn ich glaube, dass man unter solchen Bedingungen ganz besondere Bilder machen kann.

Sibirische Tigerin Katinka im Tiergarten Nürnberg
Sibirische Tigerin Katinka aus dem Tiergarten Nürnberg im Regen…
Sibirische Tigerin Katinka im Tiergarten Nürnberg im Wasser
Wenn man schon von oben nass wird, dann kann man auch gleich ganz ins Wasser gehen… (Tiergarten Nürnberg)
Wasserschwein Artis Amsterdam
Das gilt auch für diese Wasserschweine aus der Artis Amsterdam.

Fotografieren bei Schnee

Auch im Winter bei Schnee lohnt sich die Zoofotografie und es bieten sich oft außergewöhnliche Motive – wo sonst wenn nicht im Zoo kann man schon exotische Tiere im Schnee und damit in einer völlig ungewohnten Umgebung fotografieren?

Grundsätzlich will ich hier zwei verschiedene Arten von Schnee und winterlichen Bedingungen ansprechen, die ganz unterschiedliche fotografische Herausforderungen bereithalten: Schneefall und Schnee, der liegen bleibt.

Schneefall ist ähnlich wie Regen, auch hier gilt es in erster Linie, die Kamera vor Nässe zu schützen, siehe oben. Aus fotografischer Sicht kann Schneefall auf den Fotos sehr schön aussehen, vor allem, wenn man das Tier vor einem dunklen Hintergrund fotografieren kann, so dass die weißen Flocken in der Luft besonders gut zur Geltung kommen. Allerdings muss man ein wenig aufpassen, dass keine der Schneeflocken das Gesicht und die Augen des Tieres verdecken, denn das kann auch das beste Bild ruinieren. Außerdem tut sich gerade bei starkem Schneefall der Autofokus etwas schwer, es kann also passieren, dass man hinterher Bilder auf der Karte hat, auf denen die Schneeflocken scharf sind, das Tier ist aber unscharf. Auch hier sollte man deswegen Serienbilder schießen und möglichst oft auf den Auslöser drücken, denn dann steigt wieder die Chance, dass ein Bild dabei ist, auf dem alles passt.

Sibirische Tigerin Ahimsa im Schnee im Tierpark Hellabrunn
Gerade vor dunklem Hintergrund wirken Schneeflocken bei Tierbildern sehr schön. (Sibirische Tigerin Ahimsa, Tierpark Hellabrunn)
Rosa Flamingos im Tierpark Hellabrunn
Rosa Flamingos, Tierpark Hellabrunn
Negativbeispiel Rote Pandas Hellabrunn
Negativbeispiel: An sich wäre das ein hübsches Foto von Pandamädchen Tia aus dem Tierpark Hellabrunn geworden – wenn nicht genau in dem Moment eine Schneeflocke vor ihrem Auge wäre.
Roter Panda Tia im Schnee im Tierpark Hellabrunn
Dieses Bild stammt aus der gleichen Serie wie das oben, hier stimmt aber alles!
Negativbeispiel Rote Pandas Hellabrunn
Die Roten Pandas Tia und Miu aus Hellabrunn beim Toben im Schnee – hier kam der Autofokus der Kamera durch die schnellen Bewegungen und den dichten Schneefall einfach nicht mehr hinterher, der Fokus sitzt jetzt ziemlich treffsicher auf einer Schneeflocke (muss man auch erstmal hinbekommen, oder? ;))
Roter Panda-Nachwuchs Tia beim Spielen im Schnee mit Mama Miu im Tierpark Hellabrunn
Hier sitzt der Fokus da, wo er hin soll!

Schnee, der liegen bleibt, ist hingegen auf eine ganz andere Art schwierig, nämlich bei der Belichtung. Der Schnee sollte wenn irgendwie möglich nicht ausbrennen, also dass er komplett weiß wird und keine Struktur mehr in ihm vorhanden ist. Man darf Schnee aber auch nicht zu dunkel belichten, denn dann wirkt er eher blau und auf den Fotos alles andere als schön. Und als wäre das alleine nicht schon schwierig genug befindet sich inmitten des Schnees ja meistens noch ein Tier, das das eigentliche Motiv darstellt und deswegen so hell wie möglich belichtet werden sollte, damit es überhaupt zur Geltung kommt und nicht als schwarzer Fleck auf dem Foto erscheint.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass man so belichten sollte, dass der Schnee gerade so nicht ausbrennt, das Tier aber auch nicht zu dunkel wird. Am besten wirft man während dem Fotografieren auch ab und zu einen Blick auf das Histogramm – wenn der Berg sich hier über die komplette Breite verteilt (am besten etwas mehr in Richtung heller als dunkler, also etwas weiter nach rechts), aber am rechten Rand gerade so nicht anstößt, dann ist das Bild ziemlich gut belichtet. An dem einen Tag, an dem dieses Jahr mal noch Schnee lag, bin ich in der Praxis zu dem Schluss gekommen, dass man die Bilder am besten um eine Drittelstufe überbelichten sollte, denn meistens kommt man damit zu den besten Ergebnissen (außer man hat einen eher dunklen Hintergrund und die Schneedecke nimmt nur einen kleinen Teil des Bildes ein, dann sollte man natürlich wie sonst auch ganz normal belichten bzw. leicht unter).

Hier erstmal ein paar Negativbeispiele, wie man nicht belichten sollte:

Negativbeispiel Wolf im Schnee im Tierpark Hellabrunn
Negativbeispiel: Wolf im Tierpark Hellabrunn – der Schnee ist viel zu dunkel und wirkt sehr hässlich blau, der Wolf selber ist mehr eine Silhouette. Gerade wenn man in RAW fotografieren würde, könnte man dieses Bild zwar noch ein bisschen in der Nachbearbeitung retten, trotzdem sollte man nicht so dunkel belichten.
Negativbeispiel Polarfuchs im Schnee im Tierpark Hellabrunn
Negativbeispiel: Bei diesem buddelnden Polarfuchs aus Hellabrunn ist es genau das selbe Problem wie oben – auch hier hätte man einfach um ein zwei drei Drittelstufen heller belichten können und alles wäre gut gewesen…

Bei den folgenden Bildern stimmt die Belichtung:

Shetlandpony im Tierpark Hellabrunn
Bei diesem Shetlandpony ist das Tier hell genug belichtet, der Schnee im Hintergrund ist aber noch nicht ausgebrannt.
Gähnender Schneehase im Tierpark Hellabrunn
Schneehase in Hellabrunn – hier hätte man sogar noch ein bisschen heller belichten können, trotzdem ist dieses Bild schon recht solide…
Roter Panda Tia im Schnee im Tierpark Hellabrunn
Das Rote Panda-Mädchen Tia im Tierpark Hellabrunn – auch hier ist der Schnee noch nicht ausgebrannt, das Tier selber ist aber hell genug.
Netzgiraffe im Schnee im Tierpark Hellabrunn
Motive wie diese sind es, die den Reiz an der Zoofotografie im Winter ausmachen – wo sonst kann man schon eine Giraffe im Schnee fotografieren?

Bildbearbeitung

Kommen wir zum letzten Schritt auf dem Weg zu guten Zoobildern und sprechen mal noch ein wenig über die Bildbearbeitung. Ganz ehrlich, ich persönlich bin kein großer Fan davon, da es mir keinen Spaß macht. Deswegen fotografiere ich auch überwiegend in JPEG, wodurch die Bilder schon „in fertig“ aus der Kamera kommen. Wer in RAW fotografiert, der muss hingegen jedes seiner Bilder am Computer bearbeiten, „entwickeln“ – das wäre mir auf Dauer zu viel Arbeit, auch wenn es sicherlich viele Vorteile hätte.

Inzwischen habe ich aber auch erkannt, dass es ohne ein kleines Minimum an Nachbearbeitung nicht funktioniert, das gilt aber vor allem für meine Stadt- und Reisefotos, wo zumindest gerades Ausrichten der Bilder Pflicht ist. Meine Zoofotos bearbeite ich hingegen deutlich weniger bis gar nicht.

Nachdem ich mich entschieden habe, welche Fotos ich behalte und welche nicht, wandern die meisten dieser Bilder so wie sie sind in den „Fertig-Ordner“. Ab und zu schneide ich mal noch ein bisschen zu, wenn es nötig ist und das Bild verbessert. Einige Fotos bekommen auch noch eine „Standard Schatten aufhellen und Lichter leicht herunterziehen“-Prozedur verpasst.

Nur bei wenigen Bildern helle ich dann noch bestimmte einzelne Stellen auf, etwa wenn die Augen und das Gesicht zu dunkel sind und nicht richtig zur Geltung kommen – vor allem bei Affen hilft das immer wieder gut. Mehr will ich dann aber auch nicht mehr machen, da mir natürlich aussehende Bilder, die nicht zu übertrieben bearbeitet wurden, besser gefallen.

Eine nützliche Bearbeitungsmethode, die ich doch recht häufig verwende (wenn es Sinn macht), muss ich hier aber noch erwähnen: das Wegstempeln von störenden Elementen im Bild. In der Stadt oder auf Reisen können das mal Menschen oder Müll auf dem Boden sein, im Zoo sind es meistens Gitter oder Menschen im Hintergrund. Natürlich ist das Stempeltool umstritten, solange man es aber nicht übertreibt, finde ich es durchaus okay, es auch zu benutzen, wenn das fertige Bild dadurch besser aussieht. Und mal ganz ehrlich, was ist schlimmer: ein immer noch natürlich aussehendes Foto, auf dem ein paar Zäune weggestempelt wurden, oder ein totbearbeitetes Bild mit völlig unnatürlichen Farben, wie man es auch häufig sieht?

Wie auch immer, man könnte über die Bearbeitung von Bildern und was dabei erlaubt ist und was nicht glaube ich auch einen ganzen Artikel schreiben, aber ich belasse es mal lieber dabei. Erlaubt ist grundsätzlich immer das, was einem selbst gefällt. Ich muss mir Bilder, die extrem stark nachbearbeitet wurden und dann zu unnatürlich aussehen ja nicht anschauen, wenn sie mir persönlich nicht gefallen.

Fazit

Das waren mal meine gesammelten Tipps und Erfahrungen zur Zoofotografie – doch ganz schön lang geworden… Trotzdem ist dieser Artikel bei weitem nicht vollständig und ganz viele Themen wurden hier auch nur angeschnitten oder vielleicht gar nicht erwähnt.

Für alle, denen dieser Artikel verständlicherweise zu lang war und für alle anderen zur Wiederholung, hier nochmal die meiner Meinung nach mit Abstand wichtigsten Aspekte (mal abseits der ganzen Einstellungen und Techniksachen) in aller Kürze:

  • Wahl der Perspektive: am besten von unten auf Augenhöhe mit den Tieren fotografieren, auf keine Fall von oben (also ab auf die Knie… ;))
  • Immer auf die Augen fokussieren und dabei auf Reflexionen in den Tieraugen achten (wirkt lebendiger)
  • Auf einen natürlichen und schönen Hintergrund achten – wenn es nicht auf Anhieb klappt ein bisschen zur Seite gehen oder kurz warten, bis das Tier sich vielleicht an einen anderen Ort begibt
  • Besondere Momente einfangen und den Bildern damit das gewisse Etwas verleihen

Ich hoffe, dieser Artikel war für den ein oder anderen ein bisschen hilfreich, wer noch Fragen oder Tipps hat, kann diese gerne in die Kommentare schreiben.

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