Sumatra Tiger Dhjala im Zoo Augsburg

Ein Besuch im Zoo Augsburg im Juli 2021

Nach über zwei Jahren war ich mal wieder im Zoo Augsburg – letztes Jahr bin ich nicht dorthin gefahren, da die Tierhäuser nicht offen hatten und ich mir gerne das neue Elefantenhaus anschauen wollte, inzwischen habe ich die Hoffnung auf geöffnete Häuser in Bayern aber aufgegeben, weswegen es sowieso schon egal war. Ansonsten war es wirklich wieder mal ganz schön dort.

Meine Meinung zum Zoo Augsburg

Zu meinem letzten Besuch in Augsburg 2019 hatte ich hier bereits einen Artikel mit sehr ausführlicher Kritik geschrieben – hinter den dort aufgeführten Punkten stehe ich eigentlich auch heute noch zum größten Teil. Daher möchte ich hier nur nochmal ganz kurz ein paar einzelne Dinge ansprechen, die mir (mal wieder) aufgefallen sind.

Erstens (weil man ja immer mit dem Lob beginnen soll): Die neugebauten Anlagen aus den letzten Jahren (z.B. Kattas, Fischotter und Biber, Paviane und Rotbüffel, Reptilienhaus) sind fast alle extrem gut gelungen. Vor allem die Haltung von kleineren Tierarten überzeugt mich in Augsburg sehr (die Kattas oder Otter sind hier die perfekten Beispiele). Auf solche Anlagen sollte sich der Zoo meiner Meinung nach mehr spezialisieren, da sie nicht soo teuer und aufwändig sind, aber einen sehr hohen Schauwert besitzen (wenn man es denn richtig macht, aber das ist in Augsburg bisher eigentlich immer der Fall). Genau das habe ich bereits vor zwei Jahren geschrieben und ich bin auch heute noch genau dieser Meinung, auch wenn die Eröffnung des neuen Elefantenhauses leider zeigt, dass sich der Zoo für eine andere Richtung entschieden hat.

Zweitens: Die Haltungen von Großtieren (Elefanten, Tiger, Löwen, Leoparden, Giraffen, Schimpansen, …) hingegen gefallen mir in der Regel mehr so mittelgut. Sie sind (bis auf die Schimpansenanlage) nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich gut. Ich habe oft das Gefühl, der Zoo Augsburg versucht gerade durch die Haltung ebendieser Großtiere mit den anderen, größeren Zoos mitzuhalten, scheitert aber doch immer wieder daran, denn die Gehege sind eben doch immer wieder eine Nummer schlechter als anderswo (die Nashörner sind dabei definitiv eine Ausnahme). Deswegen siehe Punkt eins, aber auf mich hört ja keiner… 😉

Drittens: Die Parkanlage ist teilweise leider etwas ungepflegt, die Wege sind an vielen Stellen in einem schlechten Zustand, die Scheiben sind meistens dreckig, und so weiter. Solche Kleinigkeiten machen denke ich sehr viel aus, wenn es darum geht, wie ein Zoo auf den Besucher wirkt.

Im folgenden möchte ich außerdem noch über ein paar einzelne Gehege sprechen:

Sehr gut gefällt mir, dass die alte Zwergflamingoanlage (im hinteren Bereich des Zoos gegenüber der Erdmännchen) in ein Gehege für Capybaras umgebaut wurde – die Bewohner werden wohl bald eintreffen. Die Anlage gefällt mir auch wirklich sehr gut, sie liegt im Wald und ist daher schön schattig und der Landteil ist meiner Meinung nach hervorragend gestaltet. Nur das Wasserbecken könnte meiner Meinung nach deutlich größer sein, das ist ein bisschen schade. Trotzdem denke ich, dass es insgesamt eine sehr gute Entscheidung war, denn Capybaras bringen denke ich einen sehr hohen Schauwert mit sich und die Tierart passt sehr gut in den Zoo Augsburg.

Neues Wasserschwein-Gehege im Zoo Augsburg
Ein Teil der neuen Wasserschwein-Anlage

Die Afrikaanlage habe ich hier 2019 schon sehr ausführlich besprochen gehabt, und auch diesmal sind mir die damals aufgezählten Kritikpunkte wieder aufgefallen. Grundsätzlich ist das Gehege sehr sehr gut, aber trotzdem wird hier meiner Meinung nach aus Besuchersicht eine Menge Potenzial verschenkt. Mit mehr Tierarten (derzeit leben auf den drei sehr großen Anlagen nur die Grevy Zebras, die beiden Giraffen, die Breitmaulnashörner und Hornraben – verglichen mit anderen Afrikaanlagen ist das schon sehr wenig. Und Platz wäre ja genügend vorhanden…), einer Aufhübschung des Besucherbereichs (mehr „Savannen-Feeling“ und so) und der Vermeidung von Cross-Viewing, also dass man andere Zoobesucher am anderen Ende der Anlage sieht (das wird schwer möglich sein, aber zumindest ein paar Verbesserungen wären bestimmt möglich), wäre schon sehr viel getan.

Die benachbarte Schimpansenanlage ist hingegen einfach nur schlecht. Anders kann man das nicht sagen. So etwas sollte es in deutschen Zoos eigentlich nicht mehr geben finde ich. Absolut gruselig finde ich daher die Ankündigung des Zoos, die Außenanlage demnächst umzugestalten. Klar, der (viel viel viel zu kleine) Außenbereich wird dadurch etwas verbessert, die Tiere hätten ein paar mehr Klettermöglichkeiten, mit etwas Glück vielleicht sogar so etwas wie eine Versteckmöglichkeit (auch wenn ich mir das in dieser Anlage nicht vorstellen kann), aber das ändert trotzdem nichts an der Tatsache, dass der Platz einfach nicht ausreicht. Und das eigentliche Problem ist ja nicht die Freianlage – auf der habe ich die Schimpansen bisher sowieso nur sehr selten gesehen – sondern das absolut desaströse Innengehege im alten Elefantenhaus, in den die Affen ja den Großteil des Jahres verbringen müssen. Meiner Meinung nach gibt es hier nur eine einzige vertretbare Lösung: Die Tiere abzugeben und das komplette Gebäude abzureißen.

Nicht wirklich schlecht sondern eher viel zu unscheinbar ist meiner Meinung nach hingegen die Anlage für Persische Leoparden. Hierfür habe ich ehrlich gesagt recht wenig Verständnis – da hält man so eine spannende Tierart und dann bringt man sie in einem Gehege unter, das kaum beachtet wird, das sehr schlecht einzusehen ist (dreckige und spiegelnde Scheiben) und das außerdem meiner Meinung nach ziemlich schlecht strukturiert ist. Hier wird sehr viel Schauwert verschenkt, denn an diesem Gehege bleibt (was ich bisher beobachten konnte) kaum ein Besucher stehen. Wer es doch tut wird aber aufgrund der dreckigen und spiegelnden Scheiben kaum etwas entdecken. Die Kosten für die Haltung der Leoparden bleiben aber auch in einem so langweiligen und wenig beachteten Gehege genauso hoch. Ich glaube, dass man aus den Leoparden ein echtes Highlight machen könnte, wenn man es denn mal versuchen würde – über eine Verbesserung der jetzigen Anlage oder vielleicht sogar über einen Neubau (die benachbarte Huftieranlage steht ja jetzt schon seit Jahren leer, hier wäre ja Platz genug) würde ich mich jedenfalls sehr freuen. Man wird ja noch träumen dürfen…

So, das waren jetzt nur mal ein paar wenige Anlagen, die ich einzeln ansprechen wollte. Sehr viele tolle Gehege (z.B. begehbare Voliere, Takine und Muntjaks, Vogelhaus, Flamingos) aber auch viele weitere negative Beispiele (Löwen, Steinböcke, Seebären (!!!)) habe ich noch gar nicht erwähnt gehabt. Ich hoffe aber, dass die grundsätzlichen Stärken aber auch Schwächen des Zoos deutlich geworden sind.

Die neue Elefantenanlage

Eine sehr wichtige Neuerung im Vergleich zu meinem Besuch 2019 habe ich bisher aber noch gar nicht wirklich erwähnt gehabt: Das neue Elefantenhaus mit der dazugehörigen Außenanlage. Und ganz ehrlich, ich tue mich schwer, hier eine klare Meinung zu bilden und die Anlage an sich sowie die Elefantenhaltung in Augsburg generell zu bewerten.

Das neue Gehege an sich finde ich durchaus gelungen, zumindest was die Haltungsbedingungen angeht. Ins neue Haus konnte ich zwar leider nicht, aber das, was man auf Bildern und durch die Glasscheiben hindurch von außen sieht, schaut sehr gut aus. Die neue Außenanlage ist auf jeden Fall mal schön groß, da gibt es nichts zu meckern. Sie könnte für die Tiere meiner Meinung nach vielleicht noch ein bisschen besser strukturiert sein und das Badebecken könnte vielleicht etwas größer sein, aber wirklich beurteilen kann ich das eigentlich nicht. Ein paar mehr Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten (z.B. in Form von Bäumen und Pflanzeninseln) wären vielleicht noch ganz schön gewesen.

Aus Besuchersicht gefällt mir die Anlage ehrlich gesagt nicht so wirklich, da man die Tiere fast nur durch einen Zaun hindurch sieht, man hat also keinen wirklich freien Blick auf die Elefanten (außer an einer Stelle). Andererseits dürfte das den normalen Besucher gar nicht mal so sehr stören (für Fotos ist es blöd, aber darum soll es ja nicht gehen), außerdem kann man auf diese Art den Tieren theoretisch näher kommen und diese haben mehr Platz zur Verfügung, da kein Trockengraben angelegt werden musste. Wirklich nicht schön ist hingegen, dass man hinter der Anlage freien Blick auf verschiedene Betriebsgebäude hat, dadurch wirkt das Gehege meiner Meinung nach zwar zweckmäßig, aber nicht schön. Vielleicht kann das in Zukunft ja zumindest teilweise durch ein paar Bäume kaschiert werden.

Etwas nachdenklich stimmt mich ehrlich gesagt eher die Frage nach der Zukunft der Elefantenhaltung in Augsburg. Neben der Seniorin Targa, die schon vorher in Augsburg gelebt hat (ihre Freundin Burma ist vor kurzem gestorben), leben seit 2020 die beiden Kühe Frosja und Louise aus dem Tierpark Berlin in Augsburg. Die beiden sind allerdings auch schon etwas älter.

Es wird sich zeigen, welchen Weg der Augsburger Zoo in Zukunft mit seinen Elefanten gehen will. Bleiben Frosja und Louise langfristig alleine oder soll vielleicht eine Art „Seniorenresidenz“ für ältere Elefantenweibchen wie in Karlsruhe entstehen? Oder will man versuchen, eine richtige Herde aufzubauen (das könnte aber schwierig werden denke ich)? Aktuell stimmen zwar die Haltungsbedingungen endlich wieder und der Zoo hat es geschafft, die Elefanten als wichtige Besucherattraktion zu behalten, aber damit alleine ist es denke ich noch lange nicht getan, denn die Sozialstruktur in der Gruppe ist mindestens genauso wichtig.

Asiatische Elefantenkuh im neuen Gehege im Zoo Augsburg
Eine der beiden neuen Elefantendamen auf der neuen Anlage
Neue Elefanten-Anlage im Zoo Augsburg
So oder so ähnlich sieht der Blick in die neue Anlage leider überall aus – optisch nicht wirklich schön finde ich
Besucherweg entlang der neuen Elefanten-Anlage im Zoo Augsburg
Altes Elefanten-Gehege im Zoo Augsburg
Nun, da die neue Anlage erst einmal fertig ist, erkennt man erst, wie klein und veraltet das alte Gehege wirklich ist

Fotos aus dem Zoo Augsburg

Ich war bereits um neun Uhr im Zoo und bin für dreieinhalb Stunden dort geblieben. Diese Zeit reicht völlig, um den kompletten Zoo zu sehen, wer schnell ist und keine längeren Stopps an einzelnen Gehegen einlegt könnte es auch deutlich schneller schaffen.

Etwas nervig war leider, dass an diesem Tag mindestens zwanzig Schulklassen im Zoo waren, die auch alle ab neun Uhr dort waren. Dementsprechend laut wurde es an manchen Gehegen auch. Zum Glück blieb keine Klasse länger als zwei Minuten an einer Anlage stehen, da aber immer sofort eine neue Gruppe hinterherkam, war das schon ziemlich anstrengend. Notiz an mich selbst: beim nächsten Mal nicht kurz vor den Sommerferien unter der Woche in den Zoo gehen.

Hammerkopf im Zoo Augsburg
Hammerkopf

Wirklich gefreut habe ich mich, dass ich endlich mal ein paar gute Bilder von den beiden Sumatra Tigern Berani und Dhjala machen konnte. Die letzten Male hatte ich dort nicht so viel Glück.

Der größte Fan der Tigeranlage bin ich zwar nicht, allerdings muss man auch sagen, dass das Gehege grundsätzlich nicht schlecht ist, immerhin haben die Tiger hier sehr viele Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten. Und deutlich besser als das schon sehr kleine Löwengehege ist es definitiv.

Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Sumatra Tigerin Berani
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Sumatra Tiger Dhjala und Berani im Zoo Augsburg
Kater Dhjala (links) und Berani
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Berani
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Sumatra Tiger Dhjala im Zoo Augsburg
Dhjala
Sumatra Tiger Dhjala im Zoo Augsburg
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Berani
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Sumatra Tigerin Berani im Zoo Augsburg
Chinesisches Baumstreifenhörnchen im Zoo Augsburg
Chinesisches Baumstreifenhörnchen
Stelzenläufer im Zoo Augsburg
In der begehbaren Voliere – Stelzenläufer
Inkaseeschwalbe im Zoo Augsburg
Inkaseeschwalbe – eines meiner Lieblingstiere zum Fotografieren in Augsburg
Inkaseeschwalbe im Zoo Augsburg
Rosa Flamingo im Zoo Augsburg
Rosa Flamingo
Graureiher im Zoo Augsburg
Graureiher
Erdmännchen im Zoo Augsburg
Erdmännchen
Erdmännchen im Zoo Augsburg
Erdmännchen im Zoo Augsburg
Laubfrosch im Zoo Augsburg
Laubfrosch
Rotbüffel im Zoo Augsburg
Rotbüffel
Fennek im Zoo Augsburg
Fennek
Alpaka im Zoo Augsburg
Alpaka
Katta im Zoo Augsburg
Katta – leider war in der begehbaren Anlage nicht wirklich viel los, da hatte ich beim letzten mal mehr Glück
Graukopfkasarka im Zoo Augsburg
Graukopfkasarka

Das wars aus dem Zoo Augsburg – mal schauen, wann ich mal wieder vorbeischauen werde.

Die nächsten Tage geht es in den Zoo Heidelberg und in die Wilhelma Stuttgart – Tiger- bzw. Schneeleopardenbabys fotografieren. Darüber werde ich hier sicherlich berichten, die Frage ist allerdings wann. Ich bitte um Geduld… 😉 Außerdem möchte ich hier bald auch die Fotos meiner Venetien-Reise im Juni zeigen, aber auch das könnte noch eine Weile dauern.

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