Ganges-Brillenvogel im Regenwaldhaus im Tiergarten Schönbrunn Wien

Der Tiergarten Schönbrunn Wien im Juli 2020

Im Juli 2020 war ich mit Freunden für drei Tage in Wien – dabei haben wir auch dem Tiergarten Schönbrunn spontan einen kurzen Besuch abgestattet. Für mich war es der insgesamt dritte Besuch dort, so dass die knapp drei Stunden, die wir dort waren, ganz gut gereicht haben, um alte Eindrücke nochmal aufzufrischen und das ein oder andere Foto zu schießen, auch wenn die Zeit natürlich bei weitem nicht für den ganzen Tiergarten gereicht hat. Denn auch wenn er nicht der Größte ist, so gibt es doch eine Menge zu sehen.

Meine Meinung zum Tiergarten Schönbrunn

Der Tiergarten Schönbrunn, der mitten im Schlosspark Schönbrunn liegt und als ältester noch bestehender Zoo der Welt gilt, hat in der Zoowelt einen extrem guten Ruf – er steht quasi schon immer auf Platz eins im Zooranking von Anthony Sheridan und ist bekannt für die Haltung von seltenen Arten wie Großen Pandas und Koalas. Und ja, der Tiergarten hat sich seinen guten Ruf meiner Meinung nach durchaus verdient, denn die Gehege- und Parkgestaltung (vor allem die Kombination aus modernen Anlagen und historischen Elementen) sowie die Tierhaltung befinden sich auf sehr hohem Niveau und der tolle Tierbestand mit vielen seltener gezeigten Arten (auch abseits von Panda und Koala) bietet fast alles, was ich bei Zoobesuchen gerne sehen würde.

Die Kritik, die hier gleich folgt, ist also schon meckern auf sehr hohem Niveau, aber es gibt trotzdem ein paar Dinge, die mir negativ aufgefallen sind. Kein Zoo ist perfekt, und das gilt leider auch für Schönbrunn, auch wenn man oft den Eindruck bekommen könnte.

Eins vorweg: wegen den Coronamaßnahmen waren bei unserem Besuch im Juli leider einige Tierhäuser geschlossen (z.B. Raubtierhaus, Vogelhaus, der untere Bereich des Regenwaldhauses, die Durchgänge / Tunnel bei den Eisbären und Löwen), so dass es nicht möglich war, wirklich den kompletten Tiergarten zu sehen (selbst wenn die Zeit dafür gereicht hätte). Da ich aber wie gesagt vorher schon zwei mal dort war, kenne ich diese Bereiche trotzdem – ich kann mich aber natürlich nicht mehr an jedes Detail dort erinnern.

Noch nie gesehen habe ich übrigens das Orang-Utan-Haus, das etwas abseits vom Rest des Zoos liegt – irgendwie hat sich das bei meinen Besuchen nie ergeben. Diese Anlage kann ich deswegen leider nicht beurteilen, sie würde mich aber wirklich mal interessieren.

Was mir nicht gefallen hat…

Der Tiergarten Schönbrunn ist 17 Hektar groß, was im Vergleich zu anderen Zoos ziemlich klein ist – dementsprechend eng liegen die Gehege beieinander. Eine tolle Parkanlage wie in Hellabrunn oder Nürnberg sucht man hier also größtenteils vergebens, nur der obere Zooteil ist bewaldet und weniger dicht bebaut, was aber auch an der Hanglage liegt.

Das ist jetzt nicht unbedingt schlecht, denn der Tiergarten hat dafür ganz klar andere Stärken und Charaktermerkmale, etwa die vielen historischen Gebäude und Tierhäuser, die gekonnt in die modernen Anlagen integriert wurden. So wurden etwa einige alte Raubtierkäfige von früher als Abtrennkäfige in die großzügige und naturnahe Tigeranlage eingebettet, ein weiterer dieser alten Käfige kann von den Besuchern auch von innen besichtigt werden.

Teilweise kleine Gehege

Aber zurück zum eigentlichen Thema: die Gehege stehen nicht nur sehr eng beieinander, sie sind oft selbst auch nicht gerade riesig. Natürlich ist die Größe im Normalfall schon ausreichend, aber trotzdem kenne ich für die meisten in Wien gehaltenen Arten in anderen Zoos größere Anlagen und so stand ich bei meinem Besuch oft vor dem ein oder anderen Gehege im für seine Tierhaltung gelobten Tiergarten Schönbrunn und dachte mir „doch bisschen klein, oder?“

Natürlich ist die Gehegegröße nicht alles. Ein kleineres aber perfekt an die Bedürfnisse der Tiere angepasstes Gehege ist in der Regel trotzdem besser als die größte Anlage, die aber schlecht gestaltet und eingerichtet ist. Beides miteinander kombiniert wäre aber sicherlich am wünschenswertesten…

Aufgefallen ist mir das Problem mit der Gehegegröße beispielsweise bei den Löwen, den Großen Pandas, den Giraffen und den Eisbären. Gerade die letzten beiden Anlagen sind sogar noch ziemlich neu und keines der Gehege ist wirklich schlecht, vor allem sind sie alle sehr gut gestaltet und eingerichtet – aber halt doch ein bisschen klein im Vergleich zu ähnlichen Anlagen in anderen Zoos. Meckern auf hohem Niveau wie gesagt, aber eben doch etwas, was mir diesmal negativ aufgefallen ist und was ich in einem Zoo mit so gutem Ruf nicht erwarten würde.

Mein größter Kritikpunkt ist aber die Elefantenhaltung – ja, die Anlage ist vermutlich bereits die größte im ganzen Zoo und auch hier ist das Gehege wieder nicht schlecht – aber es könnte auch noch deutlich deutlich größer sein (und in diesem Fall kommt noch hinzu, dass ich ausnahmsweise kein großer Freund von der Gestaltung des Geheges bin).

Was mir gut gefallen hat

Natürlich gibt es im Tiergarten auch zahlreiche sehr schöne Anlagen, bei denen auch die Größe sehr gut passt, sonst würde er wohl kaum als einer der besten in Europa gehandelt werden. Meine persönliche Lieblingsanlage ist möglicherweise sogar der Südamerikapark, der landschaftlich toll gestaltet wurde, verschiedene Einblickmöglichkeiten bietet (u. a. sogar eine Unterwassereinsicht) und viele interessante Tierarten vergesellschaftet – so leben hier Flachlandtapire, Ameisenbären, Wasserschweine, Nandus, Vikunjas und Seriemas zusammen.

Auch sehr gut gefallen hat mir immer das Regenwaldhaus, in dem Tierarten aus Südostasien gehalten werden. Leider war der untere Bereich des Hauses, in dem man die meisten Tierarten sehen kann (Zwergotter, Brillenblattnase, Bergtupaja, …) letzten Sommer geschlossen, immerhin konnte man von oben aus aber viele verschiedene freifliegende Vogelarten beobachten. Insgesamt ist das Regenwaldhaus in Wien nicht unbedingt mein Lieblingstropenhaus (der Masoala-Regenwald in Zürich oder das Manatihaus in Nürnberg gefallen mir beispielsweise deutlich besser) aber definitiv oben mit dabei.

Auch sehr schön finde ich das Aquarium und Terrarium, vor allem die Artenvielfalt finde ich beeindruckend. Am besten gefällt mir hier persönlich die Anlage der Blumenfledermäuse und Krokodiltejus. Dieses Terrarium befindet sich in einem Nachttierteil des Hauses, was bedeutet, dass die Fledermäuse aktiv sind und herumfliegen. Gleichzeitig hat man eine Unterwassereinsicht in das Badebecken der Krokodiltejus, man kann die Echsen also mit etwas Glück auch beim Schwimmen beobachten. Zum Fotografieren ist es wegen der Dunkelheit zwar sehr schwierig bis unmöglich, trotzdem ist diese Anlage sehr sehenswert! Und auch sonst mag ich das Aquarium in Schönbrunn, vor allem den Terrarienteil.

Während mir die Anlagen für Elefanten und Giraffen wie schon gesagt wegen der geringen Größe nicht so gut gefallen, finde ich die Doppelanlage der Panzernashörner hingegen wirklich sehr gelungen, auch sie zählt definitiv zu meinen Lieblingsgehegen in Wien, vor allem gestalterisch. Vergesellschaftet sind die Tiere hier mit Vietnam-Sikahirschen, Hirschziegenantilopen und Nilgau-Antilopen.

Neben den genannten Gehegen, die mir sehr gut gefallen, finde ich in Wien vor allem den Tierbestand sehr toll. Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt, vor allem die klassischen größeren Zootiere sind eigentlich alle vertreten (Tiger, Löwen, Leoparden, Geparde, Nashörner, Elefanten, Eisbären, Brillenbären, Giraffen, Zebras, Wölfe, Luchse, Flusspferde, Flachlandtapire, Orang-Utans, uvm.). Daneben gibt es aber noch zahlreiche weitere Arten, die man nicht überall findet und an denen ich persönlich mich am meisten erfreuen kann. Die bekanntesten Beispiele hierfür sind wahrscheinlich die Großen Pandas und die Koalas, aber auch sonst gibt es noch eine Menge mehr zu sehen.

Um nur ein paar Arten zu nennen: Bärenstummelaffe, Halsbandpekari, Kirk-Dikdik, Roter Panda, Kugel-Gürteltier, Zwerg- und Zebramanguste, unzählige Vogel-, Reptilien- und Fischarten. Viele dieser Arten sind jetzt nicht unbedingt selten zu sehen, aber die Tatsache, dass es sie alle gleichzeitig in einem Zoo gibt, ist schon etwas besonderes. Wer mag kann ja mal auf der Webseite des Tiergartens unter „Tiere“ ein wenig durchscrollen und selber staunen.

Fazit

Um es nochmal ganz kurz zusammenzufassen: Der Tiergarten Schönbrunn ist toll, vor allem der Tierbestand (Großer Panda, Koala, etc.) aber auch die Gestaltung der meisten Gehege. Es gibt viele sehr gute (und teils modernere) Anlagen, die ich sehr gerne mag (Südamerikapark, Regenwaldhaus, Panzernashorn, Sibirischer Tiger, Ostafrikahaus, Vogelhaus). Leider muss ich sagen, dass viele der Gehege meiner Meinung nach deutlich größer sein könnten (Giraffe, Löwe, Elefant, Eisbär). Die Parkgestaltung gefällt mir in der Regel sehr gut, allerdings ist alles an vielen Stellen etwas eng gedrängt (was anhand der geringen Größe nicht verwundert).

Fotos aus dem Tiergarten Schönbrunn

Auch wenn wir nicht wirklich lange dort waren, sind am Ende doch ein paar Fotos dabei herausgekommen, die ganz zeigenswert sind.

Krauskopfpelikan Portrait im Tiergarten Schönbrunn Wien
Krauskopfpelikan
Roter Panda im Tiergarten Schönbrunn Wien
Roter Panda
Netzgiraffe im Tiergarten Schönbrunn Wien
Netzgiraffe
Decken-Toko im Tiergarten Schönbrunn Wien
Decken-Toko im Ostafrikahaus – vergesellschaftet mit Zwergmangusten
Roter Panda im Tiergarten Schönbrunn Wien
Nochmal ein Roter Panda – im Gegensatz zu ihren großen Verwandten nebenan haben diese wenigstens nicht den ganzen Tag geschlafen…
Vikunja im Tiergarten Schönbrunn Wien
Vikunja im Südamerikapark – mit Sicherheit eine der schönsten Anlagen im Tiergarten
Wasserschwein im Tiergarten Schönbrunn Wien
Wasserschweine
Nandus im Tiergarten Schönbrunn Wien
Nandus
Zwergotter im Tiergarten Schönbrunn Wien
Zwergotter auf der Außenanlage vor dem Regenwaldhaus
Gähnender Zwergotter im Tiergarten Schönbrunn Wien
Gähnender Zwergotter im Tiergarten Schönbrunn Wien
Gähnende Zebramanguste im Tiergarten Schönbrunn Wien
Gähnende Zebramanguste
Zebramanguste im Tiergarten Schönbrunn Wien
Schwarzschwanz Präriehund im Tiergarten Schönbrunn Wien
Schwarzschwanz Präriehund
Junger Schwarzschwanz Präriehund im Tiergarten Schönbrunn Wien
Auf der Anlage waren mehrere Jungtiere unterwegs
Schwarzschwanz Präriehund im Tiergarten Schönbrunn Wien
Junger Schwarzschwanz Präriehund im Tiergarten Schönbrunn Wien
Zwergziege im Tiergarten Schönbrunn Wien
Zwergziege
Wasserschwein im Tiergarten Schönbrunn Wien
Nochmal ein Wasserschwein
Vikunja im Tiergarten Schönbrunn Wien
Vikunja
Zwergseidenäffchen Jungtier im Tiergarten Schönbrunn Wien
Zwergseidenäffchen-Jungtier
Gepard im Tiergarten Schönbrunn Wien
Gepard
Beulenkrokodil im Tiergarten Schönbrunn Wien
Beulenkrokodil im Aquarium / Terrarium
Roter Flamingo im Tiergarten Schönbrunn Wien
Roter Flamingo
Gepunktete Wurzelmundqualle im Tiergarten Schönbrunn Wien
Gepunktete Wurzelmundqualle
Gelbe Haarqualle im Tiergarten Schönbrunn Wien
Gelbe Haarqualle (?) – hier bin nicht ganz sicher, denn Schönbrunn hält einfach so viele Quallenarten, dass es gar nicht so leicht ist, die Einzelnen zu bestimmen…
Humboldtpinguine im Tiergarten Schönbrunn Wien
Humboldtpinguine
Humboldtpinguin im Tiergarten Schönbrunn Wien
Reisfink im Regenwaldhaus im Tiergarten Schönbrunn Wien
Reisfink im Regenwaldhaus
Ganges-Brillenvogel im Regenwaldhaus im Tiergarten Schönbrunn Wien
Ganges-Brillenvogel
Blaukrönchen im Regenwaldhaus im Tiergarten Schönbrunn Wien
Blaukrönchen
Reisfink im Regenwaldhaus im Tiergarten Schönbrunn Wien
Noch ein Reisfink

Das waren die Bilder aus dem Tiergarten Schönbrunn, ich hoffe, sie haben dem ein oder anderen gefallen. Aus 2020 fehlen jetzt nur noch die Fotos aus dem Tiergarten Nürnberg. Mal schauen, in welche Zoos ich es dieses Jahr noch so schaffe.

Wer möchte, kann im Folgenden noch mehr zum Thema Zoos lesen.

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