Der Viktualienmarkt – ein Must-See auf jedem München-Trip

Der Viktualienmarkt – ein Must-See auf jedem München-Trip

Wenn wir in fremden Städten oder Ländern unterwegs sind, dann liebe ich es, über die dortigen Märkte zu spazieren. Nicht die Touristenmärkte, auf denen man Andenken oder sonstiges Zeug bekommt, sondern die, auf denen auch Einheimische ihre Lebensmittel kaufen. So hab ich es in Wien jedes mal sehr toll gefunden, über den Naschmarkt zu bummeln, den Mercat de la Boqueria in Barcelona fand ich sehr faszinierend, der Blumenmarkt in Nizza ist auch immer schön (auch wenn er meiner Meinung nach eher in Richtung Touri-Andenken geht) und die verschiedenen Wochenmärkte in diversen kleineren Orten sind sowieso super. Deswegen freut es mich sehr, dass es auch in München einen nicht weniger bekannten (Lebensmittel-)Markt gleich im Zentrum gibt: den Viktualienmarkt.

Zugegeben, dieser ist auf keinen Fall so etwas wie ein Geheimtipp, aber trotzdem möchte ich ihm einen eigenen Beitrag widmen, denn gerade wenn man zur richtigen Zeit kommt ist er einfach nur herrlich. Und da ich zurzeit jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit über den Markt laufe, ist er inzwischen sogar einer meiner Lieblingsorte in der Stadt geworden (knapp hinter dem Hofgarten 😉 ).

München Viktualienmarkt im Herbst

Dieser Artikel soll den Markt kurz vorstellen, danach gibt es noch einige Tipps für einen Besuch und auch für das Fotografieren dort habe ich noch ein paar Ratschläge. Geplant sind übrigens noch weitere Beiträge zu bekannteren und unbekannteren Münchner Sehenswürdigkeiten in ähnlicher Form – mal schauen, ob und wann es so weit sein wird.

Die Geschichte des Viktualienmarkts

Bevor er um 1800 herum an seinen jetzigen Platz zwischen dem alten Peter, der Heiliggeistkirche, der Schrannenhalle und der Frauenstraße verlegt wurde, fand der Markt in München auf dem Marienplatz statt. 1870 wurden dann die festen Stände eingeführt – davor waren die Plätze auf dem Markt jeden Tag neu vergeben worden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde überlegt, den beschädigten Markt komplett abzureisen und die Fläche anderweitig zu bebauen, aber zum Glück sah man davon ab. Heute kann man auf dem Markt von verschiedenen Lebensmitteln wie Brot, Fleisch, Käse oder Antipasti über Blumen bis hin zu Kunsthandwerk viele verschiedene Produkte kaufen. Auch wenn er immer mehr von Touristen überrant wird, kann man hier immer noch seine Lebensmittel einkaufen.

Der Viktualienmarkt in München und die Heilig-Geist-Kirche
Der Markt mit der Heilig-Geist-Kirche im Hintergrund
Der Viktualienmarkt in München
Der Viktualienmarkt in München

Warum sich ein Besuch lohnt

Dies kann eigentlich mit nur einem Satz beantwortet werden: Der Viktualienmarkt ist einfach nur schön. Die längere Variante ließt sich in etwa so, dass der Markt (meiner persönlichen Meinung nach, aber das gilt ja bekanntlich für alles auf diesem Blog) eine ganz besondere Atmosphäre hat, es gibt einiges zu entdecken und außerdem riecht es überall so wundervoll nach Essen (vor allem rund um die zahlreichen Antipasti-Stände), dass man sofort Hunger bekommt. Aber das ist ja kein Problem, denn wo wenn nicht auf einem Markt lässt sich dagegen etwas tun? Ganz ehrlich, ich tue mich schwer, die Atmosphäre passend zu beschreiben, weshalb ihr es einfach selbst ausprobieren solltet….

Wie auch immer, wer in München ist, der sollte hier einfach mal vorbei schauen, denn wer zur richtigen Zeit hier ist, der wird einen unheimlich gemütlichen Ort entdecken, an dem man sich ewig aufhalten könnte. Da der Viktualienmarkt sehr zentral liegt, lässt er sich auch gut mit anderen Sehenswürdigkeiten verbinden.

Brunnen auf dem Viktualienmarkt in München

Tipps für einen Abstecher zum Viktualienmarkt

Klar, auf einem Markt sollte man an dem ein oder anderen Stand vielleicht mal etwas probieren. Das wäre sicherlich besonders spannend, wenn man im Rahmen einer Führung dort ist, während der man dann noch ein paar interessante Informationen zu den einzelnen Ständen und ihren Besonderheiten bekommt. Ebenfalls relativ logisch dürfte es sein, dass man auch mal abbiegen und die Hauptplätze verlassen sollte, denn erst abseits der Massen entfaltet der Markt seinen besonderen Charme. So weit war das eigentlich alles selbstverständlich.

Käse auf dem Viktualienmarkt in München
Für Käseliebhaber ist hier definitiv das Richtige dabei…

Was meiner Meinung nach jedoch sehr wichtig ist und zwischen einem „Naja, geht so“- und einem „Wow“-Erlebniss entscheidet ist die Besuchszeit. Ich habe das große Glück, auf dem Weg zum Praktikum jeden Morgen über den Viktualienmarkt laufen zu müssen / dürfen, und jedes Mal aufs neue packt mich hier die Lust, ein wenig länger zu bleiben und den Markt zu erkunden und außerdem ärgere ich mich auch ständig, dass ich meine Kamera nicht dabei habe. Das ist unter der Woche um kurz nach acht Uhr morgens, wenn die Händler gerade dabei sind, ihre Stände für den Tag vorzubereiten und der Markt gerade aus dem Schlaf erwacht. Dann ist es hier noch leer, nur vereinzelt laufen Passanten über den Markt (wobei man in München unter vereinzelt etwas anderes versteht als in weniger dicht besiedelten Regionen 😉 ), die Marktleute unterhalten sich noch untereinander oder mit manchen Kunden oder Bekannten und überall duftet es nach frischen Lebensmitteln. Wenn ich dann mittags oder nachmittags (halt tagsüber) den gleichen Weg wieder zurück gehe, ist es in der Regel so voll mit Touristen, dass man alle paar Meter ausweichen muss, um in niemanden hereinzulaufen, auf dem Markt selber schieben sich die Massen auf den Hauptwegen hindurch, es ist heiß (im Sommer), es ist laut, und die ganze herrliche Atmosphäre vom Morgen ist komplett verschwunden.

Der Biergarten im Viktualienmarkt in München
Nachmittags wird es ordentlich voll – so wie hier im Biergarten in der Mitte des Marktes

Daher solltet ihr, wenn ihr irgendwie die Möglichkeit dazu habt, den Markt gleich morgens (so ab acht Uhr) und am besten noch unter der Woche besuchen, denn nur dann finde ich entfaltet er seinen vollen Reiz. Natürlich gilt das für die meisten Sehenswürdigkeiten (auch der Hofgarten und der Odeonsplatz beispielsweise sind frühmorgens wirklich wundervoll), aber nirgends ist der Unterschied meiner Meinung nach so groß wie hier.

Der Viktualienmarkt in München
Frühmorgendliches Einkaufen auf dem Viktualienmarkt – bevor die Touristen kommen

Achja, wer nicht zwischen verlassenen und hochgeklappten Ständen herumirren will, der sollte besser auch den Sonntag meiden, denn dann hat der Markt wie auch alle anderen Geschäfte geschlossen.

Der Viktualienmarkt in München
Sonntags ist hier geschlossen…

Ein letzter Tipp noch: wer die Marktstände und noch vieles mehr auch von oben betrachten Möchte, der kann dies vom benachbarten „Alten Peter“ aus tun (ebenfalls kein Geheimtipp). Allein für den Blick auf den Markt würde sich dies zwar eher nicht lohnen, aber ich wollte es mal erwähnt haben… 😉

Blick auf den Viktualienmarkt in München
Blick über den Viktualienmarkt und über München

Fototipps für den Viktualienmarkt

Da dies kein klassischer Reiseblog sein soll sondern für mich eher ein erweiterter Fotoblog mit den Schwerpunkten Zoos und Reisen / Unterwegs ist, gibt es hier noch drei kleine Tipps für bessere Fotos auf dem Viktualienmarkt.

Tipp Nummer eins habe ich auch oben schon sehr ausführlich erklärt: Kommt früh, denn dann ist nicht nur das Licht besser (das ist ein netter Nebeneffekt 😉 ), viel mehr hat man dann die besten Chancen, Bilder ohne Menschenmassen zu erstellen. Tagsüber ist das sonst so gut wie unmöglich. Morgens hingegen muss man vielleicht mal kurz warten, aber in der Regel hat man gute Chancen, ein menschenleeres Bild zu erstellen. Und ganz nebenbei werdet ihr ohne Menschenmassen deutlich weniger gestresst sein, und wenn man nicht gestresst oder genervt ist, macht man auch bessere und kreativere Fotos, zumindest geht das mir immer so.

München Viktualienmarkt im Herbst
Frühmorgens ist der Markt noch leer

Zweitens solltet ihr auf Märkten generell auch auf Details achten. Übersichtsaufnahmen sind ja schön und gut (diese Lohnen sich hier gerade aufgrund des schönen Hintergrunds mit dem alten Rathaus, dem alten Peter und der Heiliggeistkirche natürlich auch), aber Fotos von den Waren, den Händlern (wer auf Portraits steht), Brunnen oder auch abgestellten Fahrrädern fangen die Stimmung mindestens genauso gut ein! Achtet vielleicht auch hier auf Spiegelungen (entweder in Pfützen oder in Fensterscheiben) und spielt mit Unschärfe. Es lohnt sich (wie eigentlich immer)!

Der Viktualienmarkt in München

Der dritte Tipp ist schon eher viktualienmarktspezifisch: Hier gibt es nämlich überall auf den Plätzen verteilt sechs kleine Brunnen, auf denen je eine Statue steht und die an verschiedene berühmte Personen erinnern sollen. Hier kann man besonders toll Details fotografieren, wenn man ein wenig ausprobiert und kreativ ist. Insgesamt fotografiere ich sehr gerne Statuen und Brunnen, und die auf dem Viktualienmarkt eignen sich meiner Meinung nach ganz besonders gut als Fotomotiv. Probiert es doch einfach mal aus…

Karl-Valentin-Brunnen auf dem Viktualienmarkt in München
Der Karl-Valentin-Brunnen ist (aus fotografischer Sicht) mein Lieblingsbrunnen auf dem Viktualienmarkt
Details am Karl-Valentin-Brunnen auf dem Viktualienmarkt in München

Weitere Märkte in München

Natürlich ist der Viktualienmarkt nicht der einzige seiner Art in München, so gibt es auf dem Wiener Platz (grob über bzw. hinter dem Maximilianeum gelegen) sowie in Schwabing gegenüber der Schauburg je noch einen kleineren Markt. Wirklich ersetzen tun sie einen Besuch auf dem deutlich schöner gelegenen und auch größeren Viktualienmarkt zwar nicht, aber wer in der Gegend ist, der kann ja mal dort vorbei schauen. Und auch in Pasing gibt es einen eigenen Viktualienmarkt, auf dem ich aber noch nie war. Ich gehe aber auch mal davon aus, dass die meisten Touristen nicht unbedingt bis nach Pasing fahren wollen…

Der Viktualienmarkt in München

Rund um den Viktualienmarkt

Da der Markt gleich neben dem Marienplatz liegt, bietet es sich an, von hier aus einen Abstecher zu machen. Auch der alte Peter und die (meiner Meinung nach zu Unrecht etwas weniger beachtete) Heilig-Geist-Kirche liegen gleich nebenan. In beide Kirchen sollte man meiner Meinung nach kurz reinschauen, es lohnt sich definitiv! Und auf den Turm der Peterskirche kann man ja auch noch raufsteigen – das ist zwar auch kein Geheimtipp, aber es sollte trotzdem auf keinen Fall ausgelassen werden, denn nirgendwo sonst hat man so eine schöne Aussicht auf die Innenstadt. Ebenfalls gleich nebenan liegt die Schrannenhalle, in der man heute viele verschiedene italienische Köstlichkeiten bekommt. Und da das Münchner Stadtzentrum insgesamt nicht soooo riesig ist und man eigentlich alles sehr gut zu Fuß gehen kann, ist man vom Viktualienmarkt aus auch innerhalb weniger Minuten bei der Oper, am Odeonsplatz, am Platzl oder bei der Synagoge.

Blick auf das alte Rathaus in München
Blick vom Markt auf das alte Rathaus (mittig) – rechts angeschnitten im Bild die Heilig-Geist-Kirche, links der alte Peter

Fazit

Muss ich eigentlich noch mehr schreiben? Ich glaube es ist klar geworden, dass ich einen Besuch auf dem Viktualienmarkt jedem München-Besucher nur wärmstens empfehlen kann. Und wer zur richtigen Zeit kommt, der wird ihn definitiv lieben (aber ohne Garantie 😉 )! Mehr gibt es hier eigentlich nicht mehr zu schreiben ohne mich zu wiederholen, aber einen gescheiten Reisetipps-Artikel kann man nunmal nicht komplett ohne ein Fazit beenden… 😉

Der Viktualienmarkt in München

Wart ihr schon mal in München und auf dem Viktualienmarkt? Wenn ja, was sind eure Erfahrungen? Und mal ganz allgemein, geht ihr im Urlaub auch so gern auf Märkte oder ist das eher weniger euer Ding? Schreibt dazu doch gerne einen Kommentar!

2 Kommentare

Hallo Florian,
schöner Artikel über eine Gegend in München, die auch zu meinen Lieblingsorten gehört. Leider ist es mir noch nie gelungen, frühmorgens dort zu sein. Allerdings ist es auch abends sehr schön, wenn man sich in die verwinkelten Straßen östlich vom Viktualienmarkt treiben lässt. Viele nette Lokale und Geschäfte – Urlaubsstimmung. Leider war ich auch schon lange nicht mehr um diese Zeit da. Da müssen wir mal irgendwo gemeinsam auf ein Bierchen einkehren, glaube ich.
T.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.