Meine 11 Lieblingsfotospots in Hamburg

Meine 11 Lieblingsfotospots in Hamburg

Zu Hamburg habe ich im Gegensatz zu anderen Großstädten eine sehr spezielle Beziehung. Inzwischen fühlt sie sich immer mehr an wie eine zweite Heimat (oder wahlweise auch dritte, wenn man die Cote d’Azur auch mitzählt), wenn wir wie jedes Jahr seit 2008 (mir fällt gerade auf, dass es dieses Mal schon der zehnte Besuch dort ist – wie schnell die Zeit doch vergeht) aus dem ICE steigen und wieder mittendrin stehen – und trotz des eigentlich immer vorherschenden Einheitsgraus optional mit Nieselregen (zumindest im Herbst, denn seit einigen Jahren haben wir unseren Hamburg-Urlaub traditionell auf die Herbstferien gelegt) habe ich es noch nie bereut, mir die Stadt auch zum x-ten mal noch anzuschauen.

Auch dieses Jahr habe ich mich wieder sehr gefreut, als es endlich wieder nach Hamburg ging. Das ist wie gesagt inzwischen Tradition geworden bei uns, die Letzte (urlaubstechnisch), die wir auch nach zehn Jahren ununterbrochen aufrecht gehalten haben. Um mal was neues auszuprobieren, hatte ich mir diesmal fest vorgenommen, meine fotografischen Aktivitäten dort nicht nur auf den Tierpark Hagenbeck zu fokussieren (da war ich aber natürlich trotzdem… 😉 ), sondern mich verstärkt auf die Stadt zu konzentrieren und dort nicht nur im Vorbeigehen ein paar Bilder zu machen wie sonst.

Und so habe ich mich diesmal im Vorraus schon ein wenig informiert und mir ein paar Fotospots gesucht, an denen ich gerne fotografieren wollte. Natürlich ist es kaum möglich, die alle in nur vier (ganzen) Tagen abzuklappern, zumindest nicht, wenn man zu besonderen Lichtstimmungen dort sein will (Sonnenauf- oder Untergang, blaue Stunde). Zwar habe ich tatsächlich fast jeden Spot (bis auf die etwas komplizierter zu erreichenden, aber die habe ich eigentlich sowieso von vorne herein ausgeschlossen) auch gesehen in dieser Woche, aber einen Großteil eben nur tagsüber und im Vorbeigehen. Aber das ist auch nicht weiter schlimm, denn ich weiß nun, ob es sich lohnt oder nicht, auch mal früh abends oder morgens dort vorbei zu schauen und dies werde ich dann irgendwann nachholen, wenn ich wieder mal dort bin. Für den Anfang bin ich aber schon mehr als zufrieden mit dem, was ich tatsächlich geschafft habe.

Obwohl ich wie gesagt an einigen dieser Fotospots selber noch nicht „richtig“ (also zu einer speziellen Lichtstimmung und am besten mit Langzeitbelichtung) fotografiert habe, möchte ich hier mal einen kurzen Überblick geben über meine liebsten Fotoplätze in der Hamburger Innenstadt. Ja ich weiß auch, dass ich nur Tourist und kein Insinder bin und kenne daher auch keine oder kaum Geheimtipps zum Fotografieren dort. Auch Fotospots, die außerhalb der Innenstadt liegen und für Touristen eventuell schwer zu erreichen sind oder für die man viel Zeit aufbringen muss, um zu ihnen zu gelangen, habe ich (vorerst) von meiner Liste gestrichen.

Bis auf den Hafen (hier empfiehlt es sich, einfach eine Hafenrundfahrt zu machen und währenddessen zu fotografieren oder eine der Hafenfähren zu nehmen und irgendwo auszusteigen, wo man einen schönen Blick zum Fotografieren hat – die Fähren gelten in Hamburg übrigens genauso wie Busse oder die U-Bahn und können zum Beispiel mit einem Tagesticket auch genutzt werden) kann man alle Fotospots oder Gegenden, die ich hier aufliste, gut zu Fuß erreichen (vorausgesetzt man hat ein Hotel irgendwo zentral – wie wir zum Beispiel in St. Pauli). Wer es lieber gemütlich hat oder wem es einfach zu kalt oder zu viel wird, der kann aber auch die meisten Spots gut mit der U-Bahn erreichen. Ein bisschen laufen muss man aber fast überall, da die nächste U-Bahn Station teilweise auch etwas weiter weg liegt (wie zum Beispiel bei der Speicherstadt). Genug der einleitenden Worte, hier kommen meine 11 Lieblingspots und -Gegenden zum Fotografieren in der Hamburger Innenstadt – für alle, die zwar gerne die typischen Hamburg-Bilder machen wollen, aber deren Fotos trotzdem etwas Besonderes sein sollen.

1. Aussicht auf die Landungsbrücken

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind ohne Frage die Landungsbrücken in der Nähe von St. Pauli und von unserem Hotel aus daher in gut fünf bis zehn Minuten Fußmarsch zu erreichen. Um das Bauwerk ohne störende Hindernisse aufnehmen zu können, gibt es gleich zwei sehr schöne Aussichtsplätze mit jeweils sehr tollem Blick auf das Objekt der Begierde. Alles, was es hier noch braucht, ist eine schöne Lichtstimmung und schon sind schöne Bilder garantiert.

Aussichtspunkt Nummer eins ist eine Plattform vor dem Hotel Hafen Hamburg direkt über den Landungsbrücken. Um dort hin zu kommen, muss man die Straße überqueren und dann die Treppe zum Hotel hochsteigen. Ist aber eigentlich kaum zu verfehlen, wenn man ein bisschen danach sucht. Wer von St. Pauli kommt (so wie wir immer) und zu Fuß zum Hafen läuft, wird von hinten kommen – auch hier ist die Plattform kaum zu verfehlen, wenn man auf dem Weg zu den Landungsbrücken ist. Netter Pluspunkt hier ist die Tatsache, dass man auch die Elbphilharmonie mit im Bild hat.

Hamburg Ausblick Landungsbrücken und Elbphilharmonie Morgens
Blick von der Aussichtsplattform vor dem Hotel Hafen Hamburg auf die Landungsbrücken, die Elbe und die Elbphilharmonie, kurz vor dem Sonnenaufgang.

Trotzdem mag ich Aussichtpunkt Numero zwei lieber – vielleicht auch, da wir bei Nummer 1 wie gesagt jedes Jahr auf dem Weg zum Hafen vorbei gekommen sind und ich dort schon tausende Fotos gemacht habe (auch wenn die Qualität die Jahre zuvor nicht wirklich gut war, aber egal…). Daher war ich sehr überrascht, als ich genau gegenüber auf dem Dach der U-Bahn Station Landungsbrücken und vor der Jugendherberge einen wirklich tollen Aussichtspunkt fand (genau genommen sind es sogar zwei, einmal vom Dach der U-Bahn und dann eine Etage höher von dem Vorplatz der Jugendherberge aus). Ich wusste zwar, dass es ihn irgendwo da geben muss, aber ich kam aus irgendeinem Grund nie auf die Idee, ihn mir mal anzuschauen.

Entsprechend oft war ich dieses Jahr dort – auch zu verschiedenen Tageszeiten. Dies lag auch daran, dass es auf dem Dach der U-Bahn Landungsbrücken noch eine andere tolle Fotomöglichkeit als den Blick auf die Landungsbrücken gibt, aber dazu erst später…

Hamburg Aussichtspunkt Landungsbrücken
Der Platz vor der Jugendherberge mit Blick auf die Landungsbrücken, die Elbe und den Hafen am frühen Morgen.
Hamburg Aussichtspunkt Landungsbrücken
Aussicht auf die Hamburger Landungsbrücken
Hamburg Landungsbrücken
Obwohl mir in diesem Moment schon die Finger abgefrohren waren (ja, auch das gehört beim Fotografieren leider dazu – wenn es irgendwo mal beheizbare Handschuhe gibt sagt mir bitte Bescheid), war die Stille da oben einfach herrlich.
Hamburg Landungsbrücken im Sonnenuntergang
Der gleiche Blick keine acht Stunden später
Hamburg Landungsbrücken Abends
Auch vom Dach der U-Bahn hat man einen schönen – wenn auch etwas anderen – Blick

2. Der Binnenhafen

Eines vorweg: mit Binnenhafen meine ich die das Hafenbecken zwischen der Speicherstadt und der eigentlichen Innenstadt – in Hamburg scheint es ja irgendwie mehrere Binnenhäfen zu geben…

Das Reizvolle dort – es gibt eine tolle Aussicht auf ein paar hübsche Gebäude und den Hamburger Michel dahinter (vorausgesetzt man stellt sich auf die Seite der Speicherstadt), eine U-Bahn-Linie, die durch das Bild fährt und ein Gewässer im Vordergrund. Braucht es sonst noch irgendwas, um eine reizvolle Langzeitbelichtung, am besten Abends oder zur blauen Stunde, machen zu können? Nein, und daher gibt es hier auch gar nicht mehr so viel zu sagen, außer dass ich es leider nicht mehr geschafft habe, zur blauen Stunde dort aufzukreuzen, wie ich es eigentlich gerne getan hätte. Naja, Nächstes mal…

Die Stelle ist recht einfach zu erreichen und jeder, der auf dem Weg zum Miniaturwunderland ist, wird dort vorbei kommen. Am besten steigt man bei der Station Baumwall aus (wenn man mit der U-Bahn kommt), wer zu Fuß gehen möchte, wie ich es meist getan habe, der kann zum Beispiel von den Landungsbrücken aus immer an der Elbe entlang spazieren (in Richtung Elbphilharmonie), dann über die Brücke in Richtung der Elbphilharmonie, der HafenCity und der Speicherstadt gehen und dann einfach links abbiegen – immer am Wasser entlang und schon ist man da.

Hamburg Binnenhafen Speicherstadt
Der Binnenhafen mit Blick auf den Michel – genau an dieser Stelle wäre ich gerne zur blauen Stunde oder zum Sonnenauf oder -Untergang dort gewesen, aber man kann halt nicht alles haben…
Hamburg bei Nacht
Dieses Bild ist vor zwei Jahren während unserem Hamburg-Urlaub 2016 nach einem Besuch im Miniaturwunderland entstanden. Auch nicht die blaue Stunde (und auch die Position ist nicht ganz perfekt), aber man kann es sich vorstellen (und sogar eine U-Bahn ist im Bild zu sehen…).

3. Speicherstadt

Der Klassiker schlechthin für alle begeisterten Architektur- und Reisefotografen in Hamburg ist natürlich das Wasserschloss am hinteren Ende der Speicherstadt. Egal ob zum Sonnenauf- oder Untergang oder zur blauen Stunde – das Internet ist voll davon. Daher finde ich es auch nicht weiter schlimm, dass ich es auch hier nicht geschafft habe, zur gewünschten Uhrzeit (nämlich irgendwann abends) dort zu sein – googelt einfach mal „Hamburg Wasserschloss Abends“.

Hamburg Speicherstadt Wasserschloss
Das Wasserschloss kennt wohl jeder Architekturfotograf – wirkt tagsüber leider bei weitem nicht so gut wie abends, aber was solls…

Aber auch Abseits dieser einen Ansicht gibt es in der Speicherstadt tolle Möglichkeiten, zu fotografieren. Nehmt am besten ein Stativ mit sowie einen Graufilter, wenn ihr wie ich tagsüber dort seit. Leider fiel mein Graufilter-Shooting dort etwas ins Wasser, denn es nieselte die ganze Zeit, bis irgendwann der Filter so nass und verschmiert war, dass die Fotos Zuhause alle gleich im Papierkorb landeten. Naja, auch hier muss ich halt ein andermal wieder kommen um die alten Speicher dann besser in Szene setzen.

Der Nachteil der Speicherstadt (gilt vor allem für das Wasserschloss, dass ganz am Ende der Speicherstadt liegt) für jeden, der seine Zeit nicht so gerne mit Laufen verschwenden möchte: Die nächstgelegene U-Bahn ist Baumwall (glaube ich, vielleicht gibt es in die andere Richtung noch eine U-Bahn, aber das wäre für mich sowieso zu schwer zu erreichen) und von dort muss man dann noch gute zehn bis zwanzig Minuten laufen – wenn man es schafft, an den zahlreichen schönen Fotomöglichkeiten vorbeizugehen und nicht hinzuschauen. Das ist auch der Grund, warum es mit der Abendaufnahme hier nichts geworden ist, denn das ist mir für Abends alleine dann doch noch ein bisschen zu weit.

Aber wie gesagt, auch tagsüber lohnt es sich, ein bisschen dort zu spazieren und so war ich gleich zweimal dort dieses Jahr.

Hamburg Speicherstadt
Auch sonst hat die Speicherstadt viel zu bieten…
Hamburg Speicherstadt
Auch wenn man hier schon die ersten Schlieren auf dem Graufilter erkennen kann, möchte ich wenigstens noch eine Langzeitbelichtung zeigen… Vom Farbschema her passt sie perfekt nach Hamburg – alles grau 😉
Hamburg Fassade Speicherstadt
Häuserfassade in der Speicherstadt

4. U-Bahn Landungsbrücken

Kommen wir nun zur zweiten Fotomöglichkeit, die man vom Dach der U-Bahn Landungsbrücken aus hat – die U-Bahn selber. Denn die U3, die dort verläuft, fährt hier oberirdisch auf einer langen Trasse über der Straße an der Elbe entlang, was auch so schon sehr sehenswert ist (und auch schon beim Fotospot Binnenhafen von Vorteil ist…). Und wenn man sich auf das Dach der U-Bahn Landungsbrücken stellt (es ist wahrscheinlich extra für Fotografen so gebaut worden 😉 ) und seinen Blick (und natürlich die Kamera) in Richtung Elbphilharmonie richtet, hat man die U-Bahn mitten im Bild. Diese macht sich auch hier in einer Langzeitbelichtung sehr gut…

Ich war zweimal dort, einmal morgens bei leichtem Nebel und typischem Grau in Grau und einmal zur blauen Stunde. Leider war ich abends schon ein bisschen spät dran, so dass es schon fast zu dunkel war, um im Hintergrund noch was zu erkennen, weßhalb ich hier die Version vom Morgen bevorzuge…

Ach ja, ein Graufilter für tagsüber sowie ein Stativ sind hier Pflicht. Man kann natürlich auch versuchen, die Kamera irgendwie auf der Mauer aufzusetzen, aber das würde ich persönlich schon aus Sicherheitsgründen lieber nicht versuchen – es ist auch mit einem kleinem „Gorilla-Stativ“, wie ich es benutze, etwas abenteuerlich und man sollte seine Kamera auf jeden Fall gleichzeitig um den Hals tragen, sicher ist sicher…

Hamburg U-Bahn Landungsbrücken Blick auf die Elbphilharmonie
Blick vom Dach der U-Bahn-Station Landungsbrücken auf die Elbphilharmonie – Morgens
Hamburg U-Bahn Landungsbrücken Abends
Blick vom Dach der U-Bahn-Station Landungsbrücken auf die Elbphilharmonie – Abends

Eine weitere Möglichkeit für Langzeitbelichtungen mit der U-Bahn im Vordergrund befindet sich gleich um die Ecke, dieser Punkt ist aber etwas schwieriger zu finden. Er befindet sich entlang der Straße (Seewartenstraße), die hinter dem Hotel Hafen Hamburg entlang führt. Kurz vor einer Brücke, die über eine andere Straße führt (dahinter befindet sich dann ein Park), befindet sich eine kleine Aussichtsplattform mit der U-Bahn, die aus dem Tunnel kommt, im Vordergrund und den Landungsbrücken im Hintergrund. Eigentlich ist der Spot nicht weit entfernt von dem auf dem Dach der U-Bahn-Bahn Station Landungsbrücken und der Aussichtsplattform vor dem Hotel Hafen Hamburg, aber trotzdem muss man hier ein bisschen Glück haben, um ihn zu finden. Sucht einfach mal auf Google Maps die Seewartenstraße hinter den Landungsbrücken und das Hotel Hafen Hamburg und schaut dann, wenn ihr dort seid, nach dem Aussichtspunkt.

Neben dem tollen Blick mag ich aber auch die Gemütlichkeit und die Ruhe in diesem Viertel zwischen Elbe und Reeperbahn – deshalb werde ich es später auch noch als extra Fotogegend vorstellen…

Hamburg U-Bahn-Brücke Landungsbrücken
Blick auf die Landungsbrücken mit der U3 im Vordergrund.

5. Blick auf die Skyline von Hamburg über die Binnenalster

Ein weiterer sehr bekannter und schöner Fotospot liegt unter der Brücke, die die Binnenalster und die Außenalster trennt. Von hier hat man einen tollen Blick über die Binnenalster auf die Skyline der Stadt. Natürlich wirkt auch dieser Fotospot am besten abends zur blauen Stunde (oder halt morgens, aber so verrückt wäre nichtmal ich, um so früh aufzustehen, wenn es auch abends geht) und natürlich habe ich es auch hier nicht geschafft, ihn zu dieser Zeit aufzusuchen. Aber egal, auch tagsüber kann sich das Ergebnis sehen lassen, es fehlt halt nur das gewisse Etwas…

Um diesen Spot zu erreichen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder man kommt vom Hauptbahnhof aus und läuft von dort in Richtung Alster. Dort wird man dann (wenn man nicht in die falsche Richtung geht) automatisch auf der Lombardsbrücke landen, die parallel zur Kennedybrücke verläuft (dort fahren die Züge aus dem Hauptbahnhof kommend drüber) und gemeinsam mit dieser die Alster in die Binnenalster und die Außenalster teilt. Von hier geht man dann hinunter zum Wasser und sucht den schönsten Blickwinkel – fertig ist das Foto.

Wer hier Langzeitbelichtungen machen will, kommt auch hier um ein Stativ und vielleicht noch einen Graufilter nicht drum herum. Da ich an dem Tag, an dem ich dieses Jahr dort war, leider schon ein wenig kränkelte und es während dem Spaziergang durch die Stadt zur Alster immer stärker wurde, hatte ich in diesem Moment so gar keine Lust mehr auf Langzeitbelichtungen, also habe ich es gelassen…

Hamburg Binnenalster Skyline
Blick über die Binnenalster auf die Skyline der Stadt
Hamburg Skyline von der Alster
Dieses Bild, dass im Herbst 2017 entstand, ist natürlich nicht vom Ufer aus gemacht sondern von einem Boot aus, dass sich in diesem Moment auf der Außenalster in der Nähe der beiden Brücken bewegte. Die Sicht ist hier aber ähnlich, weshalb ich es hier auch zeige…

6. Blick vom anderen Elbufer

Ebenfalls sehr lohenswert ist der Blick vom anderen Elbufer aus auf die Stadt. Am besten gelangt man dorthin, wenn man von den Landungsbrücken aus durch den alten Elbtunnel, der ja auch durchaus fotogen ist, hindurch geht. Auf der anderen Seite gibt es einen Aussichtspunkt, der aber vor allem bei gutem Wetter sehr voll sein kann. Trotzdem lohnt es sich, hier hin zu kommen, vor allem natürlich wieder abends (wer hätte es gedacht… 😉 ). Ich war aber auch hier nur tagsüber, was natürlich zu den deutlich langweiligeren Bildern führt. Angeblich ist der alte Elbtunnel 24 Stunden am Tag geöffnet, aber so ganz traue ich dem jetzt nicht… Naja, probieren geht über studieren und vielleicht muss ich ja auch hier das nächste mal zur blauen Stunde hin kommen.

Hamburg Skyline
Blick auf die Stadt vom anderen Elbufer aus.

7. Der Hamburger Hafen

Ab hier werde ich jetzt noch einige Gebiete vorstellen, in denen es mehrere lohnende Fotomotive gibt, aber keine exakten Punkte mehr…

Wer Hamburg hört, denkt irgendwann auch automatisch an den Hafen, und auch hier lohnt es sich, die Kamera auszupacken (auch wenn es wohl nie meine Lieblingsgegend wird – einfach nicht mein Ding…). Ich gehe aber mal davon aus, dass es sich als schwierig gestaltet, einfach dort rum zu spazieren, es empfiehlt sich also, nach Alternativen zu suchen. Eine davon ist eine Bootstour durch den Hafen – entweder mit einer Hafenrundfahrt (bisschen teurer) oder mit einer der Hafenfähren, die in Hamburg grundsätzlich wie die U-Bahn oder die Busse zählen und daher zum Beispiel auch im Preis einer Tageskarte mit inbegriffen sind. Natürlich fahren diese Fähren nicht zwischen den Containerschiffen umher sondern halt gerade aus von einer Haltestelle zur nächsten, aber trotzdem kann man auch von hier aus das ein oder andere Foto machen. Die Hafenfähren oder auch Boote für eine Hafenrundfahrt findet man zum Beispiel an den Landungsbrücken, oder besser gesagt die Ticketverkäufer der Hafenrundfahrt finden dich… 😉

Hamburg Hafen
Kräne im Hamburger Hafen
Hamburg Hafen Containerschiff
Kräne und ein Containerschiff

Eine weitere (und vermutlich gerade Abends wesentlich gemütlichere und bessere) Möglichkeit ist es, an einer der Fährenhaltestellen mit Hafenblick einfach auszusteigen und dort dann in Ruhe Fotos zu machen. Empfehlen kann ich hier definitiv Övelgönne, und das nicht nur wegen seiner Aussicht, sondern auch weil es einfach gemütlich dort ist. Man kann hier zum Beispiel Nachmittags herkommen, eine leckere Heiße Schokolade mit Elbblick trinken und dann am Abend mit dem Fotografieren anfangen – sehr empfehlenswert

Hamburger Hafen Abends
Blick auf den Hamburger Hafen am Abend – fotografiert vom anderen Ufer aus in Övelgönne – auch dieses Bild entstand übrigens schon 2017.

8. Spaziergang entlang der Fleets zwischen Elbe und Alster

Gerade frisch entdeckt und schon eine meiner neuen Lieblingsfotogegenden in Hamburg – so ging es mir mit den Fleets, von denen es in der Innenstadt immerhin drei verschiedene gibt. Besonders empfehlen kann ich den Alsterfleet und den Herrengrabenfleet, die hier parallel zwischen Alster und Elbe verlaufen.

Das tolle an den Fleets sind nicht die Kanäle selber (die sind aber natürlich auch schön), sondern die architektonisch sehr interessanten Gebäude, die dort so rumstehen (und teilweise fährt auch die U-Bahn sehr fotogen durch das Bild…). Es lohnt sich also sehr, dort einfach mal durch die Gegend zu spazieren und sich entlang der Fleets treiben zu lassen. Alternativ kann man hier auch entlang laufen, wenn man gerade sowieso von der Elbe zur Alster will..

Zu finden sind die Fleets nicht ganz so einfach, aber mit einer Karte oder Google Maps wird das schon. Wenn nicht lauft einfach kreuz und quer durch die Gegend zwischen Elbe, Michel, Rathaus und der Trasse der U3 zwischen Baumwall und Rathaus, irgendwann findet ihr schon einen Fleet…

Wer mit der U-Bahn „anreisen“ möchte, steigt am besten Baumwall, Rödingsmarkt, Mönckebergstraße oder gleich Rathaus aus, ich würde aber wie gesagt empfehlen, von der Elbe aus (wenn man sowieso schon dort ist) einfach entlang des Fleets querfeldein in Richtung Rathaus zu laufen, oder wahlweise andersrum.

Hamburg Herrengrabenfleet
Herrengrabenfleet in Hamburg
Hamburg Häuser am Alsterfleet
Häuser entlang des Alsterfleets – im Hintergrund ist auch die U-Bahn-Trasse der U3 zu sehen, die mit Sicherheit eines der fotogensten Verkehrsmittel Deutschlands sein muss… 😉 (Wir erinnern uns an Fotospots Nummer 2 und 4, um nur wenige Beispiele zu nennen…).

9. Rathausplatz und Jungfernstieg

Auch entlang der Alster gibt es mehr als nur einen schönen Fotospot. Neben dem Blick auf die Skyline von Hamburg (Nummer 5) finden sich auch am Rathausplatz und am Jungfernstieg zahlreiche schöne Fotomöglichkeiten, weshalb ich diese hier der Einfachheit halber mal zu einem Punkt zusammenfasse.

Grundsätzlich kann man hier eigentlich fotografieren, was man will. Langzeitbelichtungen am Wasser natürlich (entweder an der Alster selber oder an der sogenannten „Kleinen Alster“, die den Alsterfleet und die Binnenalster verbindet und direkt am Rathausplatz liegt), aber auch Tiere (Schwäne, Möwen, etc.) und vieles mehr. Schaut euch hier einfach mal ein bisschen um, ihr werdet die Fotomotive mit Sicherheit wie von selbst finden…

Die Anreise ist nicht weiter kompliziert, einfach mit der U3 bis Rathaus oder mit einer der anderen U-Bahn und S-Bahn-Linien bis Jungfernstieg fahren, schon steht man mittendrin.

Das es sich lohnt, zum Beispiel Abends hier hin zu kommen und das es für Langzeitbelichtungen von Vorteil sein kann, wenn man ein Stativ und einen Graufilter dabei hat, muss ich glaube ich nicht erwähnen, oder? 😉

Hamburg Alster Resendammbrücke Jungfernstieg
Die Reesendammbrücke verläuft über die Schnittstelle zwischen der Binnenalster und der kleinen Alster
Hamburg Binnenalster
Blick auf die Binnenalster von der Reesendammbrücke aus

10. Elbphilharmonie

Eines der vermutlich beliebtesten Motive für Architektur- und Reisefotografen in Hamburg ist zweifelsohne die Elbphilharmonie. Und ja, egal was man von dem Gebäude selbst oder ihrer Entstehungsgeschichte hält, man kann sicherlich nicht abstreiten, dass sie verdammt beeindruckend ist und einfach toll aussieht.

Es gibt bestimmt zigtausende Möglichkeiten, die Elbphilharmonie in Szene zu setzen – ob in ein anderes Übersichtsbild integriert (siehe Spot Nummer 4 mit der U-Bahn), in voller Größe oder mit Detailaufnahmen und aus unterschiedlichen Perspektiven – alles ist machbar.

Um ehrlich zu sein, kenne ich nicht so viele Fotospots, um die Elbphilharmonie gekonnt zu fotografieren oder ich habe es einfach noch nicht ausprobiert. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich sie eigentlich immer im Vorbeigehen – ob vom Boot oder von den Landungsbrücken aus – aufgenommen habe und nie darüber nachgedacht habe, mich näher damit zu beschäftigen.

Eine Möglichkeit für Detailaufnahmen der Fassade, die mir persönlich aber sehr gefällt, ist von der „Am Kaiserkai“-Brücke aus. Diesen Weg muss man übrigens sowieso gehen, wenn man in die Elbphilharmonie hinein möchte, beispielsweise, um sich das Innere anzusehen, es ist also kein großer Umweg.

Auch einen Besuch in der Elbphilharmonie kann ich sehr empfehlen, entweder im Rahmen einer Führung oder einfach so. Die Konzertsäle bekommt man währenddessen zwar nicht zu Gesicht, aber die (öffentliche) Plaza tröstet darüber sehr schnell hinweg. Von hier aus hat man tolle Rundumblicke auf die Stadt und auch die Architektur im Inneren dort ist sehr ansehlich.

Um zur Elbphilharmonie zu kommen, muss man von der U-Bahn-Station Baumwall aus über die Brücken dort vom „Festlandhamburg“ in Richtung Speicherstadt gehen und dort dann immer gerade aus. Eigentlich kann man es kaum verfehlen, wenn man dort ist. Alternativ kann man natürlich auch hier wieder laufen, da es aber (zumindest wenn man von irgendwo aus der Innenstadt kommt) ab Baumwall keinen anderen Weg gibt, orientiert man sich am besten daran.

Hamburg Elbphilharmonie im Sonnenuntergang
Ein bisschen Glück braucht man auch mal, wie hier, als sich die „Elphie“ wunderbar im Sonnenuntergang präsentierte…

11. Unterwegs zwischen der Reeperbahn und den Landungsbrücken

Am Schluss habe ich doch noch einen kleinen Geheimtipp, nämlich die Gegend zwischen der Reeperbahn in St. Pauli (hinter der dann St. Pauli selbst und das Schanzenviertel beginnt, welches zwar fotografisch auch sehr interessant ist, das aber mit Sicherheit nicht jeder als schön bezeichnen würde…) und den Landungsbrücken. Wir sind hier eigentlich immer durchgelaufen, wenn wir auf dem Weg zum Hafen waren, aber erst dieses Jahr, als ich eines Morgens noch vor Sonnenaufgang zu den Landungsbrücken losgezogen bin, kam ich auf die Idee, hier zu fotografieren. Und dies lohnt sich auf jeden Fall, denn aus architektonischer Sicht hat die Gegend eine Mischung aus alten (aber teilweise recht großen) Backsteinhäusern und modernen Bürotürmen zu bieten. Wer also sonst schon alles gesehen hat und noch Zeit hat, der kann hier ja mal noch vorbeischauen. Besonders reizvoll fand ich die Gegend am frühen Morgen, als es noch dunkel war und alles wie verlassen wirkte.

Die Gegend liegt wie gesagt direkt hinter den Landungsbrücken und den Fotospots, die ich dort bereits vorgestellt habe. Von diesen aus einfach einen Weg zwischen den Häusern hindurch suchen (oder halt auf jeden Fall von der Elbe weg) und schon ist man da. Mit der U-Bahn fährt man am besten bis St. Pauli (eins vor/nach Landungsbrücken) und orientiert sich dann erst in Richtung Reeperbahn und den tanzenden Türmen (ein fotografisch ebenfalls sehr interessantes Hochhaus am Ende der Reeperbahn) und von dort aus dann nach links in Richtung Elbe.

Ewig wird man sich dort nicht aufhalten können, außer man wagt sich daran, noch tiefer nach St. Pauli (also in die andere Richtung) und in das Schanzenviertel vorzudringen, aber dass muss jeder für sich selbst entscheiden, ob ihn das erstens interessiert und ob er sich das zweitens traut (zumindest abends würde ich dort nicht ohne Begleitung durchlaufen wollen… 😉 ). Ich glaube aber, es lohnt sich, sich zu überwinden…

Hamburg Morgens
Früh morgens ist es hier noch wunderbar ruhig. Vor allem wenn man von der alles andere als ruhigen Reeperbahn aus kommt, ist es einfach wunderbar. Vor allem der Kontrast zwischen alten Backsteinhäusern und modernen Hochhäusern (die architektonisch aber alle sehr interessant sind) gefällt mir gut.
Hamburg Tanzende Türme Morgens
Dieses Hochhaus hört auf den Namen „tanzende Türme“ – es lohnt sich definitiv, ein paar Fotos zu versuchen.
Hamburg Tanzende Türme Detailaufnahme
Detailaufnahme der „tanzenden Türme“

Fazit

Hamburg ist für Touristen und Fotografen einfach eine wunderbare Stadt. Das was ich hier gezeigt habe sind ja nur ein Bruchteil aller bekannteneren Fotomöglichkeiten dort – von den Unbekannteren gar nicht zu sprechen.

Manchmal wünschte ich mir, dass es in München zum Fotografieren auch so viele tolle Möglichkeiten gibt. Es wäre unfair und zudem falsch zu sagen, dass München für Reise- und Architekturfotografen nichts in petto hat, aber eine U-Bahn die oberirdisch vor allen Sehenswürdigkeiten durch das Bild fährt sowie die zahlreichen Gewässer – das sind zahlreiche tolle Möglichkeiten für spannende Langzeitbelichtungen, die es so bei uns halt leider nicht gibt…

Für Fotografen lohnt sich eine Reise nach Hamburg definitiv immer und aus dieser Sicht ist es eine der besten Städte, die ich so kenne (nach London und vielleicht noch Berlin). Da mir hier manchmal aber ein spezieller Flair und ein bisschen Gemütlichkeit fehlt, liegt Hamburg auf der Liste meiner Lieblingsstädte trotzdem hinter London, Wien und München, aber das ist ein anderes Thema und mal einen eigenen Bericht wert… 😉

Wart ihr schon mal in Hamburg? Wie sind eure Erfahrungen mit der Stadt (auch aus Fotografensicht)? Und was sind eure Lieblingsstädte zum Fotografieren? Schreibt hierzu doch gerne einen Kommentar!

3 Kommentare

Hallo Stefan,

freut mich wirklich sehr, dass es dir gefallen hat! Und dem Tipp mit den Handschuhen muss ich mir auf jeden Fall merken – was es alles gibt… 😉

Florian

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